VERGLEICH · ZINSEN · SPARSTRATEGIE
Tagesgeld oder Festgeld? – Welche Sparform passt zu dir?
Täglich verfügbar oder für mehrere Jahre fest angelegt? Tagesgeld und Festgeld bieten unterschiedliche Vorteile. Erfahre, wie sich beide Sparformen bei Zinsen, Sicherheit und Laufzeit unterscheiden und wie du dein Geld passend zu deinen finanziellen Zielen aufteilen kannst.
Tagesgeld oder Festgeld – Flexibilität oder feste Zinsen?
Du hast Geld angespart und möchtest es möglichst sicherheitsorientiert und verzinst anlegen? Dann begegnen dir früher oder später zwei klassische Sparformen: Tagesgeld und Festgeld. Beide ermöglichen es dir, Zinserträge zu erzielen, ohne dein Erspartes den täglichen Kursschwankungen der Börse auszusetzen. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede, die du vor einer Geldanlage kennen solltest.
Beim Tagesgeld steht die Flexibilität im Vordergrund. Dein Guthaben bleibt grundsätzlich täglich verfügbar und eignet sich deshalb besonders für den Notgroschen, kurzfristige Sparziele und finanzielle Rücklagen. Dafür musst du akzeptieren, dass die Bank den Zinssatz verändern kann. Beim Festgeld ist es genau umgekehrt: Du vereinbarst einen festen Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit, kannst währenddessen aber normalerweise nicht auf dein Geld zugreifen.
Welche Variante besser ist, lässt sich deshalb nicht allein anhand der aktuellen Zinsen entscheiden. Viel wichtiger ist die Frage, wann du dein Geld wieder benötigst und wie viel Planungssicherheit du dir wünschst. Unter Umständen kann es sogar sinnvoll sein, Tagesgeld und Festgeld miteinander zu kombinieren.
In diesem Ratgeber vergleichen wir beide Sparformen ausführlich, erklären ihre Vor- und Nachteile und zeigen dir anhand konkreter Beispiele, wann Tagesgeld, Festgeld oder eine Kombination sinnvoll sein kann.
Tagesgeld und Festgeld auf einen Blick
Beide Sparformen bieten Zinsen auf dein Guthaben. Der entscheidende Unterschied: Wie flexibel möchtest du bleiben?
Tagesgeld
Dein Geld bleibt grundsätzlich täglich verfügbar. Dafür kann sich der Zinssatz verändern.
Festgeld
Du sicherst dir einen festen Vertragszins. Dafür ist dein Geld bis zur Fälligkeit normalerweise gebunden.
Variabel oder fest?
Tagesgeldzinsen können schwanken. Festgeldzinsen gelten für die vereinbarte Laufzeit.
Flexibel oder gebunden?
Tagesgeld bleibt verfügbar. Festgeld lässt sich normalerweise nicht vorzeitig abrufen.
Einlagenschutz
Bei EU-Banken grundsätzlich 100.000 Euro gesetzlicher Schutz pro Person und Bank.
Beides kombinieren
Flexible Rücklagen und fest angelegtes Guthaben können sich sinnvoll ergänzen.
Gut zu wissen: Festgeld bietet nicht automatisch höhere Zinsen als Tagesgeld. Entscheidend sind die aktuellen Angebote, die vereinbarte Laufzeit, die Sicherheit der Einlagen und dein persönlicher Liquiditätsbedarf.
Tagesgeld oder Festgeld – wo liegt der Unterschied?
Wenn du dein Geld verzinst und sicherheitsorientiert anlegen möchtest, gehören Tagesgeld und Festgeld zu den bekanntesten Möglichkeiten. Beide Sparformen werden von Banken angeboten und zählen grundsätzlich zu den Einlagen. Im Unterschied zu Aktien oder börsengehandelten Fonds hängt ihr Guthaben nicht unmittelbar von Börsenkursen ab.
Trotzdem erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Beim Tagesgeld geht es vor allem darum, Geld verfügbar zu halten. Du kannst dein Guthaben grundsätzlich jederzeit wieder abrufen. Dafür bleibt der Zinssatz normalerweise variabel und kann von der Bank verändert werden.
Beim Festgeld legst du dagegen einen bestimmten Betrag für eine vereinbarte Laufzeit an. Der Zinssatz steht bereits bei Vertragsabschluss fest. Während dieser Zeit kannst du normalerweise nicht auf dein Geld zugreifen. Deshalb ist Festgeld eher für Beträge geeignet, deren Verwendung du bereits zeitlich planen kannst.
Ausführliche Erklärungen zu den einzelnen Sparformen findest du in unseren Ratgebern Was ist Tagesgeld? und Was ist Festgeld?.
Tagesgeld und Festgeld im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede. Sie hilft dir einzuschätzen, welche Eigenschaften für deine persönliche Finanzplanung besonders relevant sind.
| Merkmal | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Zinssatz | Grundsätzlich variabel | Fest vereinbart |
| Laufzeit | Keine feste Laufzeit | Vorab vereinbarter Zeitraum |
| Verfügbarkeit | Grundsätzlich täglich | Regulär erst bei Fälligkeit |
| Einzahlungen | Meist flexibel möglich | Üblicherweise Einmalbetrag |
| Zinsrisiko | Zinssenkungen möglich | Steigende Zinsen werden nicht genutzt |
| Einlagensicherung | Gesetzlicher Schutz innerhalb der Grenzen | Gesetzlicher Schutz innerhalb der Grenzen |
| Typische Verwendung | Notgroschen und kurzfristige Rücklagen | Planbare, zeitlich gebundene Rücklagen |
| Planbarkeit der Zinsen | Begrenzt | Für die vereinbarte Laufzeit hoch |
Wie unterscheiden sich die Zinsen?
Auf den ersten Blick wirkt der Zinssatz häufig wie das wichtigste Entscheidungskriterium. Schließlich möchtest du für dein Erspartes möglichst attraktive Zinserträge erhalten. Allerdings solltest du bei Tagesgeld und Festgeld nicht nur die Höhe der Zinsen betrachten, sondern auch deren Verlässlichkeit.
Variable Zinsen beim Tagesgeld
Beim Tagesgeld kann die Bank den Zinssatz im Rahmen der Vertragsbedingungen verändern. Damit profitierst du möglicherweise von steigenden Sparzinsen, musst allerdings auch mit Zinssenkungen rechnen.
Besonders aufmerksam solltest du bei Neukundenaktionen sein. Manche Banken garantieren einen bestimmten Zinssatz nur für wenige Monate. Anschließend gilt ein regulärer Zinssatz, der deutlich niedriger sein kann.
Möchtest du dein Geld über einen längeren Zeitraum auf einem Tagesgeldkonto aufbewahren, solltest du deshalb die Konditionen regelmäßig kontrollieren. Ein attraktiver Einstiegszins allein sagt wenig über den langfristigen Zinsertrag aus.
Feste Zinsen beim Festgeld
Beim Festgeld vereinbarst du den Zinssatz bereits vor Beginn der Geldanlage. Dieser bleibt für die vereinbarte Laufzeit grundsätzlich unverändert. Dadurch lässt sich dein Bruttozinsertrag wesentlich besser planen.
Das ist besonders vorteilhaft, wenn das allgemeine Zinsniveau nach deinem Vertragsabschluss sinkt. Während andere Angebote möglicherweise weniger Zinsen bieten, gilt für dein bestehendes Festgeld weiterhin der vereinbarte Vertragszins.
Allerdings gibt es auch die umgekehrte Situation: Steigen die Zinsen deutlich, bleibst du bei deiner laufenden Festgeldanlage an den ursprünglichen Zinssatz gebunden. Eine vorzeitige Kündigung ist normalerweise nicht möglich.
Bietet Festgeld grundsätzlich mehr Zinsen?
Nein. Festgeld muss nicht automatisch höher verzinst sein als Tagesgeld. Die Höhe der angebotenen Zinsen hängt unter anderem von der Marktsituation, der Laufzeit und der Geschäftspolitik der Banken ab.
Gerade bei besonderen Tagesgeldaktionen kann der zunächst angebotene Zinssatz höher sein als bei manchen Festgeldanlagen. Entscheidend ist jedoch, welche Zinserträge tatsächlich über den gesamten gewünschten Zeitraum entstehen.
Wie wichtig ist die Verfügbarkeit deines Geldes?
Bei der Entscheidung zwischen Tagesgeld und Festgeld ist die Verfügbarkeit häufig wichtiger als ein kleiner Unterschied beim Zinssatz. Geld, das du kurzfristig benötigst, sollte nicht langfristig gebunden sein.
Tagesgeld für flexible Rücklagen
Ein Tagesgeldkonto eignet sich besonders gut für den Notgroschen. Damit kannst du unerwartete Ausgaben finanzieren, ohne langfristige Anlagen auflösen oder Wertpapiere verkaufen zu müssen.
Auch für geplante Ausgaben in den kommenden Monaten ist Tagesgeld praktisch. Vielleicht möchtest du einen Urlaub bezahlen, ein neues Auto anschaffen oder eine größere Rechnung begleichen.
Zwar kannst du dein Tagesgeld grundsätzlich jederzeit abrufen, die Überweisung auf dein Referenzkonto muss jedoch nicht in jeder Situation sofort erfolgen. Plane deshalb auch für sehr kurzfristige Zahlungen ausreichend Guthaben auf deinem Girokonto ein.
Festgeld für planbare Zeiträume
Festgeld ist dagegen für Geld gedacht, auf das du während einer bestimmten Laufzeit verzichten kannst. Du weißt bereits vorab, zu welchem Zeitpunkt deine Anlage fällig wird.
Das kann beispielsweise für Geld sinnvoll sein, das du erst in zwei Jahren für eine geplante Anschaffung einsetzen möchtest.
Allerdings solltest du immer einen finanziellen Puffer einplanen. Denn selbst sorgfältig geplante Ausgaben können sich verändern oder früher als erwartet anfallen.
Wie sicher sind Tagesgeld und Festgeld?
Tagesgeld und Festgeld zählen bei entsprechenden Kreditinstituten zu den Bankeinlagen. Innerhalb der Europäischen Union sind berechtigte Einlagen grundsätzlich durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.
Die reguläre Schutzgrenze beträgt 100.000 Euro pro Person und Bank. Diese Grenze gilt nicht separat für jedes einzelne Tagesgeld- oder Festgeldkonto.
Hast du beispielsweise 40.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto und 70.000 Euro als Festgeld bei derselben Bank, belaufen sich deine Einlagen zusammen auf 110.000 Euro.
Unter der regulären gesetzlichen Schutzgrenze sind davon grundsätzlich 100.000 Euro abgesichert. Die restlichen 10.000 Euro überschreiten diese Grenze. Unter bestimmten besonderen Voraussetzungen kann ein zusätzlicher zeitlich begrenzter Schutz gelten.
Worauf solltest du bei der Bankauswahl achten?
Prüfe, bei welcher Bank dein Geld tatsächlich angelegt wird und welches Einlagensicherungssystem zuständig ist. Auch unterschiedliche Marken können zur selben Bank gehören und deshalb unter eine gemeinsame Schutzgrenze fallen.
Bei ausländischen Banken können sich Unterschiede bei der Kommunikation, der Entschädigungsabwicklung oder bei der steuerlichen Behandlung ergeben.
Besondere Vorsicht ist bei ungewöhnlich hohen Zinsversprechen geboten. Betrüger versuchen teilweise, über gefälschte Angebote und Webseiten an das Geld von Sparern zu gelangen. Prüfe deshalb immer sorgfältig die Identität des tatsächlichen Anbieters.
Welche Vor- und Nachteile haben beide Sparformen?
Vorteile und Nachteile von Tagesgeld
Der größte Vorteil des Tagesgeldkontos ist die Flexibilität. Du kannst dein Guthaben grundsätzlich täglich abrufen und bei Bedarf weitere Beträge einzahlen. Dadurch eignet es sich besonders für Rücklagen und einen Notgroschen.
Der wichtigste Nachteil sind die variablen Zinsen. Die Bank kann den Zinssatz reduzieren, wodurch dein zukünftiger Zinsertrag sinkt. Eine langfristig feste Verzinsung erhältst du beim klassischen Tagesgeld normalerweise nicht.
Vorteile und Nachteile von Festgeld
Beim Festgeld liegt der wichtigste Vorteil in der Planungssicherheit. Der vereinbarte Zinssatz steht fest und du kennst den regulären Fälligkeitstermin.
Dafür ist dein Geld während der Laufzeit normalerweise gebunden. Wenn du unerwartet Kapital benötigst, kannst du nicht ohne Weiteres auf deine Festgeldanlage zugreifen.
Außerdem kann die Zinsbindung nachteilig werden, wenn neue Festgeldangebote später deutlich höhere Zinsen bieten.
Für welche Sparziele eignet sich Tagesgeld?
Tagesgeld ist besonders geeignet, wenn du jederzeit auf dein Geld zugreifen können möchtest. Typische Beispiele sind dein Notgroschen, kurzfristige Anschaffungen oder finanzielle Rücklagen mit ungewissem Verwendungszeitpunkt.
Wie hoch dein Notgroschen sein sollte, hängt von deinen persönlichen Umständen ab. Häufig werden mehrere Monatsausgaben als Orientierung genannt. Entscheidend sind aber deine tatsächlichen Verpflichtungen, Einkommenssicherheit und mögliche unerwartete Ausgaben.
Mit einem getrennten Tagesgeldkonto lassen sich solche Rücklagen zudem besser vom täglichen Zahlungsverkehr abgrenzen. Weitere Informationen zu Konten und Zahlungen findest du in unserem Girokonto-Ratgeber.
Wann kann Festgeld die bessere Wahl sein?
Festgeld kann sinnvoll sein, wenn du einen bestimmten Geldbetrag über einen klar definierten Zeitraum nicht benötigst. Der feste Zinssatz macht deinen nominalen Zinsertrag unter den vereinbarten Bedingungen planbar.
Wenn du beispielsweise bereits Geld für eine Anschaffung in zwei Jahren angespart hast, kann eine passende Festgeldlaufzeit interessant sein. Voraussetzung ist, dass du währenddessen über genügend andere liquide Mittel verfügst.
Lange Laufzeiten solltest du nicht automatisch bevorzugen. Vergleiche auch kürzere Angebote. Eine längere Bindung führt nicht zwangsläufig zu einem höheren Zinssatz.
Tagesgeld und Festgeld kombinieren – ist das sinnvoll?
Du musst dich nicht für nur eine Sparform entscheiden. Gerade bei größeren Rücklagen kann es sinnvoll sein, Geld auf Tagesgeld und Festgeld aufzuteilen.
Einen Teil deiner Ersparnisse hältst du jederzeit verfügbar. Diesen Betrag nutzt du für unerwartete Ausgaben und kurzfristige Verpflichtungen.
Geld, das du für einen bestimmten Zeitraum nicht benötigst, kannst du dagegen als Festgeld anlegen. Dadurch kombinierst du Flexibilität mit festen Vertragszinsen.
Die Festgeldleiter als zusätzliche Möglichkeit
Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Festgeldleiter. Dabei verteilst du einen größeren Betrag auf mehrere Anlagen mit unterschiedlichen Laufzeiten.
Beispielsweise könntest du 15.000 Euro auf drei Festgeldanlagen zu jeweils 5.000 Euro mit Laufzeiten von einem, zwei und drei Jahren verteilen.
Dadurch wird regelmäßig ein Teil deines Geldes frei. Du kannst dann entscheiden, ob du es benötigst oder erneut anlegen möchtest. Eine Festgeldleiter ersetzt allerdings keinen jederzeit verfügbaren Notgroschen.
Welche Rolle spielen Steuern und Inflation?
Sowohl Tagesgeldzinsen als auch Festgeldzinsen gehören in Deutschland grundsätzlich zu den steuerpflichtigen Kapitalerträgen.
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt derzeit 1.000 Euro jährlich für Einzelpersonen und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare beziehungsweise Lebenspartner. Bei deutschen Banken kannst du dafür einen Freistellungsauftrag einrichten.
Darüber hinaus fällt grundsätzlich Kapitalertragsteuer beziehungsweise Abgeltungsteuer an, gegebenenfalls zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Neben den Steuern solltest du die Inflation beachten. Ein positiver nominaler Zinsertrag bedeutet nicht automatisch, dass deine Kaufkraft steigt.
Wenn die Inflation höher ausfällt als deine Nachsteuerrendite, kannst du dir von deinem Geld trotz gestiegenem Kontostand weniger kaufen. Besonders über längere Zeiträume kann dieser Effekt erheblich sein.
Worauf solltest du beim Vergleich von Angeboten achten?
Ein guter Vergleich beginnt nicht bei der höchsten beworbenen Prozentzahl, sondern bei deinem persönlichen Sparziel. Erst wenn du weißt, wie lange du auf das Geld verzichten kannst, solltest du passende Angebote auswählen.
1. Verfügbarkeit und Laufzeit prüfen
Überlege zuerst, ob du den Betrag kurzfristig benötigst. Ist der Zeitpunkt ungewiss, spricht vieles für Tagesgeld. Bei einer klar planbaren Verwendung kann Festgeld infrage kommen.
2. Tatsächliche Zinserträge vergleichen
Berücksichtige beim Tagesgeld mögliche Aktionszeiträume und anschließend geltende Zinsen. Beim Festgeld solltest du die gesamte Laufzeit und die Zinsgutschrift vergleichen.
3. Einlagensicherung kontrollieren
Prüfe die Bank, das zuständige Sicherungssystem und bereits dort vorhandene Einlagen. Beachte die reguläre gesetzliche Schutzgrenze.
4. Mindestanlage und Bedingungen lesen
Bei Festgeldangeboten sind häufig bestimmte Mindestanlagebeträge vorgesehen. Beim Tagesgeld können Höchstbeträge für Aktionszinsen gelten.
5. Automatische Verlängerung beachten
Bei Festgeld solltest du prüfen, ob die Bank dein Geld nach Laufzeitende automatisch wieder fest anlegt. Eine solche Verlängerung kann zu anderen Zinskonditionen erfolgen.
Fazit: Die passende Sparform hängt von deinen Zielen ab
Tagesgeld und Festgeld sind zwei unterschiedliche Möglichkeiten, Geld verzinst und sicherheitsorientiert aufzubewahren. Welche davon besser ist, hängt nicht ausschließlich vom angebotenen Zinssatz ab.
Tagesgeld ist besonders für finanzielle Rücklagen und kurzfristige Sparziele geeignet. Du bleibst flexibel, musst dafür aber variable Zinsen akzeptieren.
Festgeld bietet dir dagegen feste Vertragszinsen für eine vereinbarte Laufzeit. Es passt vor allem zu Beträgen, auf die du während dieser Zeit verzichten kannst.
In vielen Fällen kann auch eine Kombination sinnvoll sein: Tagesgeld für flexible Rücklagen, Festgeld für planbar nicht benötigte Beträge. Welche Aufteilung passt, richtet sich nach deiner finanziellen Situation.
Weitere Grundlagen und passende Ratgeber findest du auf unserer Übersichtsseite zu Tagesgeld und Festgeld.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Tagesgeld und Festgeld – sichere Angebote vergleichen
- Verbraucherzentrale: Risiko und Einlagensicherung
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: Tagesgeldkonto einfach erklärt
- Verbraucherzentrale: Geldanlage und Inflation
- BaFin: Einlagensicherung und Anlegerentschädigung
- Verbraucherzentrale: Betrug mit Tagesgeld- und Festgeldangeboten
Welche Sparform passt zu welcher Situation?
Drei Beispiele zeigen, warum die Verfügbarkeit deines Geldes häufig wichtiger ist als ein kleiner Zinsunterschied.
6.000 Euro als finanzielle Reserve
Du hast 6.000 Euro als Notgroschen angespart. Das Geld soll unerwartete Ausgaben wie Reparaturen oder Einkommensausfälle abdecken.
Du bleibst flexibel und kannst bei Bedarf auf deine Rücklagen zugreifen.
12.000 Euro für zwei Jahre anlegen
Du planst eine größere Anschaffung in zwei Jahren. Die 12.000 Euro benötigst du bis dahin nicht. Eine separate Notfallreserve ist bereits vorhanden.
Bei einfacher Verzinsung entstehen rechnerisch 600 Euro Bruttozinsen. Endguthaben: 12.600 Euro.
20.000 Euro sinnvoll aufteilen
Du besitzt 20.000 Euro Ersparnisse. Einen Teil möchtest du für unerwartete Ausgaben bereithalten, während du den übrigen Betrag voraussichtlich zwei Jahre nicht benötigst.
40 % deines Guthabens bleiben verfügbar, 60 % werden für einen festen Zeitraum angelegt. Die Aufteilung ist ein Beispiel und keine allgemeine Empfehlung.
Tagesgeld oder Festgeld – was passt zu dir?
Beantworte drei kurze Fragen und erhalte eine erste Orientierung, welche Sparform zu deinen Anforderungen passen könnte.
Die Entscheidungshilfe ist eine vereinfachte Orientierung und keine persönliche Anlageberatung. Berücksichtige vor einer Entscheidung auch deine finanzielle Situation, konkrete Angebote, Zinskonditionen und Einlagensicherung.
Häufige Fragen zu Tagesgeld oder Festgeld
Welche Sparform bietet mehr Zinsen, wann solltest du flexibel bleiben und wie sicher sind deine Ersparnisse? Hier findest du die Antworten.
Was ist besser: Tagesgeld oder Festgeld?
Das hängt davon ab, wann du dein Geld benötigst. Tagesgeld eignet sich besonders für flexible Rücklagen und kurzfristige Sparziele.
Festgeld bietet feste Vertragszinsen für eine vereinbarte Laufzeit. Dafür kannst du währenddessen normalerweise nicht auf das Geld zugreifen.
Wo bekomme ich mehr Zinsen?
Weder Tagesgeld noch Festgeld bietet grundsätzlich immer die höheren Zinsen.
Die Konditionen hängen vom Anbieter und vom allgemeinen Zinsniveau ab. Beim Tagesgeld können sich die Zinsen verändern, während der vereinbarte Festgeldzins während der Laufzeit feststeht.
Ist Tagesgeld sicherer als Festgeld?
Beide Sparformen zählen bei entsprechenden Banken zu den Einlagen und unterliegen grundsätzlich der gesetzlichen Einlagensicherung.
Innerhalb der EU beträgt der reguläre Schutz 100.000 Euro pro Person und Bank. Tagesgeld bietet allerdings eine höhere Flexibilität bei der Verfügung.
Kann ich beim Festgeld vorzeitig an mein Geld?
Normalerweise nicht. Klassisches Festgeld ist für eine bestimmte Laufzeit gebunden.
Eine vorzeitige Kündigung ist üblicherweise nicht vorgesehen. Besondere Ausnahmen können sich aus dem Vertrag oder gesetzlichen Regelungen ergeben.
Sollte ich meinen Notgroschen als Festgeld anlegen?
Für den Notgroschen eignet sich normalerweise ein Tagesgeldkonto besser. Die finanzielle Reserve soll unerwartete Ausgaben abdecken und deshalb verfügbar bleiben.
Festgeld kommt eher für Beträge infrage, die du während einer festen Laufzeit voraussichtlich nicht benötigst.
Kann ich Tagesgeld und Festgeld kombinieren?
Ja. Beide Sparformen können sich sinnvoll ergänzen.
Du kannst beispielsweise einen Teil deiner Rücklagen auf dem Tagesgeldkonto behalten und darüber hinausgehendes Geld, das du für einen bestimmten Zeitraum nicht benötigst, als Festgeld anlegen.
Was passiert, wenn die Zinsen steigen?
Bei Tagesgeld kann die Bank ihren Zinssatz erhöhen. Sie ist allerdings nicht verpflichtet, allgemeine Leitzinsänderungen vollständig oder unmittelbar weiterzugeben.
Beim Festgeld bleibt dein vereinbarter Zinssatz während der Laufzeit grundsätzlich unverändert. Höhere Zinsen neuer Angebote erhältst du deshalb nicht automatisch.
Muss ich Zinsen aus beiden Sparformen versteuern?
Ja. Tagesgeld- und Festgeldzinsen gehören in Deutschland grundsätzlich zu den steuerpflichtigen Kapitalerträgen.
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt aktuell 1.000 Euro pro Jahr für Einzelpersonen beziehungsweise 2.000 Euro für zusammen Veranlagte.
Bei deutschen Banken kannst du einen Freistellungsauftrag einrichten.
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