BDCs: Investieren in US-Unternehmen mit hoher Dividende

BDCs ermöglichen dir den Zugang zu einem Segment, das sonst institutionellen Investoren vorbehalten ist: der Finanzierung wachstumsstarker US-Firmen. Die börsennotierten Gesellschaften investieren in kleine und mittelständische Unternehmen und schütten einen Großteil ihrer Erträge regelmäßig an ihre Aktionäre aus. Hier erfährst du, wie BDCs funktionieren, welche Chancen und Risiken sie mit sich bringen und wie du davon profitieren kannst.

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BDCs: Mit US-Unternehmensfinanzierung zu regelmäßigen Dividenden

Wenn du nach neuen Möglichkeiten suchst, um mit Aktien ein passives Einkommen zu erzielen, wirst du früher oder später auf BDCs stoßen. Die Abkürzung steht für „Business Development Companies” und bezeichnet eine besondere Unternehmensform aus den USA, die Kapital an kleine und mittlere Unternehmen vergibt. Im Gegenzug für diese Finanzierung erhalten BDCs Zinsen, Beteiligungen oder andere Einnahmen, die sie zu einem großen Teil an ihre Aktionäre ausschütten.

Für dich als Anleger kann das sehr attraktiv sein. BDCs sind börsennotiert und oft für ihre hohen Dividenden bekannt. Sie bieten dir Zugang zu einem Marktsegment, das normalerweise institutionellen Investoren vorbehalten ist, nämlich zur Finanzierung von Firmen, die nicht an der Börse gelistet sind. Dabei profitierst du von einer klaren Regulierung und der Liquidität des Aktienmarkts.

Was genau ist ein BDC?

Ein BDC (Business Development Company) ist eine US-amerikanische Investmentgesellschaft, die speziell dafür geschaffen wurde, Kapital an kleinere, schnell wachsende Unternehmen zu vergeben. Diese Unternehmen sind häufig nicht börsennotiert und haben daher keinen Zugang zum klassischen Kapitalmarkt. Stattdessen finanzieren sie sich über private Kapitalgeber – und genau hier setzen BDCs an.

Sie investieren das Kapital ihrer Aktionäre in Form von Krediten, Wandelanleihen oder Beteiligungen in diese Unternehmen. Dafür erhalten die BDCs regelmäßige Zinseinnahmen oder Beteiligungserträge. Im Gegenzug verpflichtet sie sich, mindestens 90 Prozent ihrer Gewinne als Dividende auszuschütten – ähnlich wie REITs im Immobilienbereich.

Doch wie genau verdienen BDCs Geld – und wie profitiert der Anleger?

Der größte Teil der Erträge von BDCs stammt aus der Kreditvergabe an mittelständische US-Firmen. Die Zinsen, die diese Unternehmen zahlen, sind in der Regel deutlich höher als die von klassischen Großunternehmen oder Staatsanleihen, da sie als risikoreicher gelten. Oft handelt es sich um sogenannte „Senior Secured Loans“, also besicherte Kredite mit hoher Priorität im Insolvenzfall.

Ein Teil der BDCs investiert auch in Beteiligungen, beispielsweise an Start-ups, Techfirmen oder Nischenanbietern. Wenn sich diese Firmen erfolgreich entwickeln, können zusätzliche Gewinne durch einen Börsengang oder Verkauf generiert werden. Als Aktionär profitierst du von beiden Einnahmequellen in Form von meist vierteljährlichen Ausschüttungen mit Dividendenrenditen, die häufig über dem Marktdurchschnitt liegen.

Warum sind BDCs besonders für Dividendenanleger interessant?

BDCs unterliegen in den USA einer Sonderregelung namens „Regulation Investment Company“ (RIC). Diese verpflichtet sie zur nahezu vollständigen Ausschüttung ihrer Erträge, um eine Doppelbesteuerung auf Unternehmensebene zu vermeiden. Dadurch schütten BDCs regelmäßig hohe Dividenden aus – oft im Bereich von 8 bis 12 Prozent pro Jahr.

Für Dividendenjäger oder Einkommensinvestoren sind BDCs deshalb eine interessante Ergänzung im Portfolio. Mit ihnen erhältst du Zugang zu einem Ertragsstrom, der weitgehend unabhängig von klassischen Aktien- oder Anleihemärkten ist, und profitierst gleichzeitig von der Liquidität börsengehandelter Papiere.

Welche Risiken musst du bei BDCs beachten?

Trotz attraktiver Ausschüttungen sind BDCs nicht risikofrei. Da sie meist in kleine, nicht börsennotierte Unternehmen investieren, tragen sie ein erhöhtes Ausfallrisiko. Wenn eines dieser Unternehmen zahlungsunfähig wird, kann das die Erträge des BDC spürbar mindern. Auch wirtschaftliche Abschwünge oder steigende Zinsen wirken sich negativ aus, insbesondere, wenn die Finanzierungskosten der BDCs steigen, während die Schuldner unter Druck geraten.

Ein weiteres Risiko betrifft die starke Abhängigkeit vom US-Markt: Die meisten BDCs investieren fast ausschließlich in US-Unternehmen. Damit bist du direkt von der Konjunktur, dem Zinsumfeld und der Regulierung in den USA abhängig. Zudem gelten BDCs in Deutschland steuerlich als ausländische Kapitalgesellschaften. Bei der Versteuerung der Dividenden solltest du dich deshalb vorab informieren oder einen Steuerberater hinzuziehen.

Wie kann ich in BDCs investieren?

BDCs sind börsennotiert und können ganz normal über das Wertpapierdepot gekauft und verkauft werden. Die bekanntesten BDCs, wie etwa Main Street Capital, Ares Capital oder Prospect Capital, sind an US-Börsen wie der Nasdaq oder der NYSE gelistet. Viele BDCs zahlen ihre Dividende sogar monatlich oder quartalsweise aus, was sie besonders für cashfloworientierte Strategien interessant macht.

Alternativ kannst du auch in ETFs oder geschlossene Fonds investieren, die gezielt BDCs bündeln. Solche Produkte bieten dir eine breitere Streuung, da sie das Risiko einzelner Ausfälle reduzieren. Allerdings sind entsprechende ETFs in Europa bisher kaum vertreten und unterliegen häufig zusätzlichen regulatorischen Anforderungen.

Fazit: BDCs sind hochrentabel, aber nicht für jedes Depot geeignet

Wenn du auf der Suche nach regelmäßigen, hohen Dividenden bist und bereit bist, dafür auch gewisse Risiken in Kauf zu nehmen, könnten BDCs eine spannende Ergänzung für dein Depot sein. Sie ermöglichen dir den Zugang zu einem wachsenden Unternehmenssegment mit attraktiven Ertragschancen, ohne dass du selbst Kreditgeber oder Investor werden musst.

Allerdings solltest du dich mit den Besonderheiten dieser Anlageform vertraut machen, bevor du investierst. Die Kombination aus hoher Rendite und speziellem Risikoprofil macht BDCs zu einer Nischenlösung, die bei richtiger Anwendung jedoch langfristig sehr interessant sein kann.

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Häufige Fragen zu BDCs (Business Development Companies)

BDCs sind in Deutschland noch wenig bekannt, dabei bieten sie die Chance auf hohe Dividenden und den Zugang zu einem sonst kaum erreichbaren Marktsegment. Doch wie genau funktionieren sie? Wie sicher sind die Ausschüttungen? Worauf solltest du achten? Hier findest du die wichtigsten Antworten auf einen Blick.

ammengefasst.

1. Was genau ist ein BDC?

Ein BDC ist eine börsennotierte US-Investmentgesellschaft, die Kapital an kleine und mittlere Unternehmen vergibt. Die Erträge aus Zinsen und Beteiligungen werden nahezu vollständig als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

2. Wie unterscheidet sich ein BDC von einem klassischen Fonds?

Im Gegensatz zu Fonds investieren BDCs gezielt in nicht börsennotierte Unternehmen, bieten hohe Ausschüttungen und sind als Unternehmen selbst an der Börse notiert. Du investierst also in die Geschäftstätigkeit des BDC, nicht direkt in einzelne Kredite oder Aktien.

3. Warum zahlen BDCs so hohe Dividenden?

BDCs sind gesetzlich verpflichtet, mindestens 90 % ihrer Gewinne auszuschütten, um von Steuervergünstigungen zu profitieren. Diese Ausschüttungspflicht führt zu regelmäßigen, oft überdurchschnittlich hohen Dividendenrenditen.

4. Welche Risiken bestehen bei einer Investition in BDCs?

Die größte Gefahr liegt in Kreditausfällen. Werden mehrere Unternehmen im Portfolio des BDC zahlungsunfähig, sinken die Erträge – und damit auch die Dividenden. Zusätzlich wirken sich Zinssteigerungen und wirtschaftliche Krisen negativ aus.

5. Gibt es BDCs auch in Europa oder Deutschland?

Nein, BDCs sind eine spezielle Unternehmensform aus den USA. In Europa gibt es keine direkte Entsprechung. Du kannst BDCs jedoch über US-Börsen kaufen, sofern dein Broker den US-Handel ermöglicht und dir die Währungsrisiken bewusst sind.

6. Wie werden BDC-Dividenden in Deutschland versteuert?

BDCs gelten als ausländische Kapitalgesellschaften. Ihre Dividenden unterliegen der deutschen Abgeltungssteuer, gegebenenfalls in Kombination mit einer US-Quellensteuer. Ein Freistellungsauftrag oder ein Doppelbesteuerungsabkommen kann hier Abhilfe schaffen. Im Zweifel hilft ein Steuerberater weiter.

7. Kann ich auch über ETFs in BDCs investieren?

Es gibt einige US-basierte ETFs, die BDCs bündeln. Allerdings sind diese in Europa nicht flächendeckend handelbar. Wenn du trotzdem breit gestreut investieren möchtest, kannst du entweder manuell mehrere BDCs ins Depot legen oder nach spezialisierten Fonds Ausschau halten.

8. Für wen eignen sich BDCs besonders?

BDCs sind vor allem für erfahrene Anleger geeignet, die nach hohen laufenden Erträgen suchen und bereit sind, dafür ein gewisses Risiko zu akzeptieren. Sie eignen sich gut als Beimischung in ein Dividenden- oder Einkommensdepot, jedoch nicht als alleiniger Investmentfokus.
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Gut zu wissen: BDCs sind ertragsstarke Unternehmen mit Spezialprofil

Sie eröffnen dir als Privatanleger Zugang zu einem renditestarken, institutionell geprägten Markt – und das ganz einfach über die Börse. Besonders ihre regelmäßigen, hohen Dividenden machen sie für einkommensorientierte Strategien oder als Baustein in einem diversifizierten Dividenden-Depot interessant.

Doch wie bei REITs solltest du auch hier die Risiken kennen. BDCs reagieren sensibel auf Konjunktur, Zinsniveau und die Zahlungsfähigkeit ihrer Kreditnehmer. Eine sorgfältige Auswahl und breite Streuung sind daher entscheidend, wenn du langfristig profitieren willst.

Wenn du dich auf die Besonderheiten einlässt, können BDCs ein wertvoller Zusatz in deinem Portfolio sein und dir solide Cashflows abseits der klassischen Dividendentitel ermöglichen.

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