Trade Republic führt Krypto-Wallet ein – warum das neue Feature einen wichtigen Haken hat
AktienDummy.de | 📅 16.11.2025 | 🔗 Allgemein
Trade Republic führt eine eigene Krypto-Wallet ein, allerdings stehen nicht alle Funktionen sofort zur Verfügung. Erfahre, welche Möglichkeiten die Wallet bietet, wo die Einschränkungen liegen und was das für deine Krypto-Strategie bedeutet.
Vom Neobroker zur Krypto-Bank: Die neue Wallet von Trade Republic
Trade Republic, lange bekannt als günstiger Neobroker für Aktien, ETFs und Derivate, macht einen wichtigen Schritt in Richtung Kryptowährungen. Mit der Einführung einer eigenen Krypto-Wallet will das Berliner Fintech sein Angebot spürbar erweitern. Anstelle von Kryptowährungen lediglich über die Plattform zu handeln, sollen Nutzer künftig die Möglichkeit haben, Coins zu senden, zu empfangen und sogar zu staken – all das ist in die regulierte Bankinfrastruktur von Trade Republic eingebunden. Mit dieser Wallet positioniert sich Trade Republic nicht mehr nur als Broker, sondern als umfassende Anlage- und Vermögensverwaltungsplattform, die auch den Krypto-Bereich ernst nimmt.
Was die Wallet verspricht
Die geplante Wallet-Funktion kündigt Features an, die bei Trade Republic bislang nicht verfügbar oder nur eingeschränkt waren. Nutzer sollen künftig Kryptowährungen von externen Wallets in ihren Trade-Republic-Account transferieren und umgekehrt verschicken können. Zusätzlich ist vorgesehen, dass Coins für Staking genutzt werden können. Dadurch sollen Anleger an den Netzwerkbelohnungen von Blockchains wie Ethereum oder Solana partizipieren. Über die Debitkarte von Trade Republic wird sogar das Bezahlen mit Kryptowährungen möglich, ergänzt durch ein sogenanntes „Saveback“-Modell, bei dem den Nutzern beim Bezahlen mit Kryptowährungen Bonus-Krypto gutgeschrieben wird. Diese Erweiterung markiert einen ambitionierten Schritt: Krypto wird nicht länger nur ein ergänzendes Produkt sein, sondern eine vierte Säule im Investmentmodell von Trade Republic neben Brokerage, Private Markets und Fixed Income.
Doch es gibt einen Haken – warum Anleger trotzdem vorsichtig sein müssen
Trotz der vielen Versprechungen gibt es mehrere Einschränkungen, die Anleger beim neuen Wallet von Trade Republic beachten sollten. Ein entscheidender Punkt war bislang, dass Kryptowährungen, die über Trade Republic gekauft wurden, nicht auf externe Wallets übertragbar waren. Das bedeutete, dass Anleger keine volle Kontrolle über ihre Coins hatten, da keine „Self-Custody“ möglich war – stattdessen wurden die Assets durch einen Verwahrpartner gehalten. Zwar kündigt Trade Republic an, dass künftig Send- und Empfangsfunktionen möglich sein sollen, doch dieses Angebot steht offenbar noch nicht vollständig oder universell zur Verfügung. Hinzu kommt: Wenn Kryptowährungen via Karte für Zahlungen eingesetzt werden, gilt dies oft als Verkauf – mit steuerlichen Folgen für die Nutzenden. Trotz Regulierung und Lizenzierung bleibt daher die Frage nach echten Freiheitsgraden für Krypto-Nutzer offen.
Was bedeutet das für dich als Anleger?
Für dich als Privatanleger bedeutet die neue Wallet von Trade Republic zweifellos einen Schritt in die richtige Richtung, wenn du Kryptowährungen in deinem Portfolio hast und diese bequem über eine regulierte Plattform halten möchtest. Allerdings solltest du genau prüfen, ob deine Bedürfnisse erfüllt werden. Wenn dir wichtig ist, die Coins jederzeit selbst herausziehen zu können, sie in eine eigene Wallet zu transferieren und volle Kontrolle über Private Keys und Staking-Funktionen zu haben, könnte das Angebot von Trade Republic noch nicht vollkommen ausreichend sein. Wenn du Kryptowährungen hingegen primär als Ergänzung zu Aktien und ETFs betrachtest und eine Einbindung in eine App bevorzugst, die bereits dein sonstiges Anlageuniversum abbildet, ist die Wallet-Integration durchaus attraktiv. Wichtig bleibt: Du solltest dir bewusst sein, welche Einschränkungen bestehen und wie sich daraus Risiken ergeben – insbesondere bei Kosten, Übertragbarkeit und Steuerlichkeit.
Fazit
Die Einführung einer Krypto-Wallet durch Trade Republic stellt einen bedeutenden Fortschritt für den Anbieter dar. Kryptowährungen werden zu einer gleichberechtigten Anlageklasse in einer Plattform, die bislang vor allem auf klassische Wertpapiere setzte. Dennoch bleibt der große „Haken” nicht aus: Nicht alle Funktionen sind sofort verfügbar und die volle Kontrolle über digitale Assets ist bislang nicht garantiert. Für Anleger bedeutet das, sich genau zu informieren, ihre Erwartungen an die Krypto-Verwahrung und Kontrolle realistisch zu gestalten und die Plattform bewusst zu wählen. Die Wallet-Lösung von Trade Republic kann eine sinnvolle Option sein, ist aber nicht zwangsläufig für jede Krypto-Strategie optimal.
Quellen
- Support-Seite Trade Republic: „Is it possible to receive and send crypto with other wallets?“ (Stand: 2025) Trade Republic Support+1
- Artikel „Trade Republic mit Crypto-Update: Wallet für Senden und Empfangen von Assets“, ExtraETF, 14. November 2025 extraETF
- „Trade Republic bringt echte Wallet zum Empfangen und Senden von Krypto-Assets“, TrendingTopics, 13. November 2025 Trending Topics
- „Krypto auf Trade Republic: Was funktioniert (nicht)?“, n-tv.de, Oktober 2025 n-tv
- „MiCA-Zulassung: Trade Republic bietet eigene Krypto …“, dasinvestment.com, Mai 2025 dasinvestment.com
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