GIROKONTO · SICHERHEIT · BETRUGSSCHUTZ

Wie sicher ist mein Girokonto? So schützt du dein Bankkonto vor Betrug

 
 

Phishing-Mails, gefälschte Bankanrufe und betrügerische Überweisungen können dein Girokonto gefährden. Erfahre, wie TAN-Verfahren, Zwei-Faktor-Authentifizierung und sichere Banking-Gewohnheiten funktionieren und welche Maßnahmen dein Geld besser schützen.

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Girokonto-Sicherheit – wie gut ist dein Geld vor Betrug geschützt?

Dein Girokonto gehört zu den wichtigsten Bestandteilen deiner täglichen Finanzen. Hier geht dein Gehalt ein, werden Rechnungen bezahlt und regelmäßige Ausgaben wie Miete, Strom und Versicherungen abgebucht. Gleichzeitig ermöglicht dir das Online-Banking, von nahezu überall auf dein Konto zuzugreifen. Dieser Komfort bringt jedoch auch Sicherheitsrisiken mit sich, die du kennen solltest.

Banken setzen zahlreiche technische Schutzmaßnahmen ein, um unberechtigte Zugriffe und betrügerische Zahlungen zu verhindern. Dazu gehören verschlüsselte Verbindungen, besondere Anmeldeverfahren, Transaktionskontrollen und die sogenannte starke Kundenauthentifizierung. Bei diesem Verfahren werden mindestens zwei voneinander unabhängige Sicherheitsmerkmale miteinander kombiniert, beispielsweise ein Passwort und ein registriertes Smartphone.

Trotzdem können Betrüger versuchen, an dein Geld zu gelangen. Häufig greifen sie dafür nicht die Banktechnik direkt an, sondern versuchen, dich zu täuschen. Gefälschte E-Mails, SMS oder Telefonanrufe sollen dich beispielsweise dazu bringen, deine Zugangsdaten preiszugeben, eine fremde Überweisung freizugeben oder angebliche Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen.

Besonders gefährlich sind Situationen, in denen künstlicher Zeitdruck aufgebaut wird. Du erhältst beispielsweise eine Nachricht, dein Bankkonto werde in wenigen Minuten gesperrt, wenn du deine Identität nicht bestätigst. Oder ein angeblicher Bankmitarbeiter erklärt dir telefonisch, dass du dein Geld dringend auf ein anderes Konto überweisen musst, um es vor einem Angriff zu schützen. Solche Aufforderungen solltest du grundsätzlich kritisch hinterfragen.

Ein wichtiger Bestandteil der Girokonto-Sicherheit ist deshalb nicht nur die verwendete Technik, sondern auch dein persönlicher Umgang mit Zugangsdaten, Bankkarten und Zahlungsfreigaben. Ein sicherer Banking-Zugang, aktuelle Geräte und die sorgfältige Kontrolle jeder Überweisung können viele typische Betrugsrisiken reduzieren. Vollständige Sicherheit können allerdings auch diese Maßnahmen nicht garantieren.

Wenn dennoch etwas passiert, sind schnelle Reaktionen entscheidend. Du solltest wissen, wie du deine Bank erreichst, wie du einen gefährdeten Online-Banking-Zugang sperren lässt und welche Rechte bei nicht autorisierten Zahlungen bestehen können. Dabei ist wichtig, zwischen einer Zahlung ohne deine wirksame Zustimmung und einer Überweisung zu unterscheiden, die du selbst aufgrund einer Täuschung freigegeben hast.

In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie sicher dein Girokonto ist, welche Schutzmechanismen Banken einsetzen und woran du verbreitete Betrugsmaschen erkennst. Außerdem erklären wir die wichtigsten TAN-Verfahren, zeigen praktische Maßnahmen für den Alltag und erläutern, was du bei einem verdächtigen Kontoumsatz, einem verlorenen Smartphone oder einem möglichen Kontobetrug tun solltest.

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Girokonto-Sicherheit – vier wichtige Schutzmaßnahmen

Ein sicheres Girokonto braucht mehr als ein gutes Passwort. Moderne Authentifizierungsverfahren, Aufmerksamkeit bei verdächtigen Nachrichten und regelmäßige Kontrollen helfen dir dabei, dein Bankkonto besser zu schützen.

01 · ZUGANGSSCHUTZ

Zugangsdaten schützen

Verwende ein individuelles, sicheres Banking-Passwort und gib deine Zugangsdaten niemals weiter. Nutze ausschließlich offizielle Bankwebsites und Apps. Halte Smartphone, Computer und Anwendungen durch Updates aktuell.

02 · ZAHLUNGSFREIGABE

TAN & Zwei-Faktor-Schutz

Die starke Kundenauthentifizierung kombiniert grundsätzlich mindestens zwei unabhängige Sicherheitsmerkmale. Verfahren wie PushTAN, photoTAN oder chipTAN helfen bei der Freigabe von Zahlungen. Prüfe immer Empfänger und Betrag.

03 · BETRUGSPRÄVENTION

Betrugsversuche erkennen

Sei vorsichtig bei Phishing-Mails, gefälschten SMS und angeblichen Bankanrufen. Kriminelle nutzen oft Zeitdruck und erfundene Sicherheitsprobleme. Öffne keine verdächtigen Links und bestätige niemals fremde Zahlungsaufträge.

04 · FRÜHERKENNUNG

Kontobewegungen prüfen

Kontrolliere regelmäßig Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen. Aktiviere bei Bedarf Umsatzbenachrichtigungen und überprüfe deine Überweisungslimits. Unbekannte Abbuchungen solltest du unverzüglich mit deiner Bank klären.

Achtung: Deine Bank verlangt keine Sicherheitsüberweisung

Wenn dich angebliche Bankmitarbeiter auffordern, Geld auf ein „Sicherheitskonto“ zu überweisen, eine unbekannte TAN-Freigabe zu bestätigen oder deine Zugangsdaten preiszugeben, solltest du den Kontakt sofort abbrechen. Nutze anschließend die offiziellen Kontaktwege deiner Bank, um den Vorgang unabhängig überprüfen zu lassen. Hast du bereits Daten weitergegeben oder eine verdächtige Zahlung ausgelöst, informiere unverzüglich deine Bank und lasse betroffene Zugänge oder Karten gegebenenfalls sperren.

Wie sicher ist mein Girokonto wirklich?

Ein Girokonto ist für die meisten Menschen das zentrale Konto im Alltag. Auf ihm gehen Gehalt, Rente oder andere Einnahmen ein. Gleichzeitig werden Miete, Versicherungen, Einkäufe und zahlreiche weitere Ausgaben darüber abgewickelt. Umso wichtiger ist es, dass dein Bankkonto vor unberechtigten Zugriffen und betrügerischen Zahlungen geschützt wird.

Grundsätzlich setzen Banken zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen ein, um ihre Konten und Zahlungssysteme zu schützen. Dazu gehören verschlüsselte Datenverbindungen, Zugangskontrollen, zusätzliche Bestätigungsverfahren und die Überwachung bestimmter auffälliger Zahlungsvorgänge. Allerdings bedeutet selbst ein technisch gut geschütztes Konto nicht, dass Betrugsversuche vollständig ausgeschlossen sind.

Besonders häufig setzen Kriminelle nicht bei den Computersystemen der Banken an, sondern bei den Menschen, die diese Systeme benutzen. Sie versenden gefälschte Nachrichten, imitieren Bankmitarbeiter oder täuschen gefährliche Situationen vor. Das Ziel besteht häufig darin, Zugangsdaten zu erhalten oder dich dazu zu bringen, eine Zahlung selbst zu bestätigen.

Deshalb setzt sich die Sicherheit deines Girokontos aus mehreren Faktoren zusammen: den technischen Schutzmaßnahmen deiner Bank, dem verwendeten Authentifizierungsverfahren und deinem eigenen Umgang mit persönlichen Daten und Zahlungsaufträgen. Die Grundlagen der digitalen Kontoverwaltung erklären wir in unserem Ratgeber Wie funktioniert Online-Banking?.

Wie schützt deine Bank den Zugang zum Girokonto?

Beim Online-Banking erfolgt die Kommunikation zwischen deinem Gerät und deiner Bank normalerweise über eine verschlüsselte Internetverbindung. Diese soll verhindern, dass andere Personen die übertragenen Informationen einfach mitlesen oder verändern können. Gleichzeitig verwenden Banken zusätzliche Verfahren, um die Identität des angemeldeten Nutzers zu überprüfen.

Für den Zugang benötigst du beispielsweise eine Benutzerkennung und ein persönliches Passwort oder eine Banking-PIN. In vielen Fällen reicht die Eingabe dieser Angaben jedoch nicht aus. Die Bank verlangt zusätzlich eine Bestätigung über ein registriertes Gerät oder ein anderes Sicherheitsverfahren.

Diese Kombination ist besonders wichtig, weil selbst sorgfältig geschützte Zugangsdaten unter bestimmten Umständen in fremde Hände gelangen können. Ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor erschwert dann den unberechtigten Zugriff. Je nach Art des Vorgangs und den gesetzlichen Ausnahmen kann die konkrete Authentifizierung unterschiedlich aussehen.

Warum ist ein sicheres Passwort so wichtig?

Ein Passwort dient dazu, deinen persönlichen Banking-Zugang gegen fremde Anmeldungen abzusichern. Verwende deshalb möglichst ein langes, individuelles Passwort, das du nicht gleichzeitig für andere Internetdienste nutzt. Wenn deine Bank lediglich eine numerische PIN erlaubt, solltest du keine einfach zu erratende Kombination wählen.

Besonders problematisch sind Passwörter, die auch für dein E-Mail-Konto oder andere wichtige Dienste verwendet werden. Sollte eines dieser Konten durch einen Datenverlust kompromittiert werden, könnten Kriminelle versuchen, dieselben Zugangsdaten auch bei deiner Bank einzusetzen.

Gib deine Banking-Zugangsdaten niemals an andere Personen weiter. Das gilt auch dann, wenn sich jemand telefonisch oder schriftlich als Bankmitarbeiter ausgibt. Für eine angebliche Sicherheitsprüfung solltest du keine Passwörter, PINs oder TANs offenlegen.

Welche Rolle spielen Geräte und Sicherheitsupdates?

Ein aktueller Computer oder ein unterstütztes Smartphone ist ein wichtiger Bestandteil der Kontosicherheit. Hersteller veröffentlichen regelmäßig Updates, mit denen bekannte Sicherheitslücken geschlossen werden. Veraltete Betriebssysteme und Anwendungen können dagegen zusätzliche Angriffsmöglichkeiten bieten.

Installiere deshalb Sicherheitsupdates für dein Betriebssystem, deinen Browser und deine Banking-App möglichst zeitnah. Lade Banking-Anwendungen ausschließlich über offizielle Bezugsquellen herunter und sei bei unbekannten Installationsdateien vorsichtig. Gerade betrügerische SMS versuchen manchmal, Nutzer zur Installation schädlicher Anwendungen zu bewegen.

Was bedeutet Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Girokonto?

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung soll verhindern, dass sich eine fremde Person allein mit einem gestohlenen Passwort Zugang zu einem geschützten Konto verschaffen kann. Hierfür werden zwei unterschiedliche Sicherheitsmerkmale kombiniert, die möglichst unabhängig voneinander funktionieren.

Beim Online-Banking ist insbesondere die starke Kundenauthentifizierung relevant. Sie beruht grundsätzlich auf mindestens zwei unabhängigen Elementen aus den Kategorien Wissen, Besitz und Inhärenz, also persönlichen körperlichen Merkmalen.

  • Wissen: Etwas, das nur du kennst, beispielsweise eine persönliche PIN oder ein Passwort.
  • Besitz: Etwas, über das du verfügst, beispielsweise ein registriertes Smartphone, eine Bankkarte oder ein geeigneter TAN-Generator.
  • Inhärenz: Ein persönliches biometrisches Merkmal, beispielsweise ein Fingerabdruck, sofern das konkrete Verfahren dieses als Authentifizierungsfaktor verwendet.

Die Kombination unterschiedlicher Faktoren verbessert den Schutz, weil ein Angreifer mehrere Sicherheitsbarrieren überwinden müsste. Ein einzelner gestohlener Zugangscode reicht deshalb bei ordnungsgemäßer Umsetzung normalerweise nicht aus.

Bei elektronischen Fernzahlungen gelten zudem besondere Anforderungen: Die Authentifizierung muss grundsätzlich dynamisch mit dem konkreten Zahlungsempfänger und dem Betrag verbunden sein. Das erschwert es, eine Freigabe unbemerkt für eine andere Überweisung zu verwenden.

Welche TAN-Verfahren schützen dein Girokonto?

TAN steht für Transaktionsnummer. Eine TAN oder eine vergleichbare digitale Freigabe dient dazu, bestimmte Bankvorgänge zu autorisieren. Banken setzen dabei unterschiedliche technische Lösungen ein, die sich sowohl bei der Bedienung als auch bei den benötigten Geräten unterscheiden.

PushTAN und App-Freigaben

Bei einem App-basierten Verfahren erhältst du eine Freigabeanfrage auf einem zuvor registrierten Smartphone. Je nach Bank wird dafür eine separate TAN-App oder eine entsprechende Funktion innerhalb der Banking-App verwendet.

Bevor du eine Überweisung bestätigst, solltest du den angezeigten Empfänger und den Betrag sorgfältig prüfen. Erst wenn beide Angaben zu dem von dir beabsichtigten Auftrag passen, darfst du die Zahlung freigeben.

Eine unerwartete Freigabeanfrage ist dagegen ein Warnsignal. Wenn du selbst keine Anmeldung oder Zahlung ausgelöst hast, solltest du die Bestätigung verweigern und gegebenenfalls deine Bank informieren.

photoTAN

Beim photoTAN-Verfahren wird ein spezieller grafischer Code mit einer geeigneten Anwendung oder einem separaten Gerät ausgewertet. Daraus werden die erforderlichen Sicherheitsinformationen für den jeweiligen Bankvorgang erzeugt beziehungsweise angezeigt.

Das Verfahren kann eine komfortable Möglichkeit sein, Zahlungen freizugeben. Entscheidend bleibt jedoch, dass du die angezeigten Transaktionsdaten kontrollierst. Auch ein technisch sicherer Freigabemechanismus schützt nicht davor, dass du selbst eine betrügerische Überweisung bestätigst.

chipTAN

Das chipTAN-Verfahren verwendet normalerweise eine geeignete Bankkarte und einen separaten TAN-Generator. Bei der Freigabe werden die relevanten Zahlungsdaten über das vorgesehene Verfahren verarbeitet und anschließend eine TAN erzeugt.

Ein Vorteil kann darin liegen, dass ein eigenständiges Gerät für die Freigabe verwendet wird. Welche Schutzwirkung und Bedienung das Verfahren tatsächlich bietet, hängt aber von der konkreten technischen Umsetzung ab.

Ist SMS-TAN noch zeitgemäß?

Bei einem SMS-basierten Verfahren wird ein Freigabecode per Textnachricht übertragen. Dieses Verfahren gilt im Vergleich zu geeigneten modernen App- oder Hardwarelösungen als weniger robust gegen bestimmte Angriffe auf Mobilfunknummern oder die Zustellung von Nachrichten.

Eine SMS ist außerdem nicht mit einer verdächtigen Nachricht zu verwechseln, die dich auffordert, einen Link anzuklicken oder eine Banking-Anwendung zu installieren. Solche Nachrichten können Teil eines Betrugsversuchs sein.

Welche TAN-Verfahren deine Bank anbietet, kannst du in den Sicherheitsinformationen deines Kontos nachlesen. Bei der Suche nach einem neuen Konto lohnt es sich, auch den angebotenen Funktionsumfang und die Sicherheitsverfahren zu berücksichtigen. Einen Einstieg bietet unser Girokonto-Vergleich.

Warum schützt die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht vor jedem Betrug?

Die starke Kundenauthentifizierung stellt sicher, dass bestimmte Sicherheitsmerkmale überprüft werden. Sie kann jedoch nicht in jedem Fall erkennen, ob du eine Zahlung freiwillig, unter einem Irrtum oder aufgrund einer gezielten Täuschung veranlasst.

Genau hier setzen viele moderne Betrugsmaschen an. Kriminelle versuchen beispielsweise, dich davon zu überzeugen, dass eine angebliche Sicherheitszahlung notwendig sei. Du meldest dich dann möglicherweise ganz normal in deiner echten Banking-App an und bestätigst eine Überweisung mit deinem üblichen TAN-Verfahren.

Der Zahlungsvorgang wird technisch korrekt freigegeben, obwohl du durch eine falsche Geschichte zu dieser Handlung bewegt wurdest. Deshalb reicht es nicht, ausschließlich auf die technische Sicherheit der Banking-App zu vertrauen.

Merke: Bestätige eine TAN oder eine App-Freigabe nur, wenn du den Vorgang selbst veranlasst hast und Empfänger sowie Betrag mit deiner beabsichtigten Zahlung übereinstimmen. Eine angebliche Sicherheitsmaßnahme, bei der du Geld auf ein fremdes Konto überweisen sollst, ist ein erhebliches Betrugswarnsignal.

Was ist Phishing und wie erkennst du gefälschte Banknachrichten?

Phishing gehört zu den verbreiteten Betrugsformen im digitalen Zahlungsverkehr. Dabei versuchen Kriminelle, über gefälschte Nachrichten oder Internetseiten an sensible Informationen zu gelangen. Besonders häufig werden Bankkunden dazu aufgefordert, ihre Zugangsdaten zu bestätigen oder angebliche Probleme mit dem Online-Banking zu beheben.

Eine typische Phishing-Mail sieht beispielsweise so aus, als stamme sie von deiner Bank. Sie enthält möglicherweise ein Logo, eine ähnliche Gestaltung wie offizielle Mitteilungen und einen Link zu einer vermeintlichen Anmeldeseite.

Die Nachricht behauptet, dass dein Konto gesperrt werde, deine Zugangsdaten ablaufen oder eine ungewöhnliche Überweisung festgestellt worden sei. Damit soll Zeitdruck entstehen. Wer auf den Link klickt, gelangt häufig zu einer gefälschten Website und gibt dort seine persönlichen Daten ein.

Woran kannst du eine Phishing-Mail erkennen?

Einige Phishing-Nachrichten enthalten auffällige Schreibfehler oder ungewöhnliche Formulierungen. Darauf allein solltest du dich jedoch nicht verlassen. Viele betrügerische Nachrichten sind inzwischen sprachlich überzeugend und optisch professionell gestaltet.

Wichtige Warnsignale sind stattdessen unerwartete Aufforderungen zur Eingabe von Passwörtern, angeblich dringende Kontosperren, verdächtige Internetadressen und Nachrichten, die dich zur Freigabe einer nicht selbst veranlassten Zahlung auffordern.

Wenn du unsicher bist, öffne dein Online-Banking unabhängig von der erhaltenen Nachricht. Verwende dafür die bekannte Bankadresse oder die offizielle Banking-App. Im Zweifel solltest du deine Bank über einen selbst recherchierten offiziellen Kontaktweg ansprechen.

Was ist Smishing? Betrug durch gefälschte SMS

Smishing bezeichnet Phishing-Versuche, die über SMS oder ähnliche Kurznachrichten erfolgen. Der Begriff setzt sich aus SMS und Phishing zusammen. Ziel ist es, dich über eine scheinbar vertrauenswürdige Nachricht zur Preisgabe von Zugangsdaten oder zu anderen gefährlichen Handlungen zu bewegen.

Beispielsweise erhältst du eine Nachricht, dass deine Banking-App aus Sicherheitsgründen aktualisiert werden müsse. Über einen beigefügten Link sollst du eine angeblich neue App herunterladen. Tatsächlich kann sich dahinter eine gefälschte Internetseite oder eine schädliche Anwendung verbergen.

Auch angebliche fehlgeschlagene Überweisungen oder ungewöhnliche Kontobewegungen werden als Vorwand genutzt. Die Nachricht kann so gestaltet sein, dass sie im selben Nachrichtenverlauf wie frühere echte Mitteilungen erscheint. Das macht sie nicht automatisch vertrauenswürdig.

Klicke deshalb bei unerwarteten Bank-SMS nicht auf enthaltene Links und installiere keine dort angebotenen Anwendungen. Wenn eine tatsächliche Sicherheitsmeldung vorliegt, solltest du die Informationen in deinem offiziellen Banking-Zugang überprüfen.

Was ist Vishing? Gefälschte Bankanrufe erkennen

Vishing ist eine Betrugsform, bei der Kriminelle versuchen, Menschen telefonisch zu täuschen. Die Täter geben sich beispielsweise als Mitarbeiter der Bank, der Sicherheitsabteilung oder eines technischen Kundendienstes aus.

Besonders gefährlich ist das sogenannte Call-ID-Spoofing. Dabei kann die übermittelte Rufnummer manipuliert werden, sodass auf deinem Telefon scheinbar die Nummer deiner Bank angezeigt wird. Eine bekannte Rufnummer ist deshalb kein zuverlässiger Beweis für die Identität des Anrufers.

Häufig wird behauptet, dass Betrüger bereits auf dein Girokonto zugreifen würden und eine sofortige Schutzmaßnahme erforderlich sei. Anschließend sollst du beispielsweise eine Überweisung bestätigen, Zugangsdaten nennen oder eine Fernwartungssoftware installieren.

In solchen Situationen solltest du das Gespräch beenden und selbst über die offizielle Telefonnummer deiner Bank Kontakt aufnehmen. Eine seriöse Überprüfung deiner Kontosicherheit erfordert keine Überweisung auf ein angebliches Sicherheitskonto.

Wie funktionieren gefälschte Bankwebsites?

Gefälschte Bankwebsites ahmen das Aussehen echter Online-Banking-Portale nach. Sie verwenden ähnliche Farben, Logos und Anmeldeformulare, damit Nutzer ihre Zugangsdaten auf der falschen Seite eingeben.

Die Internetadresse unterscheidet sich dabei häufig von der tatsächlichen Adresse der Bank. Manchmal wird lediglich ein zusätzlicher Begriff oder ein leicht abgewandelter Domainname verwendet. Bei flüchtiger Betrachtung kann das täuschend echt wirken.

Ein Schloss-Symbol im Browser bedeutet lediglich, dass eine verschlüsselte Verbindung zu der angezeigten Website besteht. Es beweist nicht, dass diese Website tatsächlich deiner Bank gehört. Auch betrügerische Seiten können gültige TLS-Zertifikate verwenden.

Am sichersten ist es, die offizielle Internetadresse selbst aufzurufen oder ein zuvor geprüftes Lesezeichen zu verwenden. Banking-Apps solltest du ausschließlich aus vertrauenswürdigen offiziellen Quellen installieren.

Was sind manipulierte Überweisungen und gefälschte Rechnungen?

Eine weitere Betrugsmasche besteht darin, echte Zahlungsinformationen zu verändern. Beispielsweise kann ein Unternehmen eine Rechnung per E-Mail verschicken. Gelingt es Kriminellen, die Nachricht oder den Rechnungsanhang auszutauschen, kann auf der manipulierten Rechnung eine fremde IBAN stehen.

Du glaubst dann möglicherweise, eine gewöhnliche Rechnung zu bezahlen, überweist das Geld aber tatsächlich an ein Konto der Betrüger. Besonders problematisch sind solche Fälle, wenn sich der gefälschte Zahlungsauftrag äußerlich kaum vom Original unterscheidet.

Wenn du eine Rechnung mit einer neuen oder überraschend geänderten Bankverbindung erhältst, solltest du die Kontodaten unabhängig überprüfen. Nutze dafür beispielsweise eine bereits bekannte Telefonnummer des Unternehmens und nicht ausschließlich die Kontaktinformationen aus der verdächtigen Nachricht.

Wie hilft die Empfängerüberprüfung bei Überweisungen?

Seit Oktober 2025 müssen die entsprechenden Banken im Euroraum vor der Freigabe von SEPA-Überweisungen und SEPA-Echtzeitüberweisungen prüfen, ob der angegebene Empfängername zur verwendeten IBAN passt. Dieses Verfahren wird auch als Empfängerüberprüfung oder Verification of Payee bezeichnet.

Wird eine Abweichung festgestellt, erhältst du einen entsprechenden Hinweis. Du kannst die Kontodaten daraufhin kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Bei bestimmten Abweichungen ist es weiterhin möglich, die Überweisung trotz Warnung zu autorisieren. Du solltest deshalb immer sorgfältig prüfen, ob das Risiko vertretbar ist.

Die Empfängerüberprüfung bietet einen wichtigen zusätzlichen Schutz, kann aber nicht jede betrügerische Zahlung verhindern. Wenn ein Täter dich dazu bringt, Geld bewusst an ein tatsächlich auf seinen Namen geführtes Konto zu senden, kann der Namensabgleich korrekt ausfallen.

Mehr darüber, wie Zahlungsaufträge verarbeitet werden und welche Unterschiede zwischen Standard- und Echtzeitüberweisungen bestehen, erfährst du in unserem Ratgeber Wie funktionieren Überweisungen?.

Praxisbeispiel: Der angebliche Sicherheitsanruf deiner Bank

Wie schnell aus einer vermeintlichen Sicherheitsmaßnahme ein Betrugsversuch werden kann, zeigt das folgende fiktive Beispiel.

Ein angeblicher Bankmitarbeiter fordert eine Überweisung

Du erhältst einen Anruf von einer Person, die behauptet, in der Sicherheitsabteilung deiner Bank zu arbeiten. Auf deinem Telefon wird sogar eine Rufnummer angezeigt, die scheinbar zu deiner Bank gehört.

Der Anrufer erklärt, dass eine verdächtige Überweisung über 3.500 Euro auf deinem Girokonto festgestellt worden sei. Damit dein Geld nicht verloren gehe, müsstest du den Betrag sofort auf ein angeblich geschütztes Ersatzkonto übertragen.

Zusätzlich wirst du aufgefordert, deine Banking-App zu öffnen und eine vorbereitete Überweisung zu bestätigen. Der Täter behauptet, dies sei notwendig, um den Angriff zu stoppen.

Die richtige Reaktion: Du führst keine Überweisung aus und bestätigst keine unbekannte Zahlungsfreigabe. Stattdessen beendest du das Gespräch und kontaktierst deine Bank selbst über einen unabhängig bekannten offiziellen Kontaktweg.

Hast du bereits Zugangsdaten weitergegeben oder eine Zahlung ausgelöst, informierst du unverzüglich die Bank, damit diese erforderliche Sperrmaßnahmen und mögliche Rückrufversuche prüfen kann.

Wie kannst du dein Girokonto im Alltag besser schützen?

Ein zuverlässiger Schutz beginnt mit einigen festen Sicherheitsgewohnheiten. Dabei musst du nicht jeden technischen Ablauf im Detail verstehen. Entscheidend ist, dass du bekannte Risiken vermeidest und ungewöhnliche Vorgänge ernst nimmst.

  • Verwende individuelle Zugangsdaten: Nutze dein Banking-Passwort oder deine PIN nicht gleichzeitig für andere Dienste.
  • Halte deine Geräte aktuell: Installiere Sicherheitsupdates für Betriebssystem, Browser und Banking-Apps.
  • Prüfe jede Zahlungsfreigabe: Bestätige nur Aufträge, die du selbst veranlasst hast und deren Daten korrekt angezeigt werden.
  • Vermeide verdächtige Links: Öffne Bankwebsites über offizielle und selbst aufgerufene Zugangswege.
  • Nutze sichere Gerätesperren: Schütze Smartphones und Computer gegen unberechtigten Zugriff.
  • Kontrolliere deine Kontoumsätze: Achte auf unbekannte Abbuchungen und unerwartete Zahlungsempfänger.
  • Prüfe dein Überweisungslimit: Ein angemessenes Limit kann mögliche Schäden begrenzen.
  • Halte Sperrkontakte bereit: Informiere dich bereits vor einem Notfall über die offiziellen Kontaktwege deiner Bank.

Viele Banken ermöglichen es, Push-Benachrichtigungen für neue Kontobewegungen zu aktivieren. Damit kannst du ungewöhnliche Buchungen möglicherweise schneller bemerken. Solche Benachrichtigungen ersetzen jedoch nicht die regelmäßige Kontrolle deiner tatsächlichen Kontoauszüge.

Was solltest du tun, wenn dein Girokonto gehackt wurde?

Wenn du den Verdacht hast, dass fremde Personen Zugriff auf dein Online-Banking erhalten haben, solltest du möglichst schnell handeln. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits unbekannte Zahlungen sichtbar sind, verdächtige Freigabeanfragen erscheinen oder du Zugangsdaten auf einer gefälschten Website eingegeben hast.

Im ersten Schritt solltest du deine Bank unverzüglich über einen offiziellen Kontaktweg informieren. Erkläre möglichst genau, welche Vorgänge du beobachtet hast, welche Daten möglicherweise betroffen sind und ob du selbst Zahlungen bestätigt hast.

Die Bank kann prüfen, ob der Zugang gesperrt, ein registriertes Freigabegerät deaktiviert oder weitere Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Wenn bereits Geld überwiesen wurde, solltest du auch um eine Prüfung möglicher Rückrufmaßnahmen bitten.

Sechs wichtige Schritte bei Verdacht auf Kontobetrug

01

Kontakt abbrechen

Beende verdächtige Telefonate und Nachrichtenkontakte. Bestätige keine weiteren Zahlungsaufträge und gib keine zusätzlichen Daten preis.

02

Bank informieren

Kontaktiere deine Bank unverzüglich über die offiziellen Sperr- und Servicenummern. Melde alle verdächtigen Vorgänge.

03

Zugänge absichern

Lass gefährdete Banking-Zugänge oder Freigabegeräte sperren. Ändere betroffene Passwörter über ein vertrauenswürdiges Gerät.

04

Zahlungen prüfen

Kontrolliere Kontoumsätze und melde nicht autorisierte Zahlungen ausdrücklich. Bitte bei bereits ausgeführten Überweisungen um Prüfung eines Rückrufs.

05

Beweise sichern

Bewahre verdächtige Nachrichten, Rufnummern, Zahlungsdetails, Zeitpunkte und vorhandene Bildschirmaufnahmen für die weitere Klärung auf.

06

Anzeige erstatten

Bei einem Betrugsverdacht solltest du Strafanzeige bei der Polizei erstatten und den Vorgang gegebenenfalls der zuständigen Verbraucherberatung schildern.

Wie lässt du dein Online-Banking sperren?

Wenn dein Online-Banking-Zugang kompromittiert sein könnte, ist eine schnelle Sperrung oft sinnvoll. Dafür bieten Banken unterschiedliche Kontaktwege an. Teilweise lässt sich der Zugang selbst sperren, in anderen Fällen ist ein Anruf beim Kundenservice oder bei einer speziellen Sperrhotline erforderlich.

Bei bestimmten Banken und Kartenprodukten kann zudem der zentrale Sperr-Notruf 116 116 genutzt werden. Welche Zugänge und Karten dort tatsächlich gesperrt werden können, hängt von der Teilnahme des jeweiligen Anbieters und den unterstützten Leistungen ab.

Halte die notwendigen Sperrinformationen möglichst außerhalb deines Smartphones bereit. Wenn das Gerät verloren geht oder gestohlen wird, hast du dadurch trotzdem die Möglichkeit, schnell zu reagieren.

Was passiert, wenn du deine Bankkarte verlierst?

Ein verlorenes Portemonnaie oder eine gestohlene Bankkarte kann ebenfalls ein Sicherheitsrisiko darstellen. Bei einem tatsächlichen Verlust solltest du die betroffene Karte unverzüglich über die vorgesehenen Sperrwege sperren lassen.

Manche Banking-Apps bieten dafür eine direkte Funktion an. Beachte jedoch, dass das vorübergehende Deaktivieren einzelner Karteneigenschaften nicht automatisch einer umfassenden Sperre wegen Verlusts oder Diebstahls entspricht.

Prüfe anschließend deine Kartenumsätze und melde unbekannte Zahlungen der Bank. Welche weiteren Schritte notwendig sind, hängt vom Kartentyp und von den Umständen ab.

Die unterschiedlichen Funktionen und Einsatzbereiche von Bankkarten erklären wir in unserem Ratgeber Debitkarte oder Kreditkarte?.

Wer haftet, wenn Geld vom Girokonto gestohlen wird?

Eine der wichtigsten Fragen beim Kontobetrug lautet, wer den entstandenen finanziellen Schaden tragen muss. Die Antwort hängt vor allem davon ab, ob der betreffende Zahlungsvorgang autorisiert wurde und ob gegebenenfalls gesetzliche Haftungstatbestände vorliegen.

Bei einem nicht autorisierten Zahlungsvorgang sieht § 675u BGB grundsätzlich vor, dass die Bank den Betrag unverzüglich erstatten und das belastete Konto wieder auf den entsprechenden Stand bringen muss. Das Gesetz enthält außerdem konkrete Vorgaben zur Erstattungsfrist und eine besondere Regelung für begründete und gegenüber einer zuständigen Behörde gemeldete Betrugsverdachtsfälle.

Allerdings kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Eigenhaftung des Kunden bestehen. Deshalb ist es wichtig, einen Betrugsfall nicht vorschnell danach zu beurteilen, ob eine TAN verwendet oder eine technische Authentifizierung erfolgreich durchgeführt wurde.

Was bedeutet die Haftungsgrenze von 50 Euro?

§ 675v BGB sieht bei bestimmten nicht autorisierten Zahlungen infolge des Verlusts, Diebstahls oder Missbrauchs eines Zahlungsinstruments grundsätzlich eine mögliche Eigenhaftung von bis zu 50 Euro vor. Diese Grenze gilt jedoch nicht pauschal für jeden Betrugsfall und nicht unter allen Umständen.

Das Gesetz enthält sowohl Ausnahmen, in denen eine solche Haftung entfällt, als auch Fälle, in denen eine weitergehende Haftung möglich ist. Besonders relevant ist, ob gesetzliche und vertragliche Sorgfaltspflichten vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt wurden.

Was bedeutet grobe Fahrlässigkeit beim Online-Banking?

Grobe Fahrlässigkeit kann vorliegen, wenn besonders grundlegende und naheliegende Sicherheitsregeln in schwerwiegender Weise missachtet werden. Ob eine Handlung tatsächlich grob fahrlässig war, lässt sich allerdings nicht allein aus dem Auftreten eines Betrugsfalls ableiten.

Entscheidend sind die Umstände des Einzelfalls. Dazu können beispielsweise die konkrete Täuschung, die angezeigten Sicherheitsinformationen, das verwendete Authentifizierungsverfahren und das Verhalten aller Beteiligten gehören.

Nach § 675w BGB genügt der bloße Nachweis, dass ein Zahlungsinstrument verwendet und eine Authentifizierung durchgeführt wurde, nicht zwangsläufig als Beweis dafür, dass der Kontoinhaber die Zahlung autorisiert oder grob fahrlässig gehandelt hat. Die Bank muss gegebenenfalls weitere unterstützende Beweismittel vorlegen.

Was ist bei einer selbst freigegebenen betrügerischen Überweisung?

Komplizierter sind Fälle, in denen Betrüger dich durch Täuschung dazu bringen, eine Überweisung selbst zu veranlassen und freizugeben. Dabei muss sorgfältig geprüft werden, ob im rechtlichen Sinne eine wirksame Autorisierung des konkreten Zahlungsvorgangs vorliegt und welche weiteren Ansprüche möglicherweise bestehen.

Eine technisch erfolgreich bestätigte Zahlung bedeutet nicht in jedem Fall automatisch, dass sämtliche rechtlichen Fragen geklärt sind. Umgekehrt besteht bei jeder durch Täuschung veranlassten Überweisung auch nicht automatisch ein Erstattungsanspruch gegen die Bank.

Wenn die Bank eine Erstattung ablehnt oder dir grobe Fahrlässigkeit vorwirft, solltest du den Sachverhalt dokumentieren und gegebenenfalls eine Verbraucherberatungsstelle oder rechtliche Unterstützung einschalten.

Rechtlicher Hinweis: Erstattungsansprüche und Haftung lassen sich nicht allein anhand der Frage beurteilen, ob eine TAN eingegeben wurde. Maßgeblich sind unter anderem die Autorisierung des Zahlungsvorgangs, das konkrete Betrugsgeschehen, die gesetzlichen Sorgfaltspflichten und die Nachweisregeln. Bei größeren Schäden kann eine individuelle rechtliche Prüfung sinnvoll sein.

Wie kannst du nicht autorisierte Zahlungen reklamieren?

Wenn du eine Überweisung oder Kartenabbuchung entdeckst, die du nicht autorisiert hast, solltest du die Bank unverzüglich informieren und ausdrücklich erklären, dass du den Zahlungsvorgang bestreitest. Dokumentiere dabei den Betrag, das Buchungsdatum und die relevanten Buchungsinformationen.

Fordere gegebenenfalls schriftlich die Erstattung der nicht autorisierten Zahlung und die Berichtigung des Kontos. Bewahre deine Meldung und sämtliche Antworten der Bank auf, damit du den weiteren Verlauf nachvollziehen kannst.

Wenn die Bank den Anspruch zurückweist, solltest du die Begründung sorgfältig prüfen. Je nach Fall kommen eine Beschwerde, ein Schlichtungsverfahren oder rechtliche Schritte infrage.

Eine SEPA-Basislastschrift ist dabei gesondert zu betrachten. Für autorisierte Basislastschriften besteht grundsätzlich ein achtwöchiges Erstattungsrecht ohne Angabe von Gründen. Näheres dazu findest du in unserem Ratgeber Lastschrift oder Dauerauftrag?.

Wie kannst du dich vor neuen Betrugsmaschen schützen?

Betrugsmaschen verändern sich ständig. Kriminelle verwenden inzwischen nicht nur einfache gefälschte E-Mails, sondern auch professionell gestaltete Websites, manipulierte Telefonnummern und täuschend echte Nachrichten. Teilweise werden persönliche Informationen genutzt, um den Anschein eines glaubwürdigen Bankkontakts zu verstärken.

Umso wichtiger ist eine grundlegende Sicherheitsregel: Entscheide bei unerwarteten Zahlungsaufforderungen nicht unter Zeitdruck. Prüfe den Sachverhalt über einen unabhängigen Kontaktweg und hinterfrage insbesondere die angebliche Notwendigkeit einer sofortigen Überweisung.

Auch technische Hilfsmittel können dabei unterstützen. Aktuelle Banking-Apps, Umsatzbenachrichtigungen und angemessene Überweisungslimits können auffällige Vorgänge schneller sichtbar machen oder mögliche Schäden begrenzen.

Ein vollständiger Schutz entsteht dadurch jedoch nicht. Die zuverlässigste Strategie besteht darin, technische Sicherheitsmaßnahmen und bewusstes Verhalten miteinander zu kombinieren.

Fazit: So schützt du dein Girokonto wirksam vor Betrug

Ein modernes Girokonto verfügt über zahlreiche technische Schutzmechanismen. Verschlüsselte Verbindungen, starke Kundenauthentifizierung, TAN-Verfahren und weitere Sicherheitskontrollen erschweren unberechtigte Kontozugriffe und betrügerische Zahlungen.

Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Betrugsversuche vor allem auf psychologischer Täuschung beruhen. Gefälschte Bankanrufe, Phishing-Mails, Smishing-Nachrichten und manipulierte Zahlungsinformationen sollen dich dazu bringen, selbst gegen deine finanziellen Interessen zu handeln.

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist deshalb, bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen aufmerksam zu bleiben und niemals eine unbekannte Freigabe zu bestätigen. Verwende individuelle Zugangsdaten, halte deine Geräte aktuell und kontrolliere regelmäßig deine Konto- und Kartenumsätze.

Wenn du einen Betrug vermutest, solltest du unverzüglich Kontakt mit deiner Bank aufnehmen und betroffene Zugänge oder Karten sperren lassen. Bei nicht autorisierten Zahlungen können gesetzliche Erstattungsansprüche bestehen. Die konkrete Haftung hängt jedoch von den Umständen ab und sollte bei Streitfällen sorgfältig geprüft werden.

Weitere Grundlagen zum sicheren Umgang mit deinem Bankkonto findest du in unserem Girokonto-Leitfaden. Dort erklären wir unter anderem die Kontoverwaltung, Überweisungen, Bankkarten und den digitalen Zahlungsverkehr Schritt für Schritt.

Quellen und weiterführende Informationen

Für die Informationen zu Kontosicherheit, starker Kundenauthentifizierung, Phishing, Empfängerüberprüfung und gesetzlichen Haftungsregeln wurden insbesondere folgende offizielle und verbraucherorientierte Quellen berücksichtigt:

GIROKONTO · TAN · AUTHENTIFIZIERUNG

TAN-Verfahren im Vergleich: Welche Unterschiede gibt es?

PushTAN, photoTAN, chipTAN oder SMS-TAN: Die Verfahren unterscheiden sich darin, wie du Zahlungen freigibst, welche Geräte du benötigst und welche Sicherheitsrisiken bestehen. Hier findest du die wichtigsten Eigenschaften im direkten Vergleich.

Eigenschaft PushTAN Freigabe per App photoTAN Grafikcode scannen chipTAN Karte und Generator SMS-TAN Code per Mobilfunk
Funktionsweise Eine registrierte App zeigt den Vorgang an. Du prüfst die Daten und bestätigst die Freigabe. Ein grafischer Code wird per App oder Lesegerät ausgewertet. Daraus ergibt sich die TAN beziehungsweise Freigabe. Ein TAN-Generator verarbeitet die Auftragsdaten mithilfe einer geeigneten Bankkarte. Die Bank sendet einen Freigabecode per SMS, der beim Banking eingegeben wird.
Benötigte Geräte Kompatibles Smartphone oder Tablet Smartphone mit App oder spezielles photoTAN-Lesegerät TAN-Generator und kompatible Bankkarte Mobiltelefon mit aktiver Rufnummer und SMS-Empfang
Internet für Freigabe nötig? In der Regel ja, für die Kommunikation mit der Freigabe-App. Bei lokaler Codeerzeugung nicht zwingend für das Lesegerät; Banking benötigt eine Verbindung. TAN-Erzeugung normalerweise offline Mobilfunkempfang für den SMS-Empfang; kein mobiles Internet dafür erforderlich.
Bedienkomfort Häufig sehr komfortabel durch direkte Bestätigung in der App. Grafikcode scannen; je nach Variante zusätzliche TAN-Eingabe erforderlich. Karte einstecken, Daten übernehmen und erzeugte TAN übertragen. Code aus SMS ablesen und in der Banking-Oberfläche eingeben.
Trennung vom Banking-Gerät Möglich, wenn Banking und Freigabe auf getrennten Geräten erfolgen; sonst gemeinsame Plattform. Besonders deutlich mit separatem Lesegerät Physisch getrennte TAN-Erzeugung Getrennt, wenn Banking am Computer und SMS am Mobiltelefon erfolgt.
Wichtige Vorteile Schnelle Freigabe, kein separates TAN-Gerät erforderlich, gute mobile Nutzbarkeit. Transaktionsbezogene Freigabe; mit Lesegerät zusätzliche Geräteunabhängigkeit. Kein Smartphone notwendig; separate Hardware zur TAN-Erzeugung. Einfache Bedienung; keine spezielle Smartphone-App erforderlich.
Einschränkungen Abhängigkeit von einem unterstützten, funktionsfähigen und registrierten Gerät. Scannen notwendig; eventuell separates kostenpflichtiges Lesegerät. Zusätzliche Hardware und passende Bankkarte müssen verfügbar sein. Abhängigkeit von Mobilfunknummer und SMS-Zustellung; von vielen Banken abgelöst.
Typische Sicherheitsrisiken Kompromittiertes Smartphone, manipulierte Apps oder durch Täuschung bestätigte Anfragen. Kompromittierte Scan-App, Manipulation des Ausgangsgeräts oder unaufmerksame Freigabe. Manipulierte Auftragsdaten oder Täuschung über den tatsächlich zu bestätigenden Vorgang. SIM-Swapping, SMS-Umleitung, Schadsoftware und abgefangene Codes
Sicherheitseinordnung Bei guter technischer Umsetzung und geschütztem Gerät eine geeignete Lösung. Mit separatem Lesegerät besonders klare Trennung der Freigabe. Durch separate Hardware und Bankkarte gute technische Trennung. Gegenüber geeigneten modernen Alternativen weniger empfehlenswert
Mögliche Kosten App häufig ohne gesondertes Entgelt; abhängig von der Bank. App häufig inklusive; separates Lesegerät eventuell kostenpflichtig. Kauf oder Bereitstellung eines TAN-Generators kann Kosten verursachen. Bei einzelnen Banken Gebühren pro SMS möglich.
Ohne Smartphone nutzbar? Normalerweise nein; kompatible App erforderlich. Ja, mit geeignetem separatem Lesegerät Ja, mit Karte und TAN-Generator Ja, mit geeignetem Mobiltelefon für SMS.
Besonders passend für Nutzer, die regelmäßig Banking am Smartphone durchführen. Nutzer, die eine App oder ein separates Lesegerät bevorzugen. Nutzer, die ohne Smartphone freigeben oder separate Hardware verwenden möchten. Nur wenn die Bank das Verfahren noch unterstützt und keine geeignetere Alternative genutzt werden kann.

Welches TAN-Verfahren solltest du wählen?

Es gibt kein TAN-Verfahren, das jeden Betrugsversuch vollständig verhindert. PushTAN bietet häufig besonders hohen Bedienkomfort, während chipTAN und photoTAN mit separatem Lesegerät eine deutliche Trennung zwischen Banking-Gerät und Freigabe ermöglichen.

SMS-TAN ist insbesondere wegen möglicher Angriffe auf Mobilfunknummern und die Nachrichtenübertragung weniger empfehlenswert. Welche Verfahren verfügbar sind, hängt jedoch von deiner Bank ab.

Unabhängig vom Verfahren gilt: Kontrolliere bei jeder Freigabe den angegebenen Betrag und den Zahlungsempfänger. Bestätige keine unbekannten Aufträge und gib TANs niemals telefonisch oder über verdächtige Nachrichten weiter. Weitere Grundlagen findest du in unserem Ratgeber Wie funktioniert Online-Banking?.

GIROKONTO · BETRUGSMASCHEN · PRAXIS

Girokonto-Betrug erkennen – vier Beispiele aus dem Alltag

Betrüger versuchen auf unterschiedlichen Wegen, an Zugangsdaten oder Geld zu gelangen. Diese vier typischen Situationen zeigen, welche Warnsignale wichtig sind und wie du richtig reagierst.

01 · SMISHING

Eine gefälschte Bank-SMS

Du erhältst eine SMS, die angeblich von deiner Bank stammt. In der Nachricht steht, dass eine verdächtige Zahlung festgestellt wurde und dein Konto in Kürze gesperrt werde.

Über einen Link sollst du deine Identität bestätigen. Die verlinkte Internetseite sieht möglicherweise genauso aus wie das echte Online-Banking deiner Bank. Tatsächlich versuchen Betrüger, deine Zugangsdaten abzugreifen.

Typische Warnsignale
  • Unerwartete Nachricht mit angeblich dringendem Sicherheitsproblem.
  • Link zu einer Anmeldeseite oder Aufforderung zur Installation einer App.
  • Drohung mit sofortiger Kontosperre oder hohem Geldverlust.
So reagierst du richtig
  1. Öffne keinen Link und installiere keine dort angebotene App.
  2. Kontrolliere mögliche Kontobewegungen ausschließlich über den offiziellen Banking-Zugang.
  3. Kontaktiere bei Zweifeln deine Bank über eine unabhängig bekannte Telefonnummer.
  4. Hast du Zugangsdaten eingegeben, informiere sofort die Bank und lasse den Zugang gegebenenfalls sperren.
Wichtigster Schutz
Keine Anmeldung über SMS-Links

Auch eine SMS, die scheinbar von deiner Bank stammt oder in einem bekannten Nachrichtenverlauf erscheint, kann gefälscht sein. Verwende ausschließlich die offizielle Banking-App oder eine selbst aufgerufene Bankwebsite.

02 · VISHING

Ein angeblicher Sicherheitsanruf

Dein Telefon klingelt. Der Anrufer behauptet, zur Sicherheitsabteilung deiner Bank zu gehören. Auf dem Display erscheint möglicherweise sogar die bekannte Rufnummer des Kreditinstituts.

Angeblich wurden verdächtige Überweisungen entdeckt. Um dein Geld zu schützen, sollst du eine TAN-Freigabe bestätigen oder einen Betrag auf ein sogenanntes Sicherheitskonto überweisen.

Typische Warnsignale
  • Der Anrufer baut massiven Zeitdruck auf.
  • Er verlangt TANs, PINs oder eine unbekannte App-Freigabe.
  • Du sollst Geld auf ein angebliches Sicherheits- oder Treuhandkonto senden.
  • Der Anrufer möchte möglicherweise Fernzugriff auf dein Gerät.
So reagierst du richtig
  1. Beende das Gespräch, ohne Zugangsdaten weiterzugeben oder Zahlungen freizugeben.
  2. Verwende nicht einfach die Rückruftaste, sondern wähle eine unabhängig bekannte Banknummer.
  3. Lass den behaupteten Sicherheitsvorfall direkt von deiner Bank überprüfen.
  4. Hast du bereits eine Zahlung bestätigt, melde den Vorfall sofort und bitte um Prüfung eines Rückrufs.
Wichtigster Schutz
Keine Sicherheitsüberweisungen ausführen

Deine Bank fordert dich nicht dazu auf, dein Geld durch eine Überweisung auf ein fremdes Konto in Sicherheit zu bringen. Auch die angezeigte Telefonnummer ist kein zuverlässiger Identitätsnachweis.

03 · RECHNUNGSBETRUG

Eine manipulierte Rechnung bezahlen

Du erhältst eine Rechnung über 1.250 Euro für eine bereits erbrachte Dienstleistung. Das Unternehmen ist dir bekannt und die Rechnung wirkt auf den ersten Blick völlig normal.

Allerdings haben Betrüger möglicherweise die Bankverbindung in der Rechnung verändert. Wenn du die neue IBAN ungeprüft übernimmst, könnte das Geld auf dem Konto eines Kriminellen landen.

Typische Warnsignale
  • Die Bankverbindung weicht plötzlich von früheren Rechnungen ab.
  • Eine angebliche Kontoumstellung wird nur per E-Mail angekündigt.
  • Es besteht ungewöhnlicher Druck zur sofortigen Zahlung.
  • Der angezeigte Empfänger passt nicht zu den bekannten Firmendaten.
So reagierst du richtig
  1. Vergleiche die IBAN mit früheren, zuverlässig erhaltenen Rechnungen.
  2. Bestätige eine unerwartete Kontoumstellung telefonisch über eine bereits bekannte Unternehmensnummer.
  3. Beachte Warnungen bei der Empfängerüberprüfung vor der Überweisung.
  4. Hast du bereits falsch überwiesen, kontaktiere sofort die Bank und bitte um einen Rückrufversuch.
Wichtigster Schutz
Neue Bankverbindungen unabhängig prüfen

Eine optisch glaubwürdige Rechnung garantiert keine korrekte IBAN. Prüfe unerwartete Änderungen über einen unabhängigen Kontaktweg. Auch die Empfängerüberprüfung ersetzt diese Kontrolle nicht vollständig.

04 · GERÄTEVERLUST

Dein Smartphone mit Banking-App ist verschwunden

Du bemerkst unterwegs, dass dein Smartphone nicht mehr auffindbar ist. Auf dem Gerät befinden sich deine Banking-App und möglicherweise auch eine registrierte Freigabe-App.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jemand auf dein Konto zugreifen kann. Dennoch besteht ein Sicherheitsrisiko, insbesondere wenn das Gerät nicht ausreichend geschützt oder bereits entsperrt ist.

Besondere Risiken
  • Das Smartphone ist möglicherweise ohne sichere Gerätesperre zugänglich.
  • Banking- und Freigabe-App befinden sich auf demselben Gerät.
  • Auf dem Gerät können Nachrichten oder sensible Kontoinformationen sichtbar sein.
  • Es könnten unberechtigte Anmelde- oder Freigabeversuche erfolgen.
So reagierst du richtig
  1. Informiere bei Verlust oder Diebstahl unverzüglich deine Bank über den offiziellen Kontaktweg.
  2. Lass betroffene Banking-Zugänge oder registrierte Freigabegeräte nach Einschätzung der Bank sperren.
  3. Nutze gegebenenfalls die Fernsperrung beziehungsweise Ortungsfunktion deines Geräts.
  4. Prüfe von einem sicheren Gerät aus dein Konto und ändere gefährdete Zugangsdaten.
  5. Organisiere die sichere Neueinrichtung auf einem Ersatzgerät.
Wichtigster Schutz
Gerätesperre und Bankkontakte vorbereiten

Sichere dein Smartphone mit einer zuverlässigen Bildschirmsperre. Bewahre wichtige Sperrkontakte außerhalb des Smartphones auf. Dann kannst du auch bei Geräteverlust schnell reagieren.

Bei Betrugsverdacht zählt schnelles und überlegtes Handeln

Bestätige keine unbekannten Zahlungsaufträge und gib keine Banking-Zugangsdaten weiter. Überprüfe verdächtige Nachrichten ausschließlich über die offiziellen Kontaktwege deiner Bank. Wenn du bereits Daten preisgegeben, eine verdächtige Anwendung installiert oder eine Zahlung veranlasst hast, solltest du die Bank unverzüglich informieren. Sie kann notwendige Sperrmaßnahmen prüfen und gegebenenfalls versuchen, eine Zahlung zurückzurufen. Sichere vorhandene Beweise und erstatte bei Betrugsverdacht Strafanzeige. Ein Überweisungsrückruf ist nicht garantiert.

GIROKONTO · SICHERHEIT · SOFORTHILFE

Betrugsverdacht – was solltest du jetzt tun?

Verdächtige Bank-SMS, unbekannte Abbuchung oder verlorenes Smartphone? Wähle aus, was passiert ist. Anschließend erhältst du passende Handlungsschritte für deine Situation.

Bei akutem Verdacht nicht auf die Auswertung warten

Wenn bereits Geld verschwunden ist, du Zugangsdaten weitergegeben hast oder ein fremder Zugriff möglich ist, kontaktiere unverzüglich deine Bank über ihre offiziellen Sperrwege. Diese Entscheidungshilfe ersetzt keinen Notfallkontakt.

01. Was ist passiert?
02. Was hast du bereits getan?

Alle Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Bankauskunft oder rechtliche Beratung. Der Sperr-Notruf 116 116 unterstützt nur angeschlossene Anbieter und entsprechende Sperrleistungen. Es werden keine Zugangsdaten abgefragt. Deine Auswahl wird ausschließlich lokal im Browser ausgewertet und nicht an aktiendummy.de übertragen.

Häufige Fragen zur Girokonto-Sicherheit

Wie sicher sind TAN-Verfahren? Was solltest du bei Phishing oder unbekannten Abbuchungen tun? Und wann muss die Bank dein Geld erstatten? Hier beantworten wir acht wichtige Fragen zum Schutz deines Girokontos.

Wie sicher sind TAN-Verfahren beim Online-Banking?

TAN-Verfahren dienen dazu, bestimmte Bankgeschäfte zusätzlich abzusichern. Verbreitete Verfahren sind beispielsweise PushTAN, photoTAN und chipTAN.

Wie sicher ein Verfahren tatsächlich ist, hängt von seiner technischen Umsetzung, dem verwendeten Gerät und deinem Umgang mit Zahlungsfreigaben ab. Eine separate Hardwarelösung kann zusätzliche Sicherheit durch die Trennung von Banking und Freigabe bieten.

Kein TAN-Verfahren schützt vollständig vor Betrug. Deshalb solltest du vor jeder Freigabe kontrollieren, ob der angezeigte Empfänger und der Betrag mit deinem beabsichtigten Auftrag übereinstimmen.

Was ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Girokonto?

Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung wird die Identität durch zwei unterschiedliche Sicherheitsmerkmale überprüft. Dadurch reicht ein gestohlenes Passwort normalerweise nicht aus, um die Anmeldung erfolgreich abzuschließen.

Beim Online-Banking spielt insbesondere die starke Kundenauthentifizierung eine wichtige Rolle. Sie kombiniert grundsätzlich mindestens zwei unabhängige Faktoren aus den Bereichen Wissen, Besitz oder biometrische Merkmale.

Beispielsweise kannst du dich mit einem Passwort anmelden und einen weiteren Sicherheitsnachweis über dein registriertes Smartphone erbringen. Für bestimmte Vorgänge sind gesetzliche Ausnahmen vorgesehen.

Mehr über die digitale Kontoverwaltung erfährst du in unserem Ratgeber Wie funktioniert Online-Banking?.

Wie erkenne ich Phishing-Mails und gefälschte Bank-SMS?

Beim Phishing versuchen Betrüger, über gefälschte Nachrichten oder Webseiten an deine Zugangsdaten zu gelangen. Erfolgt der Versuch per SMS, spricht man häufig von Smishing.

Typische Warnsignale sind angebliche Kontosperrungen, erfundene Sicherheitsprobleme, ungewöhnlicher Zeitdruck und Aufforderungen, sensible Daten auf einer verlinkten Internetseite einzugeben.

Besonders wichtig: Betrüger können echte Banklogos verwenden und Nachrichten professionell gestalten. Auch eine bekannte angezeigte Absenderkennung ist kein zuverlässiger Echtheitsnachweis.

Öffne dein Banking unabhängig von der Nachricht über die offizielle App oder die selbst aufgerufene Internetadresse deiner Bank. Gib niemals Zugangsdaten über verdächtige Links ein.

Was muss ich tun, wenn eine unbekannte Überweisung auf meinem Girokonto erscheint?

Wenn du eine Überweisung entdeckst, die du nicht veranlasst oder autorisiert hast, solltest du unverzüglich deine Bank informieren. Erkläre ausdrücklich, dass du den betreffenden Zahlungsvorgang bestreitest.

Kontrolliere weitere Kontobewegungen und frage deine Bank, ob der Online-Banking-Zugang oder registrierte Freigabegeräte gesperrt werden sollten. Bewahre Buchungsdetails, verdächtige Nachrichten und den Schriftverkehr mit der Bank auf.

Wenn es sich tatsächlich um eine nicht autorisierte Zahlung handelt, können gesetzliche Erstattungsansprüche bestehen. Ob daneben eine mögliche Eigenhaftung infrage kommt, muss gesondert geprüft werden.

Grundlagen zum Zahlungsablauf findest du unter Wie funktionieren Überweisungen?.

Muss meine Bank bei einem Kontobetrug das Geld erstatten?

Bei einem nicht autorisierten Zahlungsvorgang muss die Bank den belasteten Betrag nach § 675u BGB grundsätzlich unverzüglich erstatten. Die gesetzliche Erstattungsfrist endet grundsätzlich spätestens am Geschäftstag nach der entsprechenden Kenntniserlangung durch die Bank.

Das Gesetz enthält eine besondere Regelung für begründete, einer zuständigen Behörde gemeldete Betrugsverdachtsfälle. Außerdem können gesetzliche Haftungsansprüche gegen den Kontoinhaber zu berücksichtigen sein.

Wurde eine Überweisung dagegen durch Täuschung von dir selbst veranlasst, ist die rechtliche Einordnung häufig komplizierter. Eine Erstattung ist dann nicht automatisch garantiert.

Für autorisierte SEPA-Basislastschriften besteht hingegen grundsätzlich ein achtwöchiges Rückgaberecht. Das erläutern wir unter Lastschrift oder Dauerauftrag?.

Wann hafte ich selbst für einen Online-Banking-Betrug?

Die Haftung hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Bei bestimmten nicht autorisierten Zahlungen infolge eines verlorenen, gestohlenen oder missbräuchlich verwendeten Zahlungsinstruments sieht § 675v BGB grundsätzlich eine mögliche Eigenhaftung von bis zu 50 Euro vor. Es gelten jedoch gesetzliche Ausnahmen.

Eine weitergehende Haftung kann entstehen, wenn der Kontoinhaber vorsätzlich oder grob fahrlässig bestimmte Sicherheits- und Sorgfaltspflichten verletzt hat und dadurch der Schaden verursacht wurde.

Ob grobe Fahrlässigkeit tatsächlich vorliegt, muss anhand des konkreten Geschehens geprüft werden. Allein die technische Verwendung einer TAN beweist nicht zwangsläufig eine wirksame Autorisierung oder grobe Fahrlässigkeit.

Wenn deine Bank eine Erstattung ablehnt, solltest du die Begründung dokumentieren und gegebenenfalls rechtliche Beratung oder eine geeignete Schlichtungsstelle nutzen.

Wie kann ich mein Online-Banking bei Betrugsverdacht sperren lassen?

Wenn deine Zugangsdaten in fremde Hände gelangt sein könnten oder du unberechtigte Kontozugriffe vermutest, solltest du unverzüglich deine Bank kontaktieren.

Nutze dafür die offizielle Sperrnummer beziehungsweise den vorgesehenen Sicherheitskontakt deiner Bank. Je nach Anbieter kannst du auch den zentralen Sperr-Notruf 116 116 nutzen, sofern das Institut und die betreffende Sperrleistung unterstützt werden.

Lass gegebenenfalls den Online-Banking-Zugang sperren und gefährdete Freigabegeräte deaktivieren. Ändere betroffene Zugangsdaten über ein vertrauenswürdiges Gerät.

Bei einem Betrugsverdacht solltest du außerdem deine Kontobewegungen prüfen, Beweise sichern und Strafanzeige erstatten. Verwende keine Telefonnummern aus verdächtigen Nachrichten.

Was sollte ich tun, wenn meine Girocard oder Kreditkarte verloren geht?

Wenn du eine Girocard, Debitkarte oder Kreditkarte verloren hast oder einen Diebstahl vermutest, solltest du die Karte sofort über die vorgesehenen Sperrwege sperren lassen.

Häufig ist die Sperrung über die eigene Bank oder den Sperr-Notruf 116 116 möglich. Bei nicht angeschlossenen Anbietern musst du die jeweilige Bank beziehungsweise den Kartenherausgeber direkt kontaktieren.

Kontrolliere anschließend deine letzten Kartenumsätze und melde unbekannte Zahlungen unverzüglich. Bei Diebstahl solltest du außerdem Anzeige bei der Polizei erstatten.

Bei einer gestohlenen girocard kann zusätzlich eine KUNO-Sperre über die Polizei wichtig sein, um bestimmte Lastschriftzahlungen mit Unterschrift zu verhindern.

Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Bankkarten findest du in unserem Ratgeber Debitkarte oder Kreditkarte?.

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Girokonto-Wissen Schritt für Schritt erweitern

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