IncomeShares Erfahrungen: Wie funktionieren die Options-ETPs mit monatlicher Ausschüttung?
AktienDummy.de | 📅 22.10.2026 | 🔗 Mein Depot
Wie funktionieren IncomeShares ETPs? Ich erkläre Optionsstrategie, Ausschüttungen, Kosten und Risiken und zeige echte Beispiele aus meinem Depot.
IncomeShares Erfahrungen: Wie funktionieren die Options-ETPs mit monatlicher Ausschüttung?
Monatliche Ausschüttungen von teilweise mehr als 30, 40 oder sogar 50 Prozent pro Jahr klingen zunächst beeindruckend. Genau mit solchen Werten fallen viele Produkte von IncomeShares auf. Der Anbieter kombiniert Aktien, Indizes oder andere Basiswerte mit Optionsstrategien und schüttet die daraus erzielten Einnahmen regelmäßig an die Anleger aus.
Auch in meinem eigenen Dividenden-Depot befinden sich inzwischen mehrere IncomeShares-Produkte. Dazu gehören unter anderem ETPs auf NVIDIA, Tesla, Apple, Alphabet, Meta, den Nasdaq 100 und den S&P 500.
Die regelmäßigen Zahlungen sind deutlich sichtbar. Einige Produkte haben mir innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit vierstellige Beträge ausgeschüttet. Gleichzeitig zeigen die Kursentwicklungen in meinem Depot, dass eine hohe Ausschüttung nicht automatisch eine hohe Rendite bedeutet.
Genau deshalb möchte ich IncomeShares in diesem Artikel nicht bewerben, sondern möglichst verständlich und transparent erklären. Wie funktionieren die Produkte? Woher kommen die monatlichen Zahlungen? Was unterscheidet einen IncomeShares ETP von einem klassischen ETF? Und welche Risiken verbergen sich hinter den auffällig hohen Ausschüttungsrenditen?
Die Produktinformationen und Depotwerte in diesem Beitrag entsprechen dem Stand vom 20. Oktober 2026.
Das Wichtigste zu IncomeShares in Kürze
IncomeShares ist eine Produktreihe des ETP-Anbieters Leverage Shares. Die Produkte sollen mithilfe von Optionsstrategien regelmäßige Einnahmen erzeugen und diese in der Regel monatlich ausschütten.
Dabei solltest du insbesondere Folgendes wissen:
- IncomeShares-Produkte sind ETPs und keine klassischen UCITS-ETFs.
- Die Ausschüttungen stammen überwiegend aus Optionsprämien und nicht ausschließlich aus Unternehmensdividenden.
- Viele Produkte kombinieren Aktien, Bargeld und verkaufte Put-Optionen.
- Andere Produkte arbeiten mit Covered Calls oder kurzen 0DTE-Optionen.
- Die Ausschüttungshöhe kann sich jeden Monat verändern.
- Eine hohe Ausschüttungsrendite ist keine garantierte Gesamtrendite.
- Fallende Kurse oder eine schleichende Verringerung des Nettoinventarwertes können die Ausschüttungen teilweise oder vollständig aufzehren.
- Die laufenden Produktkosten liegen je nach ETP häufig zwischen 0,35 und 0,55 Prozent pro Jahr.
- Ein vollständiger oder weitgehender Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
IncomeShares kann einen hohen laufenden Zahlungsstrom erzeugen. Die Produkte sind aber erheblich komplexer und risikoreicher als ein klassischer, breit gestreuter Dividenden-ETF.
Was ist IncomeShares?
IncomeShares ist eine Marke von Leverage Shares. Leverage Shares wurde 2017 gegründet und bezeichnet sich als einen der größten europäischen Anbieter börsengehandelter Produkte auf einzelne Aktien.
Neben gehebelten und inversen ETPs bietet das Unternehmen unter der Marke IncomeShares Produkte an, die gezielt auf laufende Ausschüttungen ausgerichtet sind.
Die Auswahl umfasst unterschiedliche Kategorien. Dazu gehören unter anderem:
- Options-ETPs auf einzelne Aktien,
- Options-ETPs auf Aktienindizes,
- Produkte auf Edelmetalle,
- Anleiheprodukte mit Optionsstrategie,
- thematische und gemischte Income-ETPs.
Die einzelnen Produkte werden über Börsen wie die London Stock Exchange, Xetra oder Euronext gehandelt. Einige IncomeShares ETPs kannst du deshalb auch bei deutschen Brokern kaufen.
Rechtlicher Emittent der IncomeShares-Produkte ist in der Regel Leverage Shares plc mit Sitz in Irland. Je nach Produkt sind weitere Unternehmen als Verwahrstelle, Administrator, Berechnungsstelle oder Market Maker beteiligt.
IncomeShares ETP oder ETF: Wo liegt der Unterschied?
Die Bezeichnung ETP wird häufig als Oberbegriff für börsengehandelte Produkte verwendet. Trotzdem solltest du einen IncomeShares ETP nicht einfach mit einem klassischen ETF gleichsetzen.
Ein ETF ist normalerweise ein Investmentfonds. Er hält ein Sondervermögen, das rechtlich von der Fondsgesellschaft getrennt ist. Im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft gehört dieses Fondsvermögen grundsätzlich weiterhin den Anlegern.
Ein IncomeShares-Produkt ist dagegen eine börsengehandelte Schuldverschreibung beziehungsweise eine besicherte Exchange Traded Security. Du erwirbst keine Fondsanteile und wirst auch nicht direkter Eigentümer der zugrunde liegenden Aktien.
Im Basisinformationsblatt des IncomeShares NVIDIA Options ETP wird das Produkt ausdrücklich als „Collateralised Exchange Traded Securities“ bezeichnet. Die zugrunde liegenden Aktien, Barmittel und weiteren Vermögenswerte dienen der Besicherung der Zahlungsverpflichtungen.
Diese Besicherung ist wichtig, beseitigt aber nicht sämtliche Risiken. Die Produkte sind weder durch die gesetzliche Einlagensicherung noch durch eine Kapitalgarantie geschützt. Auch die Produktunterlagen weisen darauf hin, dass Anleger einen Teil oder den vollständigen Wert ihrer Investition verlieren können.
Ebenfalls wichtig: Die Bezeichnung „UCITS eligible“ auf einzelnen Produktseiten bedeutet nicht, dass der ETP selbst ein UCITS-ETF ist. Sie sagt lediglich aus, dass bestimmte UCITS-Fonds das Produkt unter bestimmten Voraussetzungen halten dürfen.
Wenn du dich mit den grundsätzlichen Unterschieden zwischen Fondsvermögen und Bankguthaben beschäftigen möchtest, findest du weitere Informationen in meinem Beitrag über Sondervermögen bei ETFs.
Wie erzeugen IncomeShares ETPs ihre Ausschüttungen?
Die IncomeShares-Produkte verfolgen nicht alle exakt dieselbe Strategie. Ein großer Teil der Produktpalette arbeitet jedoch mit einer Kombination aus Basiswert, Bargeld und verkauften Optionen.
Die Einnahmen entstehen vor allem durch Optionsprämien.
Wenn der ETP eine Option verkauft, zahlt der Käufer dafür eine Prämie. Diese Prämie stellt zunächst eine Einnahme dar. Im Gegenzug übernimmt der ETP eine Verpflichtung gegenüber dem Käufer der Option.
Welche Chancen und Risiken daraus entstehen, hängt von der verwendeten Optionsstrategie ab.
Cash-Secured Put plus Aktienposition
Viele IncomeShares-Produkte auf einzelne Aktien verwenden inzwischen eine Strategie, die der Anbieter als „Cash-Secured Put + Equity“ bezeichnet.
Dabei wird das Produktvermögen dynamisch aufgeteilt:
- Ein Teil wird direkt in die jeweilige Aktie investiert.
- Ein weiterer Teil bleibt als Bargeld verfügbar.
- Gleichzeitig verkauft die Strategie Put-Optionen auf die Aktie.
Bei einem verkauften Put verpflichtet sich die Strategie, die zugrunde liegende Aktie zu einem festgelegten Preis zu übernehmen, wenn der Käufer der Option sein Recht ausübt. Dafür erhält das Produkt eine Optionsprämie.
Das vorhandene Bargeld dient zur Absicherung dieser möglichen Verpflichtung. Daher stammt die Bezeichnung „cash secured“.
Bei den IncomeShares-Produkten auf NVIDIA und Tesla lagen in den veröffentlichten Bestandsübersichten beispielsweise große Teile des Vermögens in Bargeld. Daneben wurden Aktien des jeweiligen Unternehmens sowie verkaufte Put-Optionen gehalten.
Steigt die Aktie oder bleibt sie oberhalb des vereinbarten Ausübungspreises, kann die Strategie die vereinnahmte Prämie behalten. Fällt die Aktie jedoch deutlich, kann die Put-Position Verluste verursachen. Die erhaltene Prämie bietet nur einen begrenzten Puffer.
Covered Calls einfach erklärt
Einige IncomeShares-Produkte arbeiten mit einer Covered-Call-Strategie. Dabei hält das Produkt einen Basiswert und verkauft gleichzeitig Kaufoptionen auf diesen Wert.
Durch den Verkauf der Call-Option erhält der ETP eine Prämie. Im Gegenzug werden die Kurschancen oberhalb des vereinbarten Ausübungspreises begrenzt.
Steigt der Basiswert stark, kann ein Direktinvestment deshalb deutlich besser abschneiden. Fällt der Basiswert, kann die Optionsprämie den Verlust zwar etwas verringern, aber nicht vollständig verhindern.
Covered Calls sind daher kein kostenloser Zusatz zur normalen Aktienrendite. Du tauschst einen Teil möglicher Kursgewinne gegen laufende Einnahmen.
Was bedeutet 0DTE bei IncomeShares?
In meinem Depot befinden sich auch der IncomeShares Nasdaq 100 Options (0DTE) ETP und der IncomeShares S&P 500 Options (0DTE) ETP.
Die Abkürzung 0DTE steht für „Zero Days to Expiration“. Gemeint sind Optionen, die noch am selben Handelstag auslaufen.
Durch die sehr kurze Laufzeit können solche Optionen häufig neu verkauft werden. Dadurch versucht die Strategie, regelmäßig Optionsprämien einzunehmen.
Beim IncomeShares S&P 500 Options ETP werden beispielsweise Put-Optionen mit sehr kurzer Restlaufzeit auf den S&P 500 oder den SPDR S&P 500 ETF verkauft. Beim Nasdaq-Produkt erfolgt die Strategie entsprechend mit dem Nasdaq 100 beziehungsweise dem Invesco QQQ Trust.
Die kurze Optionslaufzeit beseitigt das Risiko nicht. Starke Marktbewegungen innerhalb eines einzelnen Handelstages können die Strategie erheblich belasten. Außerdem können zahlreiche kleine Prämieneinnahmen durch wenige starke Verlusttage wieder aufgezehrt werden.
Woher kommen die hohen Ausschüttungsrenditen?
Auf der Website von IncomeShares werden bei einigen Produkten annualisierte Ausschüttungsrenditen von 30, 40 oder mehr als 50 Prozent angezeigt.
Diese Werte werden vereinfacht berechnet, indem die aktuelle monatliche Ausschüttung ins Verhältnis zum aktuellen Nettoinventarwert gesetzt und anschließend auf ein Jahr hochgerechnet wird.
Eine solche Ausschüttungsrendite ist keine garantierte Verzinsung.
Wenn ein ETP in einem Monat einen hohen Betrag ausschüttet, bedeutet das nicht, dass in den kommenden elf Monaten dieselbe Zahlung erfolgt. Optionsprämien hängen unter anderem von der Marktvolatilität, dem Kurs des Basiswertes, den gewählten Ausübungspreisen und dem Erfolg der Strategie ab.
Zusätzlich kann die angezeigte Ausschüttungsrendite steigen, weil der Kurs beziehungsweise Nettoinventarwert des ETP gefallen ist. Derselbe Auszahlungsbetrag ergibt bei einem niedrigeren ETP-Wert rechnerisch eine höhere Rendite.
Eine besonders hohe Zahl auf der Produktseite kann daher sowohl hohe Einnahmen als auch einen vorherigen Wertverlust widerspiegeln.
IncomeShares weist selbst darauf hin, dass die Distribution Yield nur eine Momentaufnahme des aktuellen Ausschüttungspotenzials darstellt und keine zukünftigen Zahlungen garantiert.
Ausschüttung oder Dividende?
Im Depot und auf Brokerabrechnungen werden die Zahlungen teilweise als Dividende, Ausschüttung oder Ertrag bezeichnet. Wirtschaftlich handelt es sich aber nicht zwangsläufig um eine klassische Unternehmensdividende.
Bei IncomeShares stammen die Erträge vor allem aus:
- vereinnahmten Optionsprämien,
- Erträgen auf gehaltene Barmittel,
- möglichen Dividenden der gehaltenen Aktien,
- Wertveränderungen innerhalb der Strategie.
Der Anleger besitzt die zugrunde liegenden Aktien nicht direkt und hat deshalb auch keine Stimmrechte oder eigenen Dividendenansprüche gegenüber dem jeweiligen Unternehmen.
Die monatliche Zahlung ist vielmehr eine Ausschüttung des ETP. Für die Beurteilung des Produktes ist diese Unterscheidung wichtig. Eine hohe Optionsprämie sagt nichts darüber aus, ob das zugrunde liegende Unternehmen seine klassische Dividende steigert oder überhaupt eine Dividende zahlt.
Meine IncomeShares-Erfahrungen im eigenen Depot
In meinem persönlichen Dividenden-Depot befinden sich derzeit 16 IncomeShares-Produkte. Der aktuelle Gesamtwert dieser Positionen liegt laut Parqet bei rund 54.076 Euro.
Insgesamt wurden für die heute noch vorhandenen Positionen rund 72.380 Euro investiert. Diese beiden Beträge lassen sich allerdings nicht einfach miteinander vergleichen, weil es innerhalb einzelner Positionen bereits Teilverkäufe, Ausschüttungen und realisierte Ergebnisse gegeben hat.
Zu meinen größten IncomeShares-Positionen gehören aktuell:
| IncomeShares-Produkt | ISIN | Aktueller Depotwert* |
|---|---|---|
| NVIDIA Options ETP | XS2852999692 | 9.092,98 € |
| S&P 500 Options (0DTE) ETP | XS2875106242 | 6.569,92 € |
| Apple Options ETP | XS2901884663 | 5.819,40 € |
| Tesla Options ETP | XS2852999429 | 3.562,56 € |
| Alphabet Options ETP | XS2901885041 | 3.527,16 € |
| Intel Options ETP | XS3299468515 | 3.419,04 € |
| Meta Options ETP | XS2901885553 | 3.365,90 € |
| Magnificent 7 Options ETP | XS3068761710 | 3.232,65 € |
| Nasdaq 100 Options (0DTE) ETP | XS2875105608 | 3.058,79 € |
Parqet-Werte vom 20. Oktober 2026; Kurse und Depotwerte verändern sich laufend.
Weitere kleinere Positionen bestehen unter anderem auf Oracle, SpaceX, Micron, ASML, Robinhood, Bitmine und Lam Research.
Die Anzahl der Produkte zeigt gleichzeitig ein Konzentrationsrisiko: Obwohl unterschiedliche Namen im Depot stehen, hängen viele dieser Positionen von ähnlichen Faktoren ab. Ein großer Teil konzentriert sich auf US-Technologieaktien, hohe Volatilität und Optionsprämien.
Mehrere IncomeShares-Produkte bedeuten deshalb nicht automatisch eine breite Diversifikation.
So hoch waren meine bisherigen IncomeShares-Ausschüttungen
Die hohe Ausschüttungsstärke ist in meinem Depot deutlich sichtbar. Über alle in Parqet erfassten IncomeShares-Produkte – einschließlich einer inzwischen verkauften Coinbase-Position – wurden bisher rund 32.008 Euro brutto beziehungsweise 25.351 Euro netto ausgeschüttet.
Die höchsten bisher erfassten Nettobeträge stammen aus folgenden Positionen:
| IncomeShares-Produkt | Ausschüttungen brutto | Ausschüttungen netto |
|---|---|---|
| Nasdaq 100 Options (0DTE) ETP | 7.774,22 € | 6.121,06 € |
| Tesla Options ETP | 6.129,04 € | 4.944,01 € |
| NVIDIA Options ETP | 5.585,23 € | 4.365,40 € |
| S&P 500 Options (0DTE) ETP | 5.260,76 € | 4.087,04 € |
| Coinbase Options ETP, inzwischen verkauft | 4.941,05 € | 3.812,88 € |
| Apple Options ETP | 1.204,08 € | 1.035,78 € |
| Magnificent 7 Options ETP | 934,99 € | 807,00 € |
Die Beträge zeigen, wie schnell mit solchen Produkten ein hoher laufender Geldfluss entstehen kann. Sie zeigen jedoch nicht, ob die jeweilige Investition insgesamt profitabel war.
Bei mehreren Positionen liegen die Kurse deutlich unter meinen durchschnittlichen Kaufkursen. Besonders auffällig ist dies beim Tesla Options ETP und beim Nasdaq 100 Options ETP. Auch der inzwischen vollständig verkaufte Coinbase Options ETP hat hohe Ausschüttungen geleistet, gleichzeitig aber einen erheblichen realisierten Kursverlust verursacht.
Genau diese Erfahrung ist für mich die wichtigste Erkenntnis: Ich darf die eingegangenen Zahlungen niemals isoliert betrachten.
Eine ausführliche Übersicht meiner gesamten Ausschüttungsentwicklung findest du in meinem Artikel über meine Dividendenentwicklung.
Hohe Ausschüttung bedeutet nicht hohe Gesamtrendite
Für die tatsächliche Beurteilung eines IncomeShares ETP benötigst du mindestens zwei Bestandteile:
Gesamtrendite = Kursentwicklung + Ausschüttungen − Kosten − Steuern
Ein ETP kann beispielsweise innerhalb eines Jahres 40 Prozent seines anfänglichen Wertes ausschütten. Sinkt sein Kurs im selben Zeitraum um 45 Prozent, liegt das Ergebnis vor Steuern und weiteren Kosten trotzdem im Minus.
Umgekehrt kann ein sinkender Kurs nicht einfach mit der erhaltenen Ausschüttung verrechnet werden, ohne Käufe, Verkäufe, unterschiedliche Kaufzeitpunkte und die Wiederanlage zu berücksichtigen. Für eine genaue Auswertung eignen sich deshalb geldgewichtete Renditen wie der XIRR oder eine vollständige Berechnung sämtlicher Zahlungsströme.
IncomeShares weist selbst auf den Zielkonflikt zwischen Ausschüttungsrendite und Gesamtrendite hin. Hohe Auszahlungen können mit einer Verringerung des Nettoinventarwertes verbunden sein. In stark steigenden Märkten können Optionsstrategien außerdem hinter einem Direktinvestment zurückbleiben.
Was bedeutet NAV-Erosion?
NAV steht für Net Asset Value, auf Deutsch Nettoinventarwert. Vereinfacht gesagt ist das der Wert des Vermögens, der rechnerisch auf einen Anteil des ETP entfällt.
Von NAV-Erosion spricht man, wenn dieser Wert über längere Zeit sinkt.
Das kann bei Options-ETPs passieren, wenn die erzielten Prämien und Wertsteigerungen nicht ausreichen, um Verluste, Ausschüttungen und Kosten auszugleichen.
Bei einer fortschreitenden NAV-Erosion entstehen mehrere Probleme:
Erstens sinkt der Wert deiner Position. Zweitens steht der Strategie weniger Kapital zur Verfügung, mit dem künftig Einnahmen erzeugt werden können. Drittens kann eine optisch hohe Ausschüttungsrendite bestehen bleiben, obwohl die tatsächlich ausgezahlten Beträge pro Anteil zurückgehen.
Eine hohe monatliche Auszahlung ist deshalb nur dann nachhaltig, wenn sich gleichzeitig auch der Nettoinventarwert ausreichend stabil entwickelt.
Welche Risiken haben IncomeShares ETPs?
IncomeShares-Produkte besitzen mehrere Risiken, die über das normale Schwankungsrisiko eines breit gestreuten Aktien-ETFs hinausgehen.
Risiko des Basiswertes
Fällt die zugrunde liegende Aktie stark, verliert auch der ETP an Wert. Die Optionsprämien bieten lediglich einen begrenzten Verlustpuffer.
Ein Produkt auf Tesla, NVIDIA oder Coinbase bleibt trotz Optionsstrategie erheblich von der Entwicklung dieser einzelnen Aktie abhängig.
Begrenzte Teilnahme an Kurssteigerungen
Covered Calls und andere Optionsstrategien können die Teilnahme an starken Kursanstiegen begrenzen. Läuft eine Aktie besonders gut, kann ein Direktinvestment deshalb besser abschneiden.
NAV-Erosion
Hohe Ausschüttungen können mit einem sinkenden Nettoinventarwert einhergehen. Entscheidend ist daher nicht die Ausschüttungsrendite, sondern die Gesamtrendite einschließlich der Kursentwicklung.
Schwankende Ausschüttungen
Es gibt keine garantierte monatliche Zahlung. Sinkt die Volatilität, können auch die vereinnahmten Optionsprämien zurückgehen. Das kann niedrigere Ausschüttungen zur Folge haben.
Emittenten- und Strukturierungsrisiko
IncomeShares-Produkte sind besicherte Schuldverschreibungen und kein Sondervermögen. Die Besicherung reduziert bestimmte Risiken, beseitigt sie aber nicht vollständig.
Währungsrisiko
Viele Strategien und Basiswerte werden in US-Dollar geführt. Auch wenn du einen ETP in Euro kaufst, kann seine Wertentwicklung weiterhin von Wechselkursen beeinflusst werden.
Liquiditäts- und Spreadrisiko
ETPs mit geringerem Handelsvolumen können größere Geld-Brief-Spannen aufweisen. Dadurch können Kauf und Verkauf teurer werden. Außerhalb der Haupthandelszeiten des Basiswertes können die Spreads zusätzlich steigen.
Vorzeitige Rückzahlung
Die Emissionsbedingungen können unter bestimmten Voraussetzungen eine vorzeitige Rückzahlung vorsehen. Dann endet die Anlage möglicherweise zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Das Basisinformationsblatt des NVIDIA Options ETP stuft das Produkt in Risikoklasse 6 von 7 ein und bezeichnet es ausdrücklich als komplexes Produkt, das schwer verständlich sein kann.
Welche Kosten fallen bei IncomeShares an?
Nach Angaben des Anbieters liegen die jährlichen laufenden Produktkosten bei vielen IncomeShares ETPs zwischen 0,35 und 0,55 Prozent.
Für die von mir gehaltenen NVIDIA- und Tesla-Produkte wird beispielsweise eine Expense Ratio von 0,55 Prozent angegeben. Beim Nasdaq 100 Options ETP liegt sie laut Produktseite bei 0,45 Prozent.
Neben den ausgewiesenen laufenden Kosten können weitere Belastungen entstehen:
- Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs,
- Ordergebühren des Brokers,
- mögliche Fremdwährungskosten,
- Kosten innerhalb der Optionsstrategie,
- steuerliche Abzüge auf Ausschüttungen.
Die laufenden Produktkosten werden normalerweise nicht separat vom Konto abgebucht. Sie verringern den Nettoinventarwert und damit langfristig die Gesamtrendite.
IncomeShares weist darauf hin, dass Gebühren den NAV belasten, auch wenn sie die ausgewiesene monatliche Ausschüttung nicht unmittelbar reduzieren.
Wie werden IncomeShares-Ausschüttungen versteuert?
Die konkrete steuerliche Behandlung kann vom jeweiligen Produkt, der rechtlichen Gestaltung, dem Broker und deiner persönlichen Situation abhängen.
Bei meinem Broker werden die Zahlungen als Kapitalerträge beziehungsweise Ausschüttungen erfasst und entsprechend besteuert. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeingültige Aussage für jedes IncomeShares-Produkt und jeden Anleger ableiten.
Besonders wichtig ist, dass du die Teilfreistellung eines klassischen Aktienfonds nicht automatisch auf einen ETP überträgst. Ein IncomeShares ETP ist rechtlich kein normaler Aktien-ETF.
Wenn größere Summen investiert werden oder Unklarheiten bei der Abrechnung bestehen, solltest du die Produktunterlagen und Steuerabrechnungen prüfen oder fachlichen Rat einholen.
Sind IncomeShares ETPs für Einsteiger geeignet?
Für einen vollständigen Börseneinsteiger halte ich die Produkte nur bedingt für geeignet.
Die sichtbare monatliche Ausschüttung ist leicht verständlich. Die Mechanik dahinter ist es nicht. Du musst einschätzen können, wie Put-Optionen, Covered Calls, Volatilität, NAV-Erosion und die Entwicklung des Basiswertes zusammenspielen.
Wer gerade erst mit dem Vermögensaufbau beginnt, findet in einem breit gestreuten ETF meistens eine einfachere und transparentere Grundlage. Mein Beitrag über Dividenden-ETFs für Einsteiger erklärt diese Alternative ausführlicher.
IncomeShares ETPs richten sich eher an Anleger, die:
- einen hohen laufenden Geldfluss bewusst priorisieren,
- die jeweilige Optionsstrategie verstehen,
- deutliche Kursverluste aushalten können,
- Ausschüttung und Gesamtrendite getrennt auswerten,
- ein solches Produkt nur als begrenzten Depotbaustein betrachten.
Auch dann bleibt das Verlustrisiko bestehen.
Worauf solltest du vor einem Kauf achten?
Bevor du einen IncomeShares ETP kaufst, solltest du nicht nur auf die angezeigte Ausschüttungsrendite schauen.
Prüfe mindestens folgende Punkte:
- Welcher Basiswert steckt hinter dem Produkt?
- Handelt es sich um Covered Calls, verkaufte Puts oder eine 0DTE-Strategie?
- Wie hat sich der Nettoinventarwert seit der Auflage entwickelt?
- Wie hoch war die Gesamtrendite einschließlich aller Ausschüttungen?
- Wie stark schwankten die monatlichen Zahlungen?
- Welche laufenden Kosten werden berechnet?
- Wie groß sind Handelsvolumen und Geld-Brief-Spanne?
- In welcher Währung wird die Strategie geführt?
- Welche Risiken nennt das aktuelle Basisinformationsblatt?
- Welchen Anteil würde das Produkt an deinem gesamten Depot ausmachen?
Vor allem die Entwicklung des NAV und der Gesamtrendite sollte denselben Stellenwert erhalten wie die Ausschüttungshöhe.
Mein persönliches Fazit zu IncomeShares
IncomeShares macht komplexe Optionsstrategien über börsengehandelte Produkte vergleichsweise leicht zugänglich. Die regelmäßigen Ausschüttungen sind real und können einen erheblichen laufenden Geldfluss erzeugen.
Das sehe ich auch in meinem eigenen Depot. Mehrere Produkte haben mir innerhalb kurzer Zeit hohe vierstellige Beträge ausgezahlt. Insgesamt wurden aus meinen bisherigen IncomeShares-Positionen mehr als 32.000 Euro brutto ausgeschüttet.
Gleichzeitig zeigen meine Depotdaten ebenso klar die andere Seite. Einige Kurse sind erheblich gefallen. Bei einzelnen Positionen konnten die hohen Ausschüttungen die negative Kursentwicklung nicht vollständig ausgleichen.
IncomeShares ist deshalb für mich kein Ersatz für einen breit gestreuten ETF-Kern. Die Produkte sind ein spezialisierter Income-Baustein mit deutlich höheren Risiken und einer komplexeren Renditestruktur.
Wer nur auf die monatliche Auszahlung schaut, sieht lediglich die angenehmste Hälfte der Rechnung. Erst Ausschüttungen, Kursveränderungen, Kosten, Steuern und realisierte Ergebnisse zusammen zeigen, ob sich ein IncomeShares-Produkt tatsächlich gelohnt hat.
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt meine persönlichen Erfahrungen und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.
Häufige Fragen zu IncomeShares
Was ist IncomeShares?
IncomeShares ist eine Produktmarke von Leverage Shares. Unter dieser Marke werden börsengehandelte ETPs angeboten, die mithilfe von Optionsstrategien regelmäßige Einnahmen erzeugen sollen.
Sind IncomeShares-Produkte ETFs?
Nein. Es handelt sich um Exchange Traded Products beziehungsweise besicherte Schuldverschreibungen. Die Produkte sind keine klassischen UCITS-ETFs und kein gewöhnliches Fonds-Sondervermögen.
Zahlen IncomeShares ETPs monatlich aus?
Viele Produkte sehen monatliche Ausschüttungen vor. Die Höhe ist jedoch nicht garantiert und kann sich von Monat zu Monat deutlich verändern.
Woher stammen die Ausschüttungen?
Die Zahlungen stammen überwiegend aus Optionsprämien, Erträgen auf Barmittel und gegebenenfalls weiteren Erträgen der gehaltenen Vermögenswerte. Es handelt sich nicht zwingend um klassische Unternehmensdividenden.
Was bedeutet die angezeigte Distribution Yield?
Die Distribution Yield ist eine annualisierte Ausschüttungsrendite auf Grundlage aktueller oder zurückliegender Zahlungen und des aktuellen Nettoinventarwertes. Sie ist keine garantierte Jahresrendite.
Was bedeutet 0DTE?
0DTE steht für „Zero Days to Expiration“. Dabei werden Optionen verwendet, die noch am selben Handelstag auslaufen. Solche Strategien können regelmäßig Prämien einnehmen, reagieren aber empfindlich auf starke kurzfristige Marktbewegungen.
Kann ich mit IncomeShares mein eingesetztes Kapital verlieren?
Ja. Die Produkte besitzen keine Kapitalgarantie. Abhängig von der Entwicklung des Basiswertes, der Optionsstrategie und weiteren Risiken kann ein erheblicher oder vollständiger Verlust entstehen.
Was ist NAV-Erosion?
NAV-Erosion bezeichnet einen längerfristigen Rückgang des Nettoinventarwertes. Sie kann entstehen, wenn Kursverluste, Ausschüttungen und Kosten höher sind als die erzielten Erträge und Wertsteigerungen.
Sind hohe Ausschüttungen automatisch eine hohe Rendite?
Nein. Ein ETP kann viel ausschütten und trotzdem insgesamt einen Verlust erzielen, wenn der Kurs beziehungsweise Nettoinventarwert entsprechend stark fällt.
Wie hoch sind die Kosten?
Viele IncomeShares-Produkte weisen laufende Kosten zwischen 0,35 und 0,55 Prozent pro Jahr aus. Zusätzlich können Ordergebühren, Spreads, Währungskosten und Steuern anfallen.
Sind IncomeShares ETPs sparplanfähig?
Das hängt vom jeweiligen Broker und Produkt ab. Einige Broker ermöglichen Sparpläne auf bestimmte ETPs, andere bieten ausschließlich Einzelkäufe an. Konditionen können sich ändern.
Sind IncomeShares für langfristigen Vermögensaufbau geeignet?
Das hängt vom konkreten Produkt, der Strategie und deinen Zielen ab. Aufgrund der komplexen Optionsstrategien, des Emittentenrisikos und möglicher NAV-Erosion sind sie nicht mit einem breit gestreuten Welt-ETF gleichzusetzen.
Quellen und weiterführende Informationen
Abrufstand der Onlinequellen: 20. Oktober 2026.
- IncomeShares – Produktübersicht und allgemeine Informationen Aim for Maximum Income
- IncomeShares NVIDIA Options ETP – Produktdaten, Struktur und Bestände IncomeShares ETPs
- IncomeShares Tesla Options ETP – Produktdaten, Struktur und Bestände IncomeShares ETPs
- IncomeShares Nasdaq 100 Options ETP incomeshares.com
- Basisinformationsblatt zum NVIDIA Options ETP incomeshares.com
- IncomeShares: Risiken von Options-ETPs IncomeShares
- IncomeShares: Funktionsweise der Ausschüttungsrendite incomeshares.com
- IncomeShares: Auswirkungen der Produktkosten IncomeShares
- Leverage Shares – Unternehmensübersicht leverageshares.com
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