STEUERN · ZINSERTRÄGE · FREIBETRAG

Welche Steuern fallen auf Zinsen an? – Einfach erklärt

Zinsen aus Tagesgeld und Festgeld sind grundsätzlich steuerpflichtig. Erfahre, wann die Bank Steuern abzieht, wie du den Sparer-Pauschbetrag nutzt und warum ein Freistellungsauftrag verhindern kann, dass unnötig Steuern einbehalten werden.

7

Zinsen versteuern – was bleibt von deinen Erträgen übrig?

Wenn du Geld auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto anlegst, möchtest du dafür möglichst attraktive Zinsen erhalten. Doch die Zinsen, die deine Bank dir gutschreibt, gehören in Deutschland grundsätzlich zu den steuerpflichtigen Kapitalerträgen. Deshalb kann es passieren, dass von deinem errechneten Bruttozinsertrag nicht die vollständige Summe auf deinem Konto ankommt.

Die gute Nachricht: Nicht jeder Euro Zinsertrag wird automatisch besteuert. Mit dem sogenannten Sparer-Pauschbetrag bleiben bei Einzelpersonen grundsätzlich bis zu 1.000 Euro und bei zusammen veranlagten Ehepaaren beziehungsweise Lebenspartnern bis zu 2.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerlich berücksichtigt. Wichtig ist allerdings, dass dieser Betrag für deine gesamten entsprechenden Kapitalerträge gilt – nicht für jedes einzelne Konto.

Damit eine deutsche Bank deinen Freibetrag direkt berücksichtigen kann, gibt es den Freistellungsauftrag. Er sorgt dafür, dass die Bank innerhalb des noch verfügbaren Freistellungsbetrags keine Kapitalertragsteuer einbehält. Besonders wenn du Tagesgeld, Festgeld und ein Wertpapierdepot bei unterschiedlichen Banken besitzt, lohnt sich eine sorgfältige Aufteilung.

In diesem Ratgeber erklären wir dir, wie Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer auf Zinsen funktionieren. Du erfährst, wann Zinsen steuerlich relevant werden, wie du mehrere Freistellungsaufträge verwaltest und welche Besonderheiten bei ausländischen Banken gelten. Anhand praktischer Beispiele und unseres interaktiven Steuerrechners kannst du außerdem nachvollziehen, wie viel von deinen Zinserträgen nach einem vereinfachten Steuerabzug übrig bleibt.

STEUERN · SPARER-PAUSCHBETRAG

So werden deine Zinserträge besteuert

Nicht auf jeden Euro Zinsen muss tatsächlich Steuer anfallen. Entscheidend sind deine gesamten Kapitalerträge und der noch verfügbare Sparer-Pauschbetrag.

SPARER-PAUSCHBETRAG 2026 1.000 €

Für Einzelpersonen pro Jahr

Bei Zusammenveranlagung beträgt der gemeinsame Sparer-Pauschbetrag grundsätzlich 2.000 Euro.

01 · ABGELTUNGSTEUER

25 % Grundsteuersatz

Auf steuerpflichtige Kapitalerträge fällt grundsätzlich Kapitalertragsteuer von 25 % an.

02 · SOLIDARITÄTSZUSCHLAG

5,5 % auf die Steuer

Der Solidaritätszuschlag wird auf die Kapitalertragsteuer berechnet, nicht auf die gesamten Zinsen.

03 · FREISTELLUNGSAUFTRAG

Freibetrag direkt nutzen

Mit einem Freistellungsauftrag berücksichtigt deine deutsche Bank den verfügbaren Freibetrag.

04 · MEHRERE BANKEN

Freibetrag aufteilen

Du kannst Freistellungsaufträge verteilen. Die Summe darf deinen persönlichen Höchstbetrag nicht übersteigen.

i

Wichtig: Der Sparer-Pauschbetrag gilt nicht nur für Tagesgeld- und Festgeldzinsen, sondern für entsprechende Kapitalerträge insgesamt, beispielsweise auch Dividenden und steuerpflichtige Wertpapiererträge. Bei Kirchensteuerpflicht gelten zusätzliche Berechnungsregeln.

Muss ich Zinsen aus Tagesgeld und Festgeld versteuern?

Ja. Wenn du in Deutschland steuerlich ansässig bist und Geld auf einem verzinsten Bankkonto anlegst, gehören die daraus entstehenden Zinserträge grundsätzlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Das gilt sowohl für Zinsen auf einem Tagesgeldkonto als auch für Erträge aus einer Festgeldanlage.

Allerdings bedeutet steuerpflichtig nicht automatisch, dass von jedem erhaltenen Euro Zinsen tatsächlich Steuern abgezogen werden. Für private Kapitalerträge gibt es den sogenannten Sparer-Pauschbetrag. Dieser berücksichtigt einen bestimmten jährlichen Betrag, bevor grundsätzlich Kapitalertragsteuer anfällt.

Außerdem ist entscheidend, ob du einen Freistellungsauftrag erteilt hast, wie hoch deine übrigen Kapitalerträge ausfallen und ob eine deutsche oder ausländische Bank die Zinsen auszahlt.

Die grundsätzliche Funktionsweise verzinster Bankkonten erklären wir in unseren Ratgebern Was ist Tagesgeld? und Was ist Festgeld?.

Welche Steuern fallen auf Zinserträge an?

Bei privaten Kapitalerträgen gilt in Deutschland grundsätzlich die Kapitalertragsteuer mit einem Steuersatz von 25 Prozent. Wird diese Steuer von einer inländischen auszahlenden Stelle einbehalten, spricht man im üblichen Anwendungsfall von der Abgeltungsteuer.

Zusätzlich kann der Solidaritätszuschlag anfallen. Bei Kirchensteuerpflicht kommt gegebenenfalls noch Kirchensteuer hinzu. Deshalb kann der gesamte Steuerabzug höher ausfallen als 25 Prozent der steuerpflichtigen Zinserträge.

Kapitalertragsteuer: grundsätzlich 25 Prozent

Die reguläre Kapitalertragsteuer beträgt 25 Prozent des steuerpflichtigen Kapitalertrags. Wenn beispielsweise nach Berücksichtigung deines verfügbaren Sparer-Pauschbetrags noch 500 Euro Zinsen steuerpflichtig sind, beträgt die Kapitalertragsteuer im einfachen Fall 125 Euro.

Solidaritätszuschlag: 5,5 Prozent auf die Steuer

Zusätzlich zur Kapitalertragsteuer werden grundsätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf den entsprechenden Steuerbetrag erhoben. Wichtig ist, dass sich dieser Prozentsatz nicht unmittelbar auf die gesamten Zinserträge bezieht.

Bei 125 Euro Kapitalertragsteuer beträgt der Solidaritätszuschlag rechnerisch 6,875 Euro. Ohne Berücksichtigung von Rundungsvorgaben ergeben sich zusammen 131,875 Euro beziehungsweise rund 131,88 Euro Steuerabzug.

Ohne Kirchensteuer entspricht der kombinierte Satz aus 25 Prozent Kapitalertragsteuer und 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf grundsätzlich 26,375 Prozent des steuerpflichtigen Kapitalertrags.

Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Bei Kirchensteuerpflicht kann zusätzlich Kirchensteuer anfallen. Je nach Bundesland beträgt der Kirchensteuersatz grundsätzlich 8 oder 9 Prozent der maßgeblichen Einkommensteuer beziehungsweise Kapitalertragsteuer.

Die Berechnung ist etwas komplexer, weil die Kirchensteuer bereits bei der Ermittlung der Kapitalertragsteuer berücksichtigt wird. Deshalb solltest du die Kirchensteuer nicht einfach als weitere 8 oder 9 Prozent der gesamten Zinsen aufschlagen.

Für eine genaue Berechnung gelten die persönlichen Kirchensteuermerkmale und die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften. Unser vereinfachter Steuerrechner berücksichtigt deshalb bewusst keine Kirchensteuer.

Was ist der Sparer-Pauschbetrag?

Der Sparer-Pauschbetrag ist ein gesetzlich festgelegter Betrag, der bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen berücksichtigt wird. Er ersetzt grundsätzlich den Abzug tatsächlicher Werbungskosten bei den entsprechenden privaten Kapitalerträgen.

Im Jahr 2026 beträgt er:

Steuerliche SituationSparer-Pauschbetrag pro Jahr
Einzelperson1.000 Euro
Zusammen veranlagte Ehepaare oder Lebenspartner2.000 Euro gemeinsam

Liegt die Summe deiner relevanten Kapitalerträge innerhalb des noch verfügbaren Pauschbetrags, kann der entsprechende Betrag steuerlich unberücksichtigt bleiben. Ob deine Bank unmittelbar keinen Steuerabzug vornimmt, hängt unter anderem davon ab, ob ein ausreichender Freistellungsauftrag oder eine andere geeignete Bescheinigung vorliegt.

Gilt der Freibetrag für jedes Konto?

Nein. Die 1.000 beziehungsweise 2.000 Euro gelten für die relevanten Kapitalerträge insgesamt. Du erhältst diesen Betrag nicht separat für Tagesgeld, Festgeld und jedes Wertpapierdepot.

Wenn du beispielsweise 600 Euro Tagesgeldzinsen, 350 Euro Festgeldzinsen und 400 Euro steuerpflichtige Dividenden erhältst, ergeben sich zusammen 1.350 Euro Kapitalerträge. Für eine Einzelperson ohne weitere Besonderheiten übersteigen diese den Sparer-Pauschbetrag um 350 Euro.

Welche Kapitalerträge zählen dazu?

Der Sparer-Pauschbetrag kann unter anderem auf Zinsen aus Bankeinlagen, Dividenden und steuerpflichtige Gewinne aus Wertpapiergeschäften angewendet werden. Dabei gelten für einzelne Anlageformen gegebenenfalls besondere steuerliche Berechnungsregeln.

Du solltest ihn deshalb nicht isoliert für deine Tagesgeldzinsen planen, wenn du zusätzlich Aktien, ETFs oder andere Kapitalanlagen besitzt.

Was ist ein Freistellungsauftrag?

Ein Freistellungsauftrag ist eine Anweisung an eine entsprechende inländische Bank oder auszahlende Stelle, Kapitalerträge innerhalb eines von dir festgelegten Betrags vom Kapitalertragsteuerabzug freizustellen.

Der Auftrag sorgt also nicht für einen zusätzlichen Freibetrag. Er stellt vielmehr sicher, dass dein ohnehin vorhandener Sparer-Pauschbetrag bereits direkt beim Steuerabzug berücksichtigt wird.

Ohne Freistellungsauftrag kann eine deutsche Bank auch dann Kapitalertragsteuer auf Zinsen einbehalten, wenn du deinen jährlichen Sparer-Pauschbetrag insgesamt noch gar nicht ausgeschöpft hast.

Wann ist ein Freistellungsauftrag sinnvoll?

Ein Freistellungsauftrag ist besonders sinnvoll, wenn du bei einer deutschen Bank voraussichtlich Zinsen erhältst und deinen Sparer-Pauschbetrag noch nicht vollständig anderweitig nutzt.

Er hilft, einen unnötigen Steuerabzug von vornherein zu vermeiden. So bleibt der entsprechende Betrag bei dir, statt dass du möglicherweise erst im Rahmen einer späteren Steuerveranlagung eine Erstattung erhältst.

Wie richtest du einen Freistellungsauftrag ein?

Viele Banken bieten die Einrichtung direkt im Online-Banking oder in der Banking-App an. Häufig findest du die Funktion unter Einstellungen, Steuern oder Freistellungsauftrag.

Du legst die gewünschte Höhe fest und gibst die erforderlichen steuerlichen Angaben an. Normalerweise wird dabei auch deine steuerliche Identifikationsnummer benötigt.

Je nach Anbieter kannst du den Auftrag unbefristet oder für einen bestimmten Zeitraum erteilen. Bereits genutzte Freistellungsbeträge können Änderungen innerhalb eines Jahres begrenzen.

Kannst du Freistellungsaufträge auf mehrere Banken verteilen?

Ja. Wenn du mehrere Banken nutzt, kannst du deinen Sparer-Pauschbetrag auf unterschiedliche Institute verteilen. Die Summe aller erteilten Aufträge darf deinen zulässigen Gesamtbetrag allerdings nicht überschreiten.

Ein Beispiel für eine Einzelperson:

BankGeplanter KapitalertragFreistellungsauftrag
Bank A – Tagesgeld450 €450 €
Bank B – Festgeld300 €300 €
Bank C – Wertpapierdepot250 €250 €
Gesamt1.000 €1.000 €

Bei diesem Beispiel wären die Freistellungsaufträge passend verteilt, sofern die tatsächlichen steuerpflichtigen Erträge den Annahmen entsprechen und keine weiteren Besonderheiten vorliegen.

Du musst den Betrag allerdings nicht auf den Euro genau vorhersagen. Wichtig ist, deine Verteilung regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls zu ändern, wenn sich deine Erträge oder deine Kontenstruktur verändern.

Was passiert bei einer ungünstigen Verteilung?

Angenommen, du hast bei Bank A einen Freistellungsauftrag über 800 Euro eingerichtet, erhältst dort aber nur 300 Euro Kapitalerträge. Bei Bank B entstehen gleichzeitig 700 Euro Zinsen, dort besteht jedoch kein Freistellungsauftrag.

Obwohl du insgesamt nur 1.000 Euro Kapitalerträge erzielt hast, kann Bank B zunächst Steuern einbehalten. Bank A kann den bei ihr ungenutzten Teil deines Freistellungsauftrags normalerweise nicht automatisch für Bank B einsetzen.

Zu viel einbehaltene Steuern können unter den gesetzlichen Voraussetzungen über die Einkommensteuererklärung zurückgeholt werden.

Wann werden Zinsen steuerlich berücksichtigt?

Für private Zinserträge kommt es grundsätzlich auf den steuerlichen Zufluss an. Das ist wichtig, weil der Zeitpunkt der Zinsgutschrift nicht zwingend mit dem Zeitraum übereinstimmt, in dem die Zinsen wirtschaftlich entstanden sind.

Steuern bei Tagesgeld

Bei einem Tagesgeldkonto werden Zinsen je nach Bank beispielsweise monatlich, vierteljährlich oder jährlich gutgeschrieben.

Die steuerliche Berücksichtigung richtet sich grundsätzlich nach dem Zeitpunkt, zu dem dir die Erträge zufließen. Bei einer inländischen Bank erfolgt der entsprechende Steuerabzug normalerweise im Zusammenhang mit der maßgeblichen Zinsgutschrift.

Steuern bei Festgeld

Beim Festgeld hängt der maßgebliche Zeitpunkt ebenfalls von den Vertragsbedingungen ab. Einige Banken zahlen Zinserträge jährlich aus, andere erst am Ende der vereinbarten Laufzeit.

Werden Zinsen erst nach mehreren Jahren tatsächlich fällig und steuerlich zugeordnet, kann dies dazu führen, dass größere Kapitalerträge in einem bestimmten Steuerjahr zusammenkommen.

Eine bloße rechnerische Entstehung von Zinsen bedeutet nicht in jedem Fall bereits einen steuerlichen Zufluss. Bei ungewöhnlichen Vertragsgestaltungen solltest du deshalb den konkreten Vertrag und die steuerliche Behandlung prüfen.

Was passiert, wenn du den Freistellungsauftrag vergessen hast?

Wenn deine Bank bereits Kapitalertragsteuer einbehalten hat, obwohl dir noch ein ungenutzter Sparer-Pauschbetrag zusteht, ist das Geld nicht zwangsläufig endgültig verloren.

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du den Freistellungsauftrag noch innerhalb des laufenden Jahres anpassen und eine bankinterne Korrektur erreichen. Ob und wie das möglich ist, hängt von den gesetzlichen Fristen und den Abläufen des Instituts ab.

Alternativ kannst du im Rahmen deiner Einkommensteuererklärung eine Überprüfung des Kapitalertragsteuerabzugs beantragen. Dafür benötigst du gegebenenfalls die entsprechenden Steuerbescheinigungen.

Musst du Tagesgeld- und Festgeldzinsen in der Steuererklärung angeben?

Bei Zinserträgen einer deutschen Bank ist die Kapitalertragsteuer in vielen gewöhnlichen Fällen mit dem automatischen Steuerabzug bereits abgegolten. Eine zusätzliche Angabe allein wegen dieser Erträge ist dann grundsätzlich nicht erforderlich.

Es gibt jedoch Situationen, in denen Angaben in der Einkommensteuererklärung notwendig oder sinnvoll sein können. Dazu gehören insbesondere bestimmte ausländische Kapitalerträge ohne inländischen Steuerabzug, eine gewünschte Steuererstattung oder die Günstigerprüfung.

Was ist die Anlage KAP?

Die Anlage KAP ist ein Bestandteil der Einkommensteuererklärung, mit dem bestimmte Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie damit verbundene Anträge und bereits einbehaltene Steuern erklärt werden können.

Ob du sie tatsächlich abgeben musst, hängt von deinem konkreten Fall ab. Eine pauschale Pflicht für alle Besitzer eines Tagesgeldkontos besteht nicht.

Was ist die Günstigerprüfung?

Bei der Günstigerprüfung prüft das Finanzamt auf Antrag, ob die Besteuerung deiner Kapitalerträge mit dem persönlichen Einkommensteuertarif insgesamt günstiger ist als die reguläre Abgeltungsteuer.

Das kann insbesondere bei vergleichsweise niedrigem zu versteuerndem Einkommen interessant sein. Ergibt die Prüfung keine günstigere Besteuerung, bleibt es grundsätzlich bei der regulären Behandlung.

Es ist deshalb nicht richtig, dass Kapitalerträge ausnahmslos mit einem endgültigen Satz von 25 Prozent belastet werden müssen.

Was ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung?

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung, kurz NV-Bescheinigung, kann für Menschen relevant sein, bei denen voraussichtlich keine Einkommensteuer festgesetzt wird.

Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind und das Finanzamt eine entsprechende Bescheinigung ausstellt, kann eine inländische Bank unter den vorgesehenen Bedingungen Kapitalerträge ohne Kapitalertragsteuerabzug auszahlen.

Eine NV-Bescheinigung kommt beispielsweise bei Personen mit geringem steuerpflichtigem Gesamteinkommen infrage. Sie wird nicht automatisch durch ein niedriges Einkommen begründet, sondern muss beim Finanzamt beantragt und geprüft werden.

Die Bescheinigung hat eine begrenzte Geltungsdauer. Ändern sich die maßgeblichen Verhältnisse, können weitere Pflichten entstehen.

Wie werden Zinsen von ausländischen Banken versteuert?

Wenn du in Deutschland steuerlich ansässig bist und Zinsen von einer Bank im Ausland erhältst, sind diese Erträge grundsätzlich ebenfalls für die deutsche Besteuerung relevant.

Allerdings zieht nicht jede ausländische Bank automatisch deutsche Kapitalertragsteuer ein. Gerade bei einer direkten Geldanlage im Ausland musst du deshalb prüfen, ob und in welcher Form du die Erträge selbst in deiner Steuererklärung angeben musst.

Ausländische Zinsen ohne deutschen Steuerabzug

Erhältst du Zinsen über eine ausländische Bank, ohne dass eine inländische auszahlende Stelle den deutschen Kapitalertragsteuerabzug übernimmt, besteht regelmäßig eine Erklärungspflicht für diese Erträge.

Bei der Veranlagung werden die maßgeblichen steuerlichen Regeln berücksichtigt. Dazu kann auch gehören, dass der noch verfügbare Sparer-Pauschbetrag berücksichtigt wird.

Was gilt bei ausländischer Quellensteuer?

Je nach Staat und Anlage können ausländische Steuern auf Zinserträge anfallen. Ob und in welchem Umfang diese in Deutschland angerechnet werden können, richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften und gegebenenfalls einem Doppelbesteuerungsabkommen.

Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass jede im Ausland einbehaltene Steuer automatisch vollständig auf die deutsche Steuer angerechnet wird.

Was ist bei Festgeldplattformen wichtig?

Einige Plattformen vermitteln Festgeldangebote von Banken aus unterschiedlichen Ländern. Für die steuerliche Behandlung ist entscheidend, bei welcher Bank die Anlage tatsächlich besteht und ob ein inländischer Steuerabzug erfolgt.

Informiere dich vor dem Abschluss darüber, ob der Anbieter eine deutsche Steuerbescheinigung ausstellt, welche Unterlagen du erhältst und welche steuerlichen Angaben du gegebenenfalls selbst machen musst.

Wie wirken sich Steuern auf deinen Zinseszinseffekt aus?

Wenn Zinsen dem Guthaben gutgeschrieben und anschließend erneut verzinst werden, kann ein Zinseszinseffekt entstehen.

Werden bei der Zinsgutschrift Steuern einbehalten, steht möglicherweise weniger Geld für die Wiederverzinsung zur Verfügung. Über längere Zeiträume kann sich daraus ein zusätzlicher Unterschied zwischen Brutto- und Nettowachstum ergeben.

Deshalb solltest du beim Vergleich von Sparanlagen nicht nur auf den nominalen Zinssatz achten, sondern auch berücksichtigen, wann Steuern anfallen und welcher Betrag tatsächlich mitverzinst wird.

Welche häufigen Fehler solltest du vermeiden?

Den Sparer-Pauschbetrag mehrfach einplanen

Der Freibetrag gilt insgesamt. Mehrere Freistellungsaufträge dürfen zusammengerechnet nicht höher als der zulässige persönliche beziehungsweise gemeinsame Gesamtbetrag sein.

Andere Kapitalerträge vergessen

Wenn du zusätzlich Dividenden oder steuerpflichtige Wertpapiererträge erhältst, können diese deinen verfügbaren Sparer-Pauschbetrag bereits teilweise oder vollständig beanspruchen.

Festgeldzinsen dem falschen Jahr zuordnen

Bei mehrjährigen Anlagen kann die tatsächliche Zinsgutschrift von der jährlichen rechnerischen Verzinsung abweichen. Prüfe deshalb, wann die Erträge steuerlich zufließen.

Ausländische Zinserträge nicht berücksichtigen

Dass eine ausländische Bank keine deutsche Steuer einbehält, bedeutet nicht automatisch, dass die Zinsen in Deutschland steuerfrei sind.

Den Freistellungsauftrag nicht aktualisieren

Bei neuen Konten, geänderten Sparbeträgen oder einem Depotwechsel kann es sinnvoll sein, die Verteilung deiner Freistellungsaufträge erneut zu prüfen.

Fazit: Mit dem Freistellungsauftrag vermeidest du unnötige Steuerabzüge

Zinserträge aus Tagesgeld und Festgeld sind in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtige Kapitalerträge. Bei einer deutschen Bank erfolgt der entsprechende Kapitalertragsteuerabzug häufig automatisch.

Mit dem Sparer-Pauschbetrag können jedoch bis zu 1.000 Euro beziehungsweise bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro relevante Kapitalerträge jährlich steuerlich berücksichtigt werden. Ein passender Freistellungsauftrag ermöglicht es deiner Bank, diesen Betrag bereits beim Steuerabzug zu nutzen.

Besonders wenn du mehrere Sparkonten oder zusätzlich ein Wertpapierdepot besitzt, solltest du den Gesamtüberblick behalten. Wichtig sind dabei die Höhe aller Kapitalerträge, der Zeitpunkt der Zinsgutschrift und die Frage, ob deine Bank deutsche Steuern bereits abführt.

Weitere Informationen zu Sparformen, Zinsberechnung und finanziellen Grundlagen findest du auf unserer Tagesgeld-&-Festgeld-Übersichtsseite.

PRAXIS · ZINSEN UND STEUERN

Vier Beispiele zur Besteuerung deiner Zinsen

Vereinfachte Modellfälle für 2026. Ohne Kirchensteuer und besondere steuerliche Sachverhalte.

BEISPIEL 01 · INNERHALB DES FREIBETRAGS

750 Euro Zinsertrag

Du erhältst 750 Euro Tagesgeldzinsen und hast keine weiteren Kapitalerträge. Bei deiner Bank liegt ein ausreichender Freistellungsauftrag vor.

Bruttozinsen750,00 €
Genutzter Pauschbetrag750,00 €
Steuerpflichtiger Rest0,00 €
STEUERABZUG 0,00 € 750 Euro Zinsen bleiben erhalten.
BEISPIEL 02 · FREIBETRAG ÜBERSCHRITTEN

1.500 Euro Zinsertrag

Du erhältst 1.500 Euro Zinsen. Als Einzelperson steht dir der vollständige Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro noch zur Verfügung.

Bruttozinsen1.500,00 €
Sparer-Pauschbetrag1.000,00 €
Steuerpflichtiger Rest500,00 €
STEUERABZUG INKL. SOLI ca. 131,88 € Nettozinsen: rund 1.368,12 Euro.
BEISPIEL 03 · MEHRERE BANKEN

1.000 Euro Erträge verteilen

Du erhältst 400 Euro Tagesgeldzinsen, 350 Euro Festgeldzinsen und 250 Euro steuerpflichtige Depot-Erträge.

Bank A400 €
Bank B350 €
Bank C250 €
PASSENDE FREISTELLUNGSAUFTRÄGE 400 € + 350 € + 250 € Zusammen genau 1.000 Euro.
BEISPIEL 04 · ZUSAMMENVERANLAGUNG

2.400 Euro gemeinsame Zinserträge

Ein zusammen veranlagtes Ehepaar erzielt 2.400 Euro relevante Kapitalerträge. Der gemeinsame Pauschbetrag ist vollständig verfügbar.

Bruttoerträge2.400,00 €
Gemeinsamer Pauschbetrag2.000,00 €
Steuerpflichtiger Rest400,00 €
STEUERABZUG INKL. SOLI 105,50 € Ohne Kirchensteuer und Sonderregelungen.
Hinweis: Die Steuerbeträge sind vereinfachte Modellrechnungen. Tatsächliche Bankabrechnungen können durch Rundungsvorgaben, Kirchensteuer, andere Kapitalerträge und individuelle steuerliche Verhältnisse abweichen.
INTERAKTIVER ZINS-STEUERRECHNER

Wie viele Zinsen bleiben nach Steuern?

Berechne einen vereinfachten Steuerabzug für deine Zinserträge und prüfe, welchen Unterschied ein Freistellungsauftrag machen kann.

DEINE MODELLRECHNUNG
Nettozinsen nach Steuerabzug –
Bruttozinsen –
Berücksichtigter Pauschbetrag –
Bemessungsgrundlage für den Abzug –
Kapitalertragsteuer (25 %) –
Solidaritätszuschlag (5,5 % der Steuer) –
Steuerabzug insgesamt –
Wichtiger Hinweis: Vereinfachtes Modell für private Kapitalerträge in Deutschland. Ohne Kirchensteuer, ausländische Quellensteuer, Verlustverrechnung, Rundungsvorschriften und Günstigerprüfung. Es wird angenommen, dass der verfügbare Pauschbetrag bei ausreichendem Freistellungsauftrag vollständig für diese Zinsen genutzt werden kann. Individuelle Steuerbescheide können abweichen.
HÄUFIGE FRAGEN · EINFACH ERKLÄRT

Häufige Fragen zu Steuern auf Zinsen

Wie viel Steuer musst du zahlen, wann hilft ein Freistellungsauftrag und was gilt bei Festgeld oder ausländischen Banken?

Muss ich Tagesgeld- und Festgeldzinsen versteuern?

Ja. Zinserträge aus Tagesgeld und Festgeld gehören in Deutschland grundsätzlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen.

Durch den Sparer-Pauschbetrag und einen entsprechenden Freistellungsauftrag kann ein Steuerabzug jedoch ganz oder teilweise vermieden werden.

Wie hoch ist die Abgeltungsteuer auf Zinsen?

Der reguläre Kapitalertragsteuersatz beträgt 25 Prozent. Hinzu kommt grundsätzlich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Kapitalertragsteuer.

Ohne Kirchensteuer ergibt sich damit bei einem gewöhnlichen steuerpflichtigen Kapitalertrag ein kombinierter Satz von 26,375 Prozent. Bei Kirchensteuerpflicht gelten zusätzliche Berechnungsregeln.

Wie hoch ist der Sparer-Pauschbetrag 2026?

Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 2026 grundsätzlich 1.000 Euro pro Jahr für Einzelpersonen und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare beziehungsweise Lebenspartner.

Er gilt für entsprechende Kapitalerträge insgesamt, nicht für jedes einzelne Bankkonto.

Was passiert, wenn ich keinen Freistellungsauftrag habe?

Ohne Freistellungsauftrag kann eine deutsche Bank auf Zinserträge Kapitalertragsteuer einbehalten, obwohl du deinen Sparer-Pauschbetrag noch nicht vollständig ausgeschöpft hast.

Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kannst du zu viel einbehaltene Steuern später über deine Einkommensteuererklärung zurückfordern.

Kann ich mehrere Freistellungsaufträge erteilen?

Ja. Du kannst deinen Sparer-Pauschbetrag auf mehrere Banken und auszahlende Stellen verteilen.

Die Summe aller Freistellungsaufträge darf den zulässigen Gesamtbetrag von 1.000 beziehungsweise 2.000 Euro nicht überschreiten.

Wann werden Festgeldzinsen versteuert?

Entscheidend ist grundsätzlich der steuerliche Zufluss der Zinsen. Je nach Vertrag werden Festgeldzinsen beispielsweise jährlich oder erst bei Fälligkeit ausgezahlt beziehungsweise gutgeschrieben.

Gerade bei mehrjährigen Anlagen solltest du deshalb prüfen, welchem Steuerjahr die Zinserträge zugeordnet werden.

Muss ich Zinsen von ausländischen Banken angeben?

Wenn du in Deutschland steuerlich ansässig bist, sind Zinsen ausländischer Bankkonten grundsätzlich ebenfalls steuerlich relevant.

Erfolgt kein deutscher Kapitalertragsteuerabzug, musst du die Erträge regelmäßig selbst in deiner Steuererklärung berücksichtigen. Eventuelle ausländische Quellensteuern können zusätzliche Besonderheiten verursachen.

Was ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung?

Eine NV-Bescheinigung kann das Finanzamt unter bestimmten Voraussetzungen ausstellen, wenn voraussichtlich keine Einkommensteuer festgesetzt wird.

Mit einer gültigen Bescheinigung kann eine inländische Bank Kapitalerträge nach den geltenden Regeln ohne Kapitalertragsteuerabzug auszahlen. Die Voraussetzungen müssen individuell geprüft werden.

7

Dein nächster Schritt beim Sparen

Du möchtest noch mehr über Tagesgeld, Festgeld und den sinnvollen Umgang mit deinen Ersparnissen erfahren? Entdecke weitere Grundlagen oder vertiefe dein Wissen mit einem passenden Ratgeber.

FINANZWISSEN IM ÜBERBLICK

Tagesgeld & Festgeld verstehen

Du möchtest die Grundlagen noch einmal nachlesen oder weitere Themen entdecken? Auf unserer Übersichtsseite findest du alle wichtigen Ratgeber rund um Tagesgeld, Festgeld, Zinsen, Sicherheit und Sparstrategien.

WEITERLESEN · WISSEN VERTIEFEN

Wie funktionieren Zinsen?

Zinsen einfach erklärt: Lerne, wie Banken dein Sparguthaben verzinsen, was Nominalzins und effektiver Jahreszins unterscheidet und wie du deine Zinserträge bei Tagesgeld und Festgeld berechnest.