GIROKONTO · FINANZORGANISATION · MEHRKONTENMODELL
Wie funktioniert das Mehrkontenmodell? Finanzen mit mehreren Konten organisieren
Mehr Übersicht über Dein Geld, weniger Chaos bei den Ausgaben und klare Sparziele: Mit dem Mehrkontenmodell verteilst Du Dein Einkommen auf verschiedene Konten und Budgets. Erfahre, wie das Drei-Konten-Modell und Vier-Konten-Modell funktionieren und wie Du Girokonto, Tagesgeld und Unterkonten sinnvoll kombinierst.
Mehrkontenmodell: Mit einer klaren Kontostruktur Deine Finanzen besser organisieren
Das Gehalt kommt auf Dein Girokonto, wenige Tage später werden Miete, Strom, Versicherungen und andere Fixkosten abgebucht. Zwischendurch bezahlst Du Einkäufe, Restaurantbesuche oder Online-Bestellungen. Am Monatsende ist zwar noch etwas Geld übrig, aber Du weißt nicht genau, welcher Betrag tatsächlich frei verfügbar ist und wie viel Du eigentlich sparen könntest. Kommt Dir das bekannt vor?
Genau hier setzt das Mehrkontenmodell an. Statt sämtliche Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen über ein einziges Girokonto zu verwalten, teilst Du Dein Geld auf mehrere Konten oder virtuelle Unterkonten auf. Jedes Konto übernimmt dabei eine bestimmte Aufgabe. So kannst Du beispielsweise Deine laufenden Rechnungen von alltäglichen Ausgaben trennen und gleichzeitig gezielt Rücklagen für unerwartete Kosten oder größere Anschaffungen bilden.
Besonders praktisch ist, dass Du dafür nicht unbedingt mehrere Girokonten bei unterschiedlichen Banken benötigst. Je nach Anbieter lassen sich innerhalb eines Bankkontos sogenannte Unterkonten oder Budgetbereiche einrichten. Zusätzlich kannst Du ein Tagesgeldkonto nutzen, um Deinen Notgroschen oder kurzfristige Sparziele getrennt vom alltäglichen Zahlungsverkehr aufzubewahren.
Eine verbreitete Variante ist das Drei-Konten-Modell. Dabei verwendest Du ein Konto für Deine Einnahmen und Fixkosten, ein zweites für variable Ausgaben und ein drittes für Rücklagen und Sparziele. Beim Vier-Konten-Modell kommt eine weitere Trennung hinzu, beispielsweise zwischen Notgroschen und langfristigem Vermögensaufbau. Allerdings gibt es keine verbindliche Einteilung: Entscheidend ist, dass die gewählte Struktur zu Deiner finanziellen Situation passt.
Der eigentliche Vorteil entsteht durch die klare Zuordnung Deines Geldes. Wenn Du bereits nach dem Gehaltseingang feste Beträge für Rechnungen, Einkäufe und Sparziele reservierst, erkennst Du leichter, wie viel Geld Dir für spontane Ausgaben zur Verfügung steht. Gleichzeitig kannst Du regelmäßige Überweisungen mithilfe von Daueraufträgen automatisieren.
Das Mehrkontenmodell vermehrt Dein Geld nicht automatisch und ersetzt auch keinen Haushaltsplan. Es ist vielmehr ein Organisationssystem, das Dir dabei helfen kann, finanzielle Entscheidungen bewusster zu treffen, Rücklagen aufzubauen und Deine Ausgaben besser zu kontrollieren. Wichtig sind außerdem mögliche Kontogebühren, die Verfügbarkeit Deines Geldes und die Bedingungen der jeweiligen Bank.
In diesem Ratgeber erfährst Du, wie das Mehrkontenmodell funktioniert, wie viele Konten sinnvoll sein können und wie Du Dein Einkommen auf Fixkosten, variable Ausgaben, Notgroschen und Sparziele verteilst. Außerdem zeigen wir Dir anhand konkreter Beispiele und interaktiver Rechner, wie Du Dein eigenes Kontensystem Schritt für Schritt aufbauen kannst.
Mehrkontenmodell – vier wichtige Bereiche auf einen Blick
Mit dem Mehrkontenmodell gibst du deinem Geld eine klare Aufgabe. Statt sämtliche Einnahmen, Ausgaben und Sparbeträge über ein einziges Konto zu verwalten, trennst du deinen Zahlungsverkehr in übersichtliche Bereiche.
Einnahmen und Fixkosten
Auf deinem zentralen Girokonto gehen Gehalt und andere regelmäßige Einnahmen ein. Davon bezahlst du Miete, Strom, Versicherungen und weitere Fixkosten. Dieses Konto bildet die Grundlage deiner monatlichen Finanzorganisation.
Alltag und Freizeit
Ein separates Konto oder Unterkonto enthält dein Budget für Lebensmittel, Freizeit, Shopping und andere variable Ausgaben. Dadurch erkennst du leichter, wie viel Geld du im laufenden Monat noch frei ausgeben kannst.
Rücklagen und Notgroschen
Ein eigenes Tagesgeldkonto oder ein geeigneter separater Sparbereich dient als Reserve für unerwartete Ausgaben. Dazu gehören beispielsweise Autoreparaturen, Ersatzanschaffungen oder kurzfristige finanzielle Engpässe. Das Geld sollte gut erreichbar bleiben.
Sparziele und Vermögensaufbau
In diesem Bereich sammelst du Geld für Urlaub, größere Anschaffungen und andere geplante Ausgaben. Zusätzlich kannst du langfristiges Investieren organisieren, etwa durch regelmäßige Überweisungen auf dein Depot oder einen ETF-Sparplan.
Praxistipp: Verteile dein Einkommen automatisch
Besonders einfach wird das Mehrkontenmodell, wenn du deine Geldverteilung automatisierst. Sobald dein Gehalt eingegangen ist, können feste Beträge per Dauerauftrag auf dein Alltagskonto, dein Tagesgeldkonto oder andere Sparbereiche überwiesen werden.
So reservierst du bereits zu Monatsbeginn Geld für laufende Ausgaben und finanzielle Ziele. Wichtig ist, dass nach den Übertragungen auf deinem Gehaltskonto ausreichend Guthaben für anstehende Lastschriften und Daueraufträge verbleibt.
Du benötigst dafür nicht zwingend vier eigenständige Bankkonten. Bei einigen Banken kannst du mehrere virtuelle Unterkonten oder Sparbereiche innerhalb eines Kontomodells nutzen. Prüfe allerdings, ob diese Bereiche eigene IBANs besitzen und ob direkte Zahlungen daraus möglich sind.
Wie du Überweisungen automatisierst, erklären wir unter Was sind Lastschrift und Dauerauftrag?. Bei der Auswahl eines geeigneten Kontomodells hilft dir unser Girokonto-Vergleich.
Was ist das Mehrkontenmodell und wie funktioniert es?
Das Mehrkontenmodell ist eine Methode der privaten Finanzorganisation, bei der Du Dein verfügbares Geld auf mehrere Konten oder getrennte Budgetbereiche verteilst. Statt sämtliche Einnahmen, Rechnungen, alltäglichen Ausgaben und Sparbeträge über ein einziges Girokonto laufen zu lassen, erhält jeder Geldbetrag eine möglichst klare Aufgabe.
Das grundlegende Prinzip ist einfach: Du trennst Geld, das Du für notwendige Ausgaben benötigst, von Geld für Freizeit, finanzielle Rücklagen und langfristige Ziele. Dadurch soll besser erkennbar werden, welche Beträge bereits verplant sind und über welchen Teil Deines Einkommens Du tatsächlich frei verfügen kannst.
Stell Dir beispielsweise vor, Du erhältst am Monatsanfang 2.800 Euro Nettogehalt. Auf Deinem Girokonto liegen zusätzlich Rücklagen aus den vergangenen Monaten. Ohne eine klare Aufteilung kann der angezeigte Kontostand den Eindruck vermitteln, dass mehr Geld verfügbar ist, als nach Abzug aller kommenden Rechnungen tatsächlich übrig bleibt.
Ein Mehrkontenmodell hilft, diese Beträge voneinander zu unterscheiden. Du kannst beispielsweise ein Konto für Gehalt und feste Rechnungen verwenden, ein zweites Konto für Deinen Alltag, ein Tagesgeldkonto für Notfälle und einen weiteren Sparbereich für geplante Anschaffungen.
Wichtig ist allerdings: Nicht jede getrennte Budgetkategorie muss ein eigenes Bankkonto sein. Abhängig von Deinem Anbieter reichen möglicherweise bereits ein Girokonto, ein Tagesgeldkonto und mehrere virtuelle Unterkonten aus. Auch eine digitale Budgetübersicht kann einzelne Konten ersetzen, wenn Du damit gut zurechtkommst.
Wenn Du zunächst verstehen möchtest, welche Funktionen ein klassisches Bankkonto übernimmt, findest Du die Grundlagen unter Was ist ein Girokonto?.
Welche Vorteile bietet das Mehrkontenmodell?
Der wichtigste Vorteil eines Mehrkontenmodells besteht in der Übersichtlichkeit. Durch die Trennung verschiedener Geldbereiche kannst Du schneller beurteilen, ob Du Dir eine zusätzliche Ausgabe leisten kannst, ohne damit Deine Miete, eine Versicherungszahlung oder Dein Sparziel zu gefährden.
Du erkennst Deine tatsächlich verfügbaren Budgets
Ein hoher Girokontostand bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Betrag frei verfügbar ist. Vielleicht stehen in den nächsten Tagen noch Mietzahlungen, Versicherungsbeiträge oder jährliche Rechnungen an. Wenn Du diese Beträge getrennt reservierst, wird Dein frei verfügbares Alltagsbudget deutlich transparenter.
Das Mehrkontenmodell kann daher helfen, spontane Ausgaben bewusster einzuordnen. Statt bei jedem Einkauf sämtliche zukünftigen Abbuchungen gedanklich berücksichtigen zu müssen, orientierst Du Dich an dem Budget, das Du für diesen Ausgabenbereich vorgesehen hast.
Du kannst Sparziele gezielt verfolgen
Ob Urlaub, neues Auto, Ersatz für Haushaltsgeräte oder eine größere Anschaffung: Viele finanzielle Ziele gehen im normalen Zahlungsverkehr unter. Mit getrennten Sparbereichen erkennst Du dagegen direkt, wie viel Geld bereits für ein bestimmtes Vorhaben vorhanden ist.
Wenn Du beispielsweise jeden Monat 150 Euro für einen Urlaub zurücklegst, wächst das dafür vorgesehene Guthaben unabhängig von Deinem alltäglichen Einkaufsbudget. Das macht Fortschritte sichtbar und erleichtert die Planung.
Du kannst Dein Sparen automatisieren
Besonders praktisch wird das Mehrkontenmodell, wenn Du regelmäßige Überweisungen automatisierst. Nach dem Gehaltseingang werden festgelegte Beträge auf Deine verschiedenen Konten oder Sparbereiche verteilt. Du musst dann nicht jeden Monat erneut entscheiden, ob und wie viel Du sparen möchtest.
Die Ausführung kann beispielsweise über Daueraufträge erfolgen. Wie diese funktionieren und worin sie sich von einer Lastschrift unterscheiden, erklären wir auf unserer Unterseite Was sind Lastschrift und Dauerauftrag?.
Du behältst Rücklagen besser im Blick
Eine finanzielle Reserve soll Dir helfen, unerwartete Belastungen abzufangen. Wenn sie ständig mit dem Alltagsgeld vermischt wird, besteht das Risiko, dass Du sie unbemerkt für andere Ausgaben verwendest. Ein separates Tagesgeldkonto kann dafür eine praktische Lösung sein.
Das Mehrkontenmodell ist allerdings kein Ersatz für eine realistische Budgetplanung. Wenn Deine regelmäßigen Ausgaben dauerhaft höher sind als Deine Einnahmen, lässt sich dieses Problem nicht allein durch zusätzliche Konten lösen.
Wie funktioniert das Drei-Konten-Modell?
Das Drei-Konten-Modell gehört zu den einfachsten Varianten der Finanzorganisation. Wie die Konten aufgeteilt werden, kann unterschiedlich sein. Eine besonders alltagstaugliche Struktur besteht aus einem Gehalts- und Fixkostenkonto, einem Konto für variable Ausgaben und einem Konto für Rücklagen und Sparziele.
Diese Einteilung eignet sich vor allem dann, wenn Du Deinen Alltag strukturieren möchtest, ohne dafür besonders viele separate Konten zu verwalten.
Gehalts- und Fixkostenkonto
Hier gehen Dein Gehalt und weitere regelmäßige Einnahmen ein. Von diesem Konto werden beispielsweise Miete, Strom, Versicherungen, Telekommunikation und andere feste Verpflichtungen bezahlt. Es ist die zentrale Stelle Deines Zahlungsverkehrs.
Alltags- und Freizeitkonto
Auf dieses Konto überträgst Du monatlich einen festgelegten Betrag für Lebensmittel, Restaurants, Freizeit, Shopping und sonstige variable Ausgaben. So erkennst Du besser, wie viel Geld für Deinen Alltag noch zur Verfügung steht.
Rücklagen- und Sparkonto
Hier sammelst Du Geld für Notfälle und zukünftige Vorhaben. Ein Tagesgeldkonto kann sich für liquide Rücklagen anbieten. Wenn mehrere Sparziele gleichzeitig bestehen, helfen gegebenenfalls zusätzliche virtuelle Sparbereiche.
Optional: Ein separates Wertpapierdepot
Wenn Du langfristig investieren möchtest, kann zusätzlich ein Depot sinnvoll sein. Aktien und ETFs sind allerdings keine gewöhnlichen Bankeinlagen und sollten nicht mit kurzfristig benötigtem Rücklagengeld verwechselt werden.
Für wen eignet sich das Drei-Konten-Modell?
Das Drei-Konten-Modell kann besonders für Berufseinsteiger, Alleinstehende oder Haushalte mit überschaubaren Einnahmen und Ausgaben sinnvoll sein. Es schafft eine grundlegende Trennung zwischen notwendigen Zahlungen, frei verfügbarem Geld und Rücklagen, ohne den Organisationsaufwand unnötig zu erhöhen.
Ein möglicher Nachteil ist, dass unterschiedliche Sparziele innerhalb eines einzigen Rücklagenkontos zusammenlaufen. Wenn dort gleichzeitig Geld für Notfälle, Urlaub und größere Anschaffungen liegt, benötigst Du eine zusätzliche Übersicht oder virtuelle Unterkonten, um die einzelnen Beträge auseinanderzuhalten.
Wie funktioniert das Vier-Konten-Modell?
Das Vier-Konten-Modell erweitert die grundlegende Trennung des Drei-Konten-Modells. Häufig wird der bisher gemeinsame Bereich für Rücklagen und Sparziele aufgeteilt. So bleibt der Notgroschen unabhängig von geplanten Anschaffungen und längerfristigen Sparvorhaben.
Diese zusätzliche Struktur kann besonders dann hilfreich sein, wenn Du mehrere finanzielle Ziele gleichzeitig verfolgst und vermeiden möchtest, dass dafür vorgesehenes Geld unabsichtlich miteinander vermischt wird.
Girokonto für Einnahmen und Fixkosten
Dein Gehalt geht auf dem Hauptkonto ein. Miete, Strom, Versicherungen und andere feste Zahlungen werden davon abgewickelt. Auf diesem Konto sollte genügend Guthaben für alle bevorstehenden Belastungen verbleiben.
Alltagskonto für variable Ausgaben
Du reservierst einen festen Monatsbetrag für Einkäufe, Freizeit und persönliche Ausgaben. Dadurch erhält dieser Teil Deines Budgets eine eigene Grenze, die Du bei Bedarf flexibel anpassen kannst.
Tagesgeldkonto für den Notgroschen
Der Notgroschen dient als finanzielle Sicherheitsreserve. Er soll bei unerwarteten Ausgaben schnell erreichbar sein und wird nicht für reguläre Urlaube oder geplante Konsumausgaben verwendet.
Sparkonto für Ziele und Zukunft
Auf diesem Konto sammelst Du Geld für größere Anschaffungen oder weitere geplante Ausgaben. Für einen langfristigen Vermögensaufbau können zusätzlich Überweisungen an ein Wertpapierdepot vorgesehen werden.
Was ist besser: Drei-Konten-Modell oder Vier-Konten-Modell?
Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Ein Drei-Konten-Modell kann ausreichen, wenn Du lediglich Deine Fixkosten, alltäglichen Ausgaben und Rücklagen voneinander trennen möchtest. Das Vier-Konten-Modell schafft zusätzliche Transparenz, wenn Du den Notgroschen unabhängig von anderen Sparzielen verwalten möchtest.
Entscheidend ist, wie aufwendig Deine Finanzorganisation sein darf. Ein komplexeres System ist nicht automatisch besser. Wenn Du ständig Geld zwischen verschiedenen Konten verschieben musst, weil die Aufteilung zu kleinteilig gewählt wurde, kann eine einfachere Struktur sinnvoller sein.
Gut zu wissen: Die Bezeichnungen Drei-Konten-Modell und Vier-Konten-Modell beschreiben keine gesetzlich festgelegten Bankprodukte. Es handelt sich um unterschiedliche Methoden zur Budgetorganisation. Auch innerhalb derselben Modellbezeichnung können die einzelnen Konten anders aufgeteilt werden.
Was sind Unterkonten und wie helfen sie beim Mehrkontenmodell?
Unterkonten sind zusätzliche Konten oder getrennte Budgetbereiche innerhalb eines Bankangebots. Je nach Anbieter können sie eigene IBANs besitzen oder lediglich der virtuellen Zuordnung bestimmter Guthaben dienen.
Virtuelle Unterkonten werden teilweise auch als Spaces, Pockets oder Sparbereiche bezeichnet. Die Bezeichnungen unterscheiden sich zwischen den Banken und sagen allein noch nichts über die rechtlichen oder technischen Funktionen aus.
Unterkonten mit eigener IBAN
Einige Banken ermöglichen zusätzliche Konten mit eigenen IBANs. Dadurch können bestimmte Zahlungsvorgänge gegebenenfalls direkt einem solchen Konto zugeordnet werden. Ob Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen tatsächlich möglich sind, hängt vom jeweiligen Produkt ab.
Ein Unterkonto mit eigener IBAN ist deshalb nicht automatisch mit einem uneingeschränkt nutzbaren Girokonto gleichzusetzen.
Virtuelle Budgetbereiche ohne eigene IBAN
Andere Anbieter ermöglichen lediglich eine interne Aufteilung des vorhandenen Guthabens. Dadurch kannst Du Geld beispielsweise gedanklich oder technisch einem Urlaub, einer Autoreparatur oder einer geplanten Anschaffung zuordnen.
Der Vorteil besteht darin, dass Du mehrere Sparziele organisieren kannst, ohne zwangsläufig für jeden Bereich ein eigenständiges Bankkonto eröffnen zu müssen. Allerdings lassen sich aus solchen virtuellen Bereichen unter Umständen keine Überweisungen oder Lastschriften direkt ausführen.
Sind Unterkonten kostenlos?
Das hängt von der Bank und dem gewählten Kontomodell ab. Manche Anbieter stellen mehrere Unterkonten ohne zusätzliche Gebühren bereit. Andere begrenzen die Anzahl oder verlangen einen höheren monatlichen Kontopreis für zusätzliche Funktionen.
Prüfe vor der Entscheidung deshalb die tatsächlichen Leistungen und Kosten. Unser Ratgeber Welche Kosten verursacht ein Girokonto? erklärt, worauf Du bei Kontoführungsgebühren und Zusatzleistungen achten solltest.
Welche Rolle spielt das Tagesgeldkonto im Mehrkontenmodell?
Ein Tagesgeldkonto kann innerhalb des Mehrkontenmodells eine wichtige Aufgabe übernehmen. Es dient dazu, Geld getrennt vom alltäglichen Zahlungsverkehr aufzubewahren und dabei grundsätzlich kurzfristig verfügbar zu halten.
Im Unterschied zu einem klassischen Girokonto ist ein Tagesgeldkonto normalerweise nicht dafür gedacht, alltägliche Rechnungen oder Kartenzahlungen abzuwickeln. Auszahlungen erfolgen häufig über ein zuvor festgelegtes Referenzkonto.
Tagesgeld für den Notgroschen
Wenn Du unerwartet eine größere Rechnung bezahlen musst, ist ein finanzieller Puffer besonders wertvoll. Ein Tagesgeldkonto eignet sich häufig dafür, weil das Guthaben grundsätzlich ohne feste Laufzeit verfügbar ist.
Je nach Bank kann die Auszahlung auf Dein Girokonto allerdings eine gewisse Zeit benötigen. Für Zahlungen, die noch am selben Tag ausgeführt werden müssen, kann deshalb ein zusätzlicher kleiner Liquiditätspuffer direkt auf dem Girokonto sinnvoll sein.
Tagesgeld für kurzfristige Sparziele
Neben dem Notgroschen kannst Du Tagesgeld auch für andere kurzfristige Ziele nutzen. Dazu gehören beispielsweise eine geplante Reise, neue Möbel oder eine größere Anschaffung innerhalb der kommenden Monate.
Wenn mehrere Ziele gleichzeitig bestehen, kannst Du entweder geeignete Unterkonten nutzen oder die einzelnen Beträge in einem eigenen Budgetplan dokumentieren.
Wie unterscheiden sich Tagesgeld und ETF-Depot?
Ein Tagesgeldkonto dient vor allem der Aufbewahrung kurzfristig verfügbarer Geldbeträge. Ein ETF-Depot kann dagegen für den langfristigen Vermögensaufbau genutzt werden. Dabei unterliegen Wertpapiere Marktschwankungen und können an Wert verlieren.
Geld, das Du kurzfristig für Miete, Reparaturen oder notwendige Anschaffungen benötigst, solltest Du deshalb nicht ohne Weiteres einem Aktienmarktrisiko aussetzen.
Die grundlegenden Unterschiede zwischen Girokonto, Tagesgeld und anderen Bankkonten behandeln wir auch unter Welche Girokonto-Arten gibt es?.
Wie verteilst Du Dein Nettoeinkommen im Mehrkontenmodell?
Beim Mehrkontenmodell legst Du fest, wie viel Geld monatlich auf Deine verschiedenen Konten oder Budgetbereiche verteilt werden soll. Dafür benötigst Du zunächst einen realistischen Überblick über Dein verfügbares Einkommen und Deine tatsächlichen Ausgaben.
Ausgangspunkt ist in der Regel Dein monatliches Nettoeinkommen. Davon ziehst Du notwendige Fixkosten, variable Lebenshaltungskosten und andere bereits bestehende Verpflichtungen ab. Anschließend bestimmst Du, wie viel Geld für Rücklagen, Sparziele und gegebenenfalls langfristige Investitionen zur Verfügung steht.
Welche Ausgaben gehören zu den Fixkosten?
Fixkosten sind regelmäßig anfallende oder vertraglich festgelegte Zahlungen. Dazu zählen beispielsweise Miete, Versicherungen, Stromabschläge, Internetverträge und Kreditraten. Auch jährliche Zahlungen solltest Du berücksichtigen, indem Du dafür monatlich einen entsprechenden Anteil zurücklegst.
Wenn eine Versicherung beispielsweise 360 Euro jährlich kostet, kannst Du dafür rechnerisch 30 Euro pro Monat reservieren. So wird die spätere Abbuchung nicht zu einer unerwarteten Belastung.
Was gehört zum variablen Alltagsbudget?
Variable Ausgaben ändern sich von Monat zu Monat. Dazu gehören unter anderem Lebensmittel, Freizeit, Restaurantbesuche, Bekleidung und persönliche Anschaffungen. Einige dieser Ausgaben sind notwendig, andere eher freiwillig.
Eine getrennte Budgetkategorie kann helfen, die Summe zu begrenzen. Gleichzeitig sollte das Budget realistisch bleiben: Ein zu knapp kalkulierter Betrag führt möglicherweise dazu, dass Du regelmäßig Geld von anderen Konten zurückholen musst.
Wie viel Geld solltest Du sparen?
Eine feste Sparquote passt nicht zu jeder finanziellen Situation. Wie viel Du zurücklegen kannst, hängt unter anderem von Deinem Einkommen, Deinen notwendigen Ausgaben, bestehenden Schulden und Deinen persönlichen Zielen ab.
Bekannte Budgetregeln wie die 50-30-20-Regel können als Ausgangspunkt dienen. Sie sehen beispielsweise eine Einteilung des Einkommens in notwendige Ausgaben, persönliche Wünsche und Sparen beziehungsweise Schuldentilgung vor. Diese Aufteilung ist jedoch kein allgemeingültiger Maßstab.
Wenn Deine Miete einen hohen Anteil Deines Einkommens beansprucht, kann eine andere Verteilung erforderlich sein. Entscheidend ist, dass Du mit Deinem Budget dauerhaft zurechtkommst und ausreichend Geld für notwendige Zahlungen verfügbar bleibt.
Beispiel: Mehrkontenmodell mit 2.800 Euro Nettoeinkommen
Angenommen, Du erhältst monatlich 2.800 Euro netto und möchtest Dein Einkommen mithilfe eines Vier-Konten-Modells organisieren. Nach einer Auswertung Deiner regelmäßigen Ausgaben entscheidest Du Dich für folgende beispielhafte Aufteilung:
Beispielhafte monatliche Budgetverteilung
In diesem Beispiel werden 1.350 Euro für regelmäßige Verpflichtungen reserviert. Weitere 850 Euro stehen für variable Alltagsausgaben zur Verfügung. Gleichzeitig fließen monatlich 250 Euro in den Notgroschen und 350 Euro in andere Sparziele beziehungsweise den langfristigen Vermögensaufbau.
Zusammen werden damit 600 Euro pro Monat für Rücklagen und Sparziele vorgesehen. Bezogen auf das Nettoeinkommen entspricht das rund 21,4 Prozent. Ob eine solche Verteilung für Dich sinnvoll und realistisch ist, hängt von Deinen tatsächlichen Lebenshaltungskosten und bestehenden finanziellen Verpflichtungen ab.
Wichtig ist außerdem, dass ein Teil der 1.350 Euro für unregelmäßige, aber planbare Rechnungen vorgesehen sein kann. Solche Rückstellungen gehören nicht zum Notgroschen, weil die zugrunde liegenden Ausgaben bereits absehbar sind.
Wie automatisierst Du das Mehrkontenmodell mit Daueraufträgen?
Die regelmäßige Geldverteilung ist einer der wichtigsten praktischen Bestandteile des Mehrkontenmodells. Wenn Du jeden Monat manuell entscheiden musst, welche Beträge verschoben werden sollen, kann das System auf Dauer unnötig aufwendig werden.
Mit Daueraufträgen kannst Du feste Beträge zu festgelegten Terminen automatisch zwischen geeigneten Konten überweisen lassen. Dadurch lassen sich Alltagsbudget und Sparraten bereits kurz nach dem Gehaltseingang aufteilen.
Schritt 1: Gehaltseingang als Ausgangspunkt verwenden
Dein zentrales Girokonto dient zunächst als Sammelstelle für das monatliche Einkommen. Sobald das Gehalt eingegangen ist, kann die geplante Verteilung beginnen. Achte dabei darauf, dass der Ausführungstermin Deiner Daueraufträge genügend Abstand zum tatsächlichen Gehaltseingang besitzt.
Schritt 2: Fixkosten und Rückstellungen reservieren
Bevor Du Geld auf andere Konten überträgst, solltest Du kontrollieren, welche Rechnungen und Abbuchungen noch bevorstehen. Dazu gehören neben den gewöhnlichen monatlichen Fixkosten auch anteilige Rückstellungen für jährliche Versicherungen oder andere größere Ausgaben.
Schritt 3: Alltagsbudget übertragen
Lege einen monatlichen Betrag fest, der für Lebensmittel, Freizeit und weitere variable Ausgaben vorgesehen ist. Wenn Du hierfür ein separates Zahlungskonto nutzt, kannst Du den Betrag per Dauerauftrag dorthin überweisen.
Schritt 4: Rücklagen und Sparziele automatisieren
Danach kannst Du feste Sparbeträge auf ein Tagesgeldkonto oder andere geeignete Sparbereiche übertragen. Auch regelmäßige Überweisungen an ein Wertpapierdepot oder die Finanzierung eines ETF-Sparplans können Teil Deiner Planung sein.
Die konkrete technische Umsetzung hängt von den angebotenen Kontofunktionen ab. Nicht jedes virtuelle Unterkonto unterstützt eigene Daueraufträge oder externe Überweisungen.
Praxistipp: Lege automatische Überweisungen nicht so hoch fest, dass Dein Gehaltskonto anschließend regelmäßig überzogen wird. Ein kleiner Puffer für schwankende Rechnungen und verspätete Buchungen kann helfen, Rücklastschriften und Dispozinsen zu vermeiden.
Wie groß sollte der Notgroschen im Mehrkontenmodell sein?
Der Notgroschen ist eine finanzielle Reserve für unvorhergesehene Ausgaben oder vorübergehende Einkommensausfälle. Er soll verhindern, dass Du bei jeder größeren Reparatur oder unerwarteten Rechnung sofort auf einen Kredit, den Dispokredit oder langfristig angelegte Gelder zurückgreifen musst.
Als häufig genannte Orientierung gelten zwei bis drei Monatsgehälter. Die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass die tatsächlich benötigte Höhe von der persönlichen Situation abhängt. Wer beispielsweise eine Familie versorgt, ein älteres Auto besitzt oder ein unregelmäßiges Einkommen hat, benötigt möglicherweise einen anderen Puffer als jemand mit sehr niedrigen Fixkosten.
Notgroschen anhand Deiner Ausgaben planen
Eine mögliche Vorgehensweise besteht darin, Deine notwendigen monatlichen Ausgaben zu ermitteln und daraus ein individuelles Sicherheitsziel abzuleiten. Wenn Du monatlich 1.500 Euro für unverzichtbare Ausgaben benötigst, könnten beispielsweise drei Monate notwendiger Ausgaben einer Reserve von 4.500 Euro entsprechen.
Dies ist lediglich ein Rechenbeispiel und keine verbindliche Empfehlung. Du kannst die gewünschte Reserve entsprechend Deiner Beschäftigungssituation, familiären Verpflichtungen und Deinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis erhöhen oder reduzieren.
Notgroschen oder geplante Rücklage?
Zwischen einem echten Notgroschen und Rücklagen für absehbare Ausgaben solltest Du unterscheiden. Eine jährliche Kfz-Versicherung, ein geplanter Urlaub oder eine regelmäßig notwendige Wartung sind keine überraschenden Notfälle. Für solche Kosten kannst Du separate monatliche Rückstellungen bilden.
Der Notgroschen bleibt dagegen möglichst für Ausgaben reserviert, die Du weder zeitlich noch in ihrer konkreten Höhe zuverlässig planen kannst.
Warum eignet sich Tagesgeld häufig besser als ein ETF?
Ein Notgroschen muss im Bedarfsfall verlässlich verfügbar sein. Aktien und Aktien-ETFs können kurzfristig deutlich an Wert verlieren. Wenn Du genau in einer ungünstigen Marktphase Geld benötigst, müsstest Du möglicherweise Wertpapiere mit Verlust verkaufen.
Ein geeignetes Tagesgeldkonto kann deshalb für eine kurzfristige Sicherheitsreserve sinnvoller sein. Die konkreten Bedingungen, Auszahlungswege und die Einlagensicherung solltest Du dennoch prüfen.
Welche Kosten entstehen durch mehrere Girokonten und Unterkonten?
Ein Mehrkontenmodell muss nicht teuer sein. Ob zusätzliche Kosten entstehen, hängt davon ab, wie viele eigenständige Konten Du eröffnest, welche Leistungen Du benötigst und welches Kontomodell Deine Bank anbietet.
Wenn Du mehrere vollwertige Girokonten führst, können zusätzliche monatliche Kontoführungsgebühren anfallen. Darüber hinaus können separate Bankkarten, Bargeldabhebungen oder besondere Zusatzfunktionen kostenpflichtig sein.
Kontoführungsgebühren mehrerer Banken
Angenommen, Du nutzt drei Girokonten mit jeweils 5 Euro monatlicher Grundgebühr. Dadurch entstehen insgesamt 15 Euro pro Monat beziehungsweise 180 Euro im Jahr. Eine vergleichbare Budgetorganisation über ein günstigeres Hauptkonto und geeignete Unterkonten kann unter Umständen weniger kosten.
Deshalb solltest Du die zusätzlichen Funktionen stets gegen die Gebühren abwägen. Eine aufwendigere Kontostruktur lohnt sich nicht automatisch, wenn die zusätzlichen Bankkosten den praktischen Nutzen übersteigen.
Kosten für Unterkonten und Premiumfunktionen
Bei einigen Banken gehören Unterkonten zum regulären Leistungsumfang. Andere Anbieter ermöglichen eine größere Anzahl nur in kostenpflichtigen Kontomodellen. Auch eigene IBANs, zusätzliche Karten oder besondere Automatisierungsfunktionen können an einen bestimmten Tarif gekoppelt sein.
Prüfe deshalb nicht nur, ob eine Bank Unterkonten anbietet, sondern welche konkreten Funktionen Du ohne zusätzliche Gebühren nutzen kannst.
Ist ein Tagesgeldkonto kostenlos?
Viele Tagesgeldkonten werden ohne laufende Kontoführungsgebühr angeboten. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass ausnahmslos jedes entsprechende Produkt kostenlos ist. Maßgeblich sind die tatsächlichen Vertragsbedingungen.
Außerdem solltest Du zwischen dem Guthabenzins und möglichen zusätzlichen Konditionen unterscheiden. Tagesgeldzinsen können sich ändern und sind grundsätzlich nicht über die gesamte Nutzungsdauer garantiert.
Wenn Du ein passendes Girokonto als Basis suchst, kannst Du zunächst unseren Girokonto-Vergleich verwenden.
Wie sicher ist das Geld beim Mehrkontenmodell?
Wenn Du mehrere Konten verwendest, solltest Du auch die Einlagensicherung berücksichtigen. Für gesetzlich entschädigungsfähige Bankeinlagen gilt in Deutschland grundsätzlich ein Schutz von bis zu 100.000 Euro pro Einleger und Kreditinstitut.
Zu den typischerweise geschützten Einlagen gehören Guthaben auf Girokonten, Tagesgeldkonten und Festgeldkonten. Entscheidend ist allerdings unter anderem, bei welchem Kreditinstitut das Geld tatsächlich liegt und welcher Sicherungseinrichtung die Bank angehört.
Werden mehrere Unterkonten getrennt abgesichert?
Nein, zusätzliche Konten bei derselben Bank erhöhen die gesetzliche Sicherungsgrenze grundsätzlich nicht. Wenn Du beispielsweise 30.000 Euro auf Deinem Girokonto und 80.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto derselben Bank hältst, werden diese Guthaben für die reguläre gesetzliche Einlagensicherung grundsätzlich zusammengerechnet.
In diesem Beispiel liegen insgesamt 110.000 Euro bei einem Kreditinstitut. Bei einer regulären Sicherungsgrenze von 100.000 Euro wären daher 10.000 Euro nicht durch diese Grundabsicherung erfasst, sofern keine besondere erhöhte Schutzregel greift.
Was gilt bei Konten verschiedener Banken?
Wenn Du Dein Geld auf tatsächlich verschiedene Kreditinstitute verteilst, kann für jedes Institut eine eigene gesetzliche Sicherungsgrenze gelten. Allerdings können unterschiedliche Bankmarken unter derselben Banklizenz geführt werden. Du solltest deshalb prüfen, welches Kreditinstitut rechtlich hinter dem jeweiligen Kontoangebot steht.
Was gilt für Gemeinschaftskonten?
Bei Gemeinschaftskonten können die berechtigten Kontoinhaber grundsätzlich jeweils einen eigenen gesetzlichen Entschädigungsanspruch besitzen. Bestehen zusätzlich Einzelkonten derselben Person bei derselben Bank, müssen die ihr zuzurechnenden Einlagen zusammen betrachtet werden.
Gilt die Einlagensicherung auch für ETFs und Aktien?
Aktien und ETF-Anteile gehören nicht zu den klassischen Bankeinlagen, die über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt werden. Wertpapiere im Depot unterliegen anderen rechtlichen Regeln und können zugleich Marktrisiken aufweisen. Ein Kursverlust wird nicht durch die Einlagensicherung ausgeglichen.
Ausführlich erklären wir den gesetzlichen Schutz, die Sicherungsgrenzen und Besonderheiten auf unserer Unterseite Ist mein Geld auf dem Girokonto geschützt?.
Wie funktioniert das Mehrkontenmodell für Paare und Familien?
Auch in einem gemeinsamen Haushalt kann das Mehrkontenmodell helfen, finanzielle Abläufe übersichtlich zu gestalten. Dabei besteht häufig der Wunsch, gemeinsame Ausgaben von persönlichen Budgets zu trennen.
Eine Möglichkeit ist, dass beide Partner ihre persönlichen Girokonten behalten und zusätzlich ein Gemeinschaftskonto für Miete, Strom, Einkäufe und weitere gemeinsame Verpflichtungen verwenden. Die vereinbarten Beiträge können regelmäßig auf dieses Konto überwiesen werden.
Gemeinsame Fixkosten fair verteilen
Wie die Beiträge aufgeteilt werden, können die Beteiligten nach ihren persönlichen Vorstellungen vereinbaren. Eine gleichmäßige Aufteilung ist ebenso denkbar wie eine Verteilung entsprechend der jeweiligen Nettoeinkommen.
Wenn beispielsweise eine Person 3.000 Euro und die andere 2.000 Euro netto verdient, könnte eine einkommensproportionale Aufteilung gemeinsamer Kosten zu Beiträgen von 60 beziehungsweise 40 Prozent führen. Das ist lediglich ein mögliches Organisationsmodell und keine verbindliche Regel.
Persönliche Budgets beibehalten
Zusätzlich zum Gemeinschaftskonto können beide Partner eigene Konten oder Budgetbereiche führen. Dadurch lassen sich persönliche Ausgaben, Hobbys und individuelle Sparziele getrennt verwalten.
Für gemeinsame Rücklagen kann ein weiteres geeignetes Konto vorgesehen werden. Bei der Wahl zwischen Einzel- und Gemeinschaftskonten solltest Du berücksichtigen, wem das Geld rechtlich gehört und welche Verfügungsrechte bestehen.
Kannst Du das Mehrkontenmodell bei schwankendem Einkommen nutzen?
Ja, auch bei unregelmäßigen Einnahmen kann eine getrennte Kontostruktur sinnvoll sein. Allerdings funktioniert eine starre monatliche Aufteilung nicht immer so gut wie bei einem gleichbleibenden Gehalt.
Wenn Dein Einkommen beispielsweise durch Provisionen, wechselnde Arbeitszeiten oder selbstständige Tätigkeiten schwankt, solltest Du zunächst sicherstellen, dass genügend Geld für notwendige Ausgaben und absehbare Verpflichtungen vorhanden bleibt.
Mit einem Grundbudget arbeiten
Eine Möglichkeit besteht darin, die notwendigen Lebenshaltungskosten anhand eines vorsichtig kalkulierten monatlichen Grundbudgets zu planen. In Monaten mit höheren Einnahmen kannst Du zusätzliche Rücklagen aufbauen und diese in schwächeren Monaten gezielt verwenden.
Für Selbstständige können außerdem gesonderte Rücklagen für Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und betriebliche Verpflichtungen erforderlich sein. Solche geschäftlichen Zahlungen sollten nicht ohne Weiteres mit einem privaten Haushaltsbudget vermischt werden.
Flexible Daueraufträge statt starrer Überlastung
Wenn Dein Einkommen stark schwankt, können zu hohe feste Daueraufträge zu Liquiditätsproblemen führen. In solchen Fällen kann eine niedrigere feste Grundüberweisung mit zusätzlichen manuellen Sparbeträgen bei höheren Einnahmen praktikabler sein.
Entscheidend ist, dass Deine Kontostruktur genügend Flexibilität bietet, ohne dass notwendige Zahlungen gefährdet werden.
Welche typischen Fehler solltest Du beim Mehrkontenmodell vermeiden?
Ein Mehrkontenmodell kann die private Finanzorganisation erleichtern. Es funktioniert jedoch nur dann gut, wenn die Kontostruktur zu Deinem Alltag passt und regelmäßig kontrolliert wird. Gerade am Anfang entstehen häufig Fehler, die sich mit einigen einfachen Regeln vermeiden lassen.
Zu viele Konten gleichzeitig eröffnen
Wer für jede kleine Ausgabe ein eigenes Konto eröffnet, kann schnell den Überblick verlieren. Hinzu kommen möglicherweise zusätzliche Gebühren und ein höherer Verwaltungsaufwand.
Beginne deshalb mit wenigen, klar definierten Bereichen und erweitere das System nur dann, wenn ein zusätzlicher Bereich tatsächlich einen praktischen Nutzen bietet.
Fixkosten zu niedrig kalkulieren
Wenn Du nur monatliche Rechnungen berücksichtigst, können halbjährliche oder jährliche Verpflichtungen überraschend auf Dein Girokonto treffen. Plane deshalb auch für unregelmäßige, aber vorhersehbare Zahlungen entsprechende Rückstellungen ein.
Notgroschen und Urlaubsgeld vermischen
Wenn alle Sparbeträge in einem gemeinsamen Guthaben liegen, kann unklar werden, welcher Teil tatsächlich für Notfälle vorgesehen ist. Hilfreich sind deshalb getrennte Sparbereiche oder eine nachvollziehbare Übersicht der jeweiligen Rücklagen.
Zu hohe Sparbeträge automatisieren
Eine ambitionierte Sparquote kann motivierend sein. Wenn sie aber dazu führt, dass Dein Girokonto regelmäßig ins Minus rutscht, entstehen möglicherweise teure Dispozinsen.
Die Risiken einer Kontoüberziehung behandeln wir unter Was ist ein Dispokredit?.
Kontogebühren unterschätzen
Mehrere kostenpflichtige Konten können den finanziellen Vorteil Deiner Organisation schmälern. Prüfe deshalb regelmäßig, ob Du die gewählten Konten und Zusatzleistungen tatsächlich benötigst.
Automatisierung nicht regelmäßig überprüfen
Auch ein gut funktionierendes Kontensystem muss gelegentlich angepasst werden. Gehaltserhöhungen, neue Versicherungen, steigende Wohnkosten oder veränderte familiäre Situationen können dazu führen, dass Deine bisherige Budgetverteilung nicht mehr passt.
Überprüfe deshalb in sinnvollen Abständen, ob Deine monatlichen Überweisungen und Budgetgrenzen weiterhin realistisch sind.
Budgetgrenzen mit tatsächlichem Guthaben verwechseln
Bei virtuellen Unterkonten solltest Du prüfen, ob die angezeigten Budgets technisch und rechtlich eigenständige Guthaben darstellen oder lediglich der internen Aufteilung dienen. Nicht jede Budgetfunktion verhindert automatisch, dass das Geld auf dem zugrunde liegenden Konto für andere Zahlungen verwendet wird.
Mehrkontenmodell einrichten – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn Du das Mehrkontenmodell ausprobieren möchtest, ist eine schrittweise Einführung meist sinnvoller als eine sofortige vollständige Umstellung sämtlicher Zahlungsbeziehungen.
- Einnahmen erfassen: Ermittle Dein durchschnittliches verfügbares Nettoeinkommen und berücksichtige gegebenenfalls unregelmäßige Zahlungen.
- Ausgaben analysieren: Prüfe Miete, Versicherungen, Lebensmittel, Freizeit, Jahresrechnungen und andere Verpflichtungen.
- Kontenmodell auswählen: Entscheide, ob für Dich ein Drei-Konten-Modell, Vier-Konten-Modell oder eine einfachere Kombination sinnvoll ist.
- Konten und Unterkonten prüfen: Vergleiche Gebühren, Überweisungsmöglichkeiten, eigene IBANs, Tagesgeldangebote und die verfügbare Budgettechnik.
- Budgets festlegen: Bestimme realistische Beträge für Fixkosten, Alltag, Notgroschen und weitere Ziele.
- Daueraufträge einrichten: Automatisiere geeignete Überweisungen nach dem regelmäßigen Einkommen und beachte ausreichende Guthabenpuffer.
- Ersten Monatsablauf kontrollieren: Prüfe, ob alle Lastschriften funktionieren und die Verteilung tatsächlich zu Deinen Ausgaben passt.
- Regelmäßig anpassen: Verändere die Budgets, wenn sich Deine Lebenshaltungskosten, Einnahmen oder Sparziele ändern.
Wenn Du hierfür ein anderes Girokonto eröffnen möchtest, kannst Du die Kontoauswahl mit unserem Girokonto-Vergleich beginnen. Wie die spätere Umstellung regelmäßiger Zahlungen funktioniert, erfährst Du außerdem unter Wie funktioniert ein Kontowechsel?.
Fazit: Das Mehrkontenmodell macht Dein Geld übersichtlicher
Das Mehrkontenmodell ist eine praktische Möglichkeit, Einnahmen, laufende Ausgaben und Sparziele voneinander zu trennen. Statt Dich ausschließlich am gesamten Girokontostand zu orientieren, kannst Du durch eine klare Verteilung besser erkennen, welcher Betrag für welchen Zweck vorgesehen ist.
Das Drei-Konten-Modell eignet sich häufig als unkomplizierter Einstieg. Es trennt Fixkosten, Alltagsausgaben und Rücklagen. Das Vier-Konten-Modell ergänzt eine weitere Unterscheidung, beispielsweise zwischen Notgroschen und anderen Sparzielen. Welche Variante besser funktioniert, hängt von Deinen persönlichen Anforderungen ab.
Du benötigst dafür nicht zwangsläufig mehrere Girokonten bei unterschiedlichen Banken. Ein Hauptkonto, ein Tagesgeldkonto und geeignete Unterkonten können bereits ausreichen. Entscheidend sind die tatsächlichen Funktionen, die Kosten und die Übersichtlichkeit.
Besonders hilfreich ist eine automatische Verteilung durch Daueraufträge. Wenn Du Dein Einkommen bereits kurz nach dem Geldeingang sinnvoll aufteilst, können notwendige Ausgaben, Rücklagen und Sparziele von Beginn an berücksichtigt werden.
Gleichzeitig solltest Du genügend Geld für bevorstehende Rechnungen auf Deinem Girokonto lassen und den Notgroschen von geplanten Ausgaben unterscheiden. Auch Kontogebühren und die gesetzliche Einlagensicherung verdienen Aufmerksamkeit.
Die wichtigste Erkenntnis lautet: Ein gutes Mehrkontenmodell ist nicht möglichst kompliziert, sondern möglichst alltagstauglich. Es soll Dir helfen, Geld bewusster zu verwalten, finanzielle Reserven aufzubauen und langfristige Ziele besser zu verfolgen.
Wenn Du mehr über die Grundlagen der Kontoführung erfahren möchtest, findest Du weitere Erklärungen in unserem Girokonto-Leitfaden. Dort behandeln wir unter anderem Bankkonten, Überweisungen, Daueraufträge, Kontogebühren und die Sicherheit Deines Guthabens.
Quellen und weiterführende Informationen
Für diesen Ratgeber wurden insbesondere Verbraucherinformationen zur finanziellen Notreserve, zur Organisation von Sparbeträgen und zur gesetzlichen Einlagensicherung herangezogen. Die dargestellten Kontenmodelle und Budgetverteilungen sind praktische Organisationsbeispiele und keine gesetzlich festgelegten Standards.
- Verbraucherzentrale – Notgroschen aufbauen und Geld auf dem Tagesgeldkonto zurücklegen
- Bundesverband deutscher Banken – So legst Du Dir einen Notgroschen zu
- Deutsche Bundesbank – Gesetzliche Einlagensicherung
- BaFin – Verbraucherinformationen zur Einlagensicherung
- Entschädigungseinrichtung deutscher Banken – Fragen und Antworten zur Einlagensicherung
- Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) – Gesetzestext
Ein Konto, drei Konten oder vier Konten – welches Modell passt zu Dir?
Nicht jeder benötigt mehrere Girokonten, um seine Finanzen gut zu organisieren. Während das Ein-Konten-Modell besonders einfach ist, ermöglichen drei oder vier getrennte Konten beziehungsweise Budgetbereiche eine genauere Aufteilung Deines Geldes. Unsere Vergleichstabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede.
Tabelle nach links oder rechts verschieben, um alle Kontenmodelle zu vergleichen.
| Eigenschaft | Ein-Konten-Modell Alles an einem Ort | Drei-Konten-Modell Einfache Budgettrennung | Vier-Konten-Modell Detaillierte Finanzorganisation |
|---|---|---|---|
| Anzahl der Konten | 1 Girokonto Alle Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen werden über dasselbe Konto verwaltet. | 3 Konten oder Budgetbereiche Beispielsweise ein Fixkostenkonto, ein Alltagskonto und ein Sparkonto. | 4 Konten oder Budgetbereiche Zusätzlich werden häufig Notgroschen und andere Sparziele voneinander getrennt. |
| Grundprinzip | Gemeinsames Guthaben. Sämtliche Zahlungen laufen über ein zentrales Girokonto. Die Unterscheidung erfolgt bei Bedarf über einen Haushaltsplan. | Drei feste Aufgaben. Geld für notwendige Zahlungen, variable Ausgaben und Rücklagen wird getrennt verwaltet. | Vier getrennte Aufgaben. Zusätzlich können beispielsweise die Sicherheitsreserve und geplante Sparziele unabhängig voneinander geführt werden. |
| Organisation der Fixkosten | Miete, Strom, Versicherungen und andere Rechnungen werden direkt vom einzigen Girokonto bezahlt. | Ein zentrales Konto ist für Gehaltseingänge und wiederkehrende feste Zahlungen vorgesehen. | Ein eigenes Fixkostenkonto bleibt Grundlage des Systems. Andere Budgets werden davon getrennt. |
| Alltagsbudget | Kein separates Guthaben für variable Ausgaben. Das verbleibende Budget muss selbst berechnet oder dokumentiert werden. | Ein eigenes Konto oder Budgetbereich wird für Lebensmittel, Freizeit und Einkäufe genutzt. | Ein separates Alltagsbudget ermöglicht eine klare Trennung von Fixkosten, Sicherheitsreserve und anderen Sparzielen. |
| Notgroschen | Kann innerhalb des allgemeinen Guthabens liegen. Ohne zusätzliche Übersicht ist die tatsächliche Reserve weniger klar erkennbar. | Wird häufig zusammen mit anderen Sparzielen auf einem Rücklagenkonto verwaltet. | Eigener Sicherheitsbereich Der Notgroschen erhält typischerweise ein separates Tagesgeldkonto oder einen eigenen Sparbereich. |
| Sparziele | Sparbeträge können auf dem Hauptkonto verbleiben, müssen jedoch für eine zuverlässige Übersicht gesondert erfasst werden. | Geplante Anschaffungen und der Notgroschen können ein gemeinsames Sparkonto nutzen, gegebenenfalls mit virtuellen Unterkonten. | Geplante Anschaffungen, Urlaub oder weitere Sparziele können getrennt vom Notgroschen organisiert werden. |
| Automatisierung | Wenige interne Übertragungen nötig. Sparen kann beispielsweise über einen Dauerauftrag auf ein externes Sparkonto erfolgen. | Regelmäßige Überweisungen verteilen das Einkommen auf Alltagsbudget und Rücklagen. | Mehrere Daueraufträge oder automatische Budgetregeln können das Geld gezielt auf vier Bereiche verteilen. |
| Organisationsaufwand | Gering Nur ein Konto muss kontrolliert werden. Dafür kann eine detaillierte Ausgabenübersicht notwendig sein. | Mittel Die anfängliche Einrichtung erfordert etwas Planung. Danach können Daueraufträge vieles vereinfachen. | Etwas höher Mehrere Budgets müssen aufeinander abgestimmt und bei Änderungen angepasst werden. |
| Übersichtlichkeit | Einfacher Kontozugriff, aber notwendige Ausgaben und freie Beträge liegen zusammen. | Gute Grundstruktur Fixkosten, Alltag und Rücklagen werden sichtbar getrennt. | Detaillierte Struktur Notgroschen und persönliche Sparziele lassen sich zusätzlich einzeln verfolgen. |
| Flexibilität | Sehr unkompliziert Das gesamte Guthaben ist innerhalb der Kontofunktionen zentral verfügbar. | Budgets können angepasst werden. Gegebenenfalls sind zusätzliche interne Überweisungen nötig. | Sehr gezielte Budgetanpassungen möglich. Dafür müssen mehr Einzelbereiche berücksichtigt werden. |
| Mögliche Kontogebühren | Häufig geringerer Bedarf an separaten Bankkonten. Die Kosten hängen vom jeweiligen Girokontomodell ab. | Können steigen, wenn zusätzliche vollwertige Konten kostenpflichtig sind. Unterkonten können günstiger sein. | Möglicherweise höhere Kosten durch mehrere Konten oder kostenpflichtige Zusatzfunktionen. Nicht zwangsläufig teurer bei kostenlosen Unterkonten. |
| Wichtigste Vorteile | Einfachheit Wenige Bankzugänge, geringer Einrichtungsaufwand und zentraler Zahlungsverkehr. | Übersicht und Balance Klare Budgettrennung bei überschaubarem Verwaltungsaufwand. | Gezielte Finanzplanung Zusätzliche Kontrolle über Sicherheitsreserve und Sparziele. |
| Einschränkungen | Wenig Trennung Größeres Risiko, bereits verplante Beträge mit frei verfügbarem Guthaben zu verwechseln. | Gemeinsamer Sparbereich Notgroschen und andere Rücklagen benötigen möglicherweise eine zusätzliche Aufteilung. | Mehr Pflegeaufwand Zu kleinteilige Budgetregeln können die Finanzorganisation unnötig komplizieren. |
| Besonders geeignet für | Menschen mit überschaubaren Zahlungsbewegungen, die ihre Budgets gut über einen Haushaltsplan kontrollieren. | Einsteiger und Haushalte, die mehr Übersicht wünschen, ohne zu viele Konten zu verwalten. | Menschen mit mehreren Sparzielen, einer gewünschten Trennung von Notgroschen und geplanten Ausgaben sowie höherem Organisationsbedarf. |
Welches Kontenmodell ist für Dich sinnvoll?
Das Ein-Konten-Modell ist die einfachste Variante. Es kann gut funktionieren, wenn Du nur wenige Zahlungen hast und Deine Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen mithilfe eines Haushaltsplans zuverlässig überblickst. Ein einzelnes Girokonto verhindert allerdings nicht, dass bereits verplantes Geld versehentlich ausgegeben wird.
Das Drei-Konten-Modell ist häufig ein guter Einstieg in die strukturierte Finanzorganisation. Es trennt Deine Fixkosten, Dein frei verfügbares Alltagsbudget und Deine Rücklagen. Die Aufteilung bleibt übersichtlich und lässt sich gut mit regelmäßigen Daueraufträgen automatisieren.
Das Vier-Konten-Modell bietet zusätzliche Möglichkeiten, wenn Du mehrere finanzielle Ziele gleichzeitig verfolgen möchtest. Besonders praktisch kann die separate Verwaltung von Notgroschen und geplanten Sparzielen sein. Dafür ist der Aufwand etwas höher.
Wichtig: Du benötigst nicht zwingend drei oder vier eigenständige Girokonten. Eine Kombination aus Girokonto, Tagesgeldkonto und geeigneten Unterkonten kann denselben Organisationszweck erfüllen. Prüfe dabei insbesondere, welche Konten direkte Zahlungen erlauben, ob eigene IBANs vorhanden sind und welche Gebühren anfallen.
Unser Tipp: Beginne mit einer möglichst einfachen Kontostruktur und erweitere sie nur dann, wenn zusätzliche Budgetbereiche einen konkreten Nutzen bieten. Entscheidend ist nicht die Anzahl Deiner Konten, sondern dass alle notwendigen Rechnungen bezahlt werden und Deine Rücklagen nachvollziehbar bleiben.
Wenn Du ein geeignetes Girokonto suchst, nutze unseren Girokonto-Vergleich. Weitere Informationen zu möglichen Gebühren findest Du unter Welche Kosten verursacht ein Girokonto?.
Mehrkontenmodell – vier Praxisbeispiele für Deinen Alltag
Wie viele Konten Du benötigst und wie Du Dein Einkommen verteilst, hängt von Deiner Lebenssituation ab. Diese vier Beispiele zeigen, wie Du verschiedene Kontenmodelle praktisch umsetzen kannst. Alle Beträge dienen der Veranschaulichung.
Berufseinsteiger mit dem Drei-Konten-Modell
Du hast gerade Deine erste feste Arbeitsstelle begonnen und erhältst monatlich 2.200 Euro netto. Bisher laufen alle Einnahmen, Rechnungen und Einkäufe über ein einziges Girokonto.
Du möchtest Deine Finanzen besser organisieren und gleichzeitig regelmäßig Geld zurücklegen. Dafür entscheidest Du Dich für ein einfaches Drei-Konten-Modell.
So funktioniert die Umsetzung
- Dein Nettogehalt geht auf dem Hauptgirokonto ein.
- Für Miete, Strom, Versicherungen und weitere Fixkosten bleiben 1.100 Euro auf dem Hauptkonto.
- Per Dauerauftrag überträgst Du 700 Euro auf Dein Alltagskonto.
- Weitere 400 Euro fließen auf ein geeignetes Sparkonto beziehungsweise in getrennte Sparbereiche.
- Am Monatsende prüfst Du, ob die Budgets realistisch waren und passt sie bei Bedarf an.
Mit wenigen Konten beginnen
Für den Einstieg reichen häufig drei übersichtliche Bereiche. Die Sparquote beträgt in diesem Beispiel rund 18,2 Prozent. Entscheidend ist jedoch, dass genug Geld für sämtliche notwendigen Ausgaben verbleibt.
Familie mit Gemeinschaftskonto und persönlichen Budgets
Zwei Partner leben mit ihren Kindern in einem gemeinsamen Haushalt. Zusammen stehen monatlich 5.000 Euro netto zur Verfügung.
Beide möchten gemeinsame Rechnungen übersichtlich bezahlen, gleichzeitig aber einen Teil des Einkommens für persönliche Ausgaben getrennt verwalten.
Dafür nutzen sie ein Gemeinschaftskonto für die gemeinsamen Kosten, persönliche Budgetbereiche sowie ein separates gemeinsames Rücklagenkonto.
So funktioniert die Umsetzung
- Beide Partner behalten ihre persönlichen Girokonten.
- Nach dem Gehaltseingang überweisen sie vereinbarte Beiträge auf das Gemeinschaftskonto.
- Miete, Strom, Einkäufe und gemeinsame Versicherungen werden über dieses Konto abgewickelt.
- Jeder Partner behält 450 Euro für persönliche Ausgaben und Hobbys.
- Monatlich fließen insgesamt 1.000 Euro in gemeinsame Rücklagen und weitere Sparziele.
Gemeinsame Regeln festlegen
Klärt gemeinsam, welche Ausgaben vom Gemeinschaftskonto bezahlt werden und wem die Rücklagen gehören. Bei unterschiedlich hohen Einkommen kann eine anteilige Verteilung der gemeinsamen Kosten eine mögliche Alternative zu gleichen Einzahlungen sein.
Alleinstehender mit unregelmäßigen Einnahmen
Du arbeitest beispielsweise mit wechselnden Arbeitsstunden und erhältst deshalb nicht jeden Monat dasselbe Einkommen. Deine monatlichen Nettoeinnahmen liegen beispielsweise zwischen 2.200 und 3.200 Euro.
Bei einem festen, zu hoch angesetzten Sparbetrag könnte Dein Girokonto in schwächeren Monaten unnötig belastet werden. Deshalb arbeitest Du mit einem vorsichtig kalkulierten Grundbudget.
So funktioniert die Umsetzung
- Ermittle Deine unverzichtbaren monatlichen Ausgaben.
- Plane zunächst nur mit einem vorsichtig gewählten Einkommen, das Du realistisch erwarten kannst.
- Trenne Fixkosten, Alltagsbudget und Liquiditätsreserve voneinander.
- Übertrage in Monaten mit höheren Einnahmen zusätzliche Beträge in die Reserve.
- Passe Sparbeträge in schwächeren Monaten flexibel an und vermeide dadurch unnötige Kontoüberziehungen.
Liquidität vor starrer Sparquote
Bei schwankenden Einnahmen ist ein ausreichend großer Puffer besonders wichtig. Fallen die Einnahmen zeitweise unter den geplanten Grundbetrag, musst Du Budgets reduzieren oder auf vorhandene Reserven zurückgreifen. Vermeide dauerhaft finanzierte Ausgaben über den Dispokredit.
Langfristiger Vermögensaufbau mit Girokonto, Tagesgeld und ETF-Depot
Du erhältst 3.000 Euro Nettogehalt und möchtest neben Deinen laufenden Ausgaben sowohl eine finanzielle Reserve als auch langfristiges Vermögen aufbauen.
Dafür kombinierst Du Dein Girokonto mit einem Tagesgeldkonto und einem Wertpapierdepot. Der Notgroschen bleibt dadurch von Deinen langfristigen Investments getrennt.
Ein solches System kann beispielsweise mit einem ETF-Sparplan ergänzt werden. Dabei solltest Du jedoch berücksichtigen, dass Aktien-ETFs Marktschwankungen und Verlustrisiken unterliegen.
So funktioniert die Umsetzung
- Das Gehalt geht auf dem zentralen Girokonto ein.
- Fixkosten bleiben reserviert und das Alltagsbudget wird bei Bedarf getrennt.
- Per Dauerauftrag fließen 250 Euro in den Notgroschen.
- Weitere 150 Euro werden für geplante Anschaffungen zurückgelegt.
- Ein monatlicher ETF-Sparplan investiert beispielhaft 500 Euro in ein langfristiges Wertpapierportfolio.
Sicherheitsreserve und Investment trennen
Dein Notgroschen sollte kurzfristig verfügbar bleiben. Ein ETF-Depot dient dagegen dem langfristigen Investieren und kann zwischenzeitlich deutlich an Wert verlieren. Wenn Deine Rücklagen bereits ausreichend groß sind, kannst Du Deine künftige Verteilung neu beurteilen.
Was zeigen die vier Beispiele zum Mehrkontenmodell?
Es gibt nicht das eine Mehrkontenmodell, das für jeden Haushalt gleich gut funktioniert. Entscheidend sind Dein Einkommen, Deine festen Verpflichtungen, Deine Sparziele und der Aufwand, den Du für Deine Finanzorganisation betreiben möchtest.
Für Berufseinsteiger kann ein einfaches Drei-Konten-Modell bereits ausreichend sein. Fixkosten, Alltagsbudget und Rücklagen werden getrennt organisiert, ohne besonders viele Konten verwalten zu müssen.
Für Familien und Paare kann ein Gemeinschaftskonto helfen, gemeinsame Ausgaben übersichtlich abzuwickeln. Persönliche Budgets und gemeinsame Rücklagen lassen sich zusätzlich voneinander trennen. Wichtig sind klare Absprachen und passende Verfügungsrechte.
Bei schwankendem Einkommen sollte die Liquidität besonders berücksichtigt werden. Ein vorsichtig kalkuliertes Grundbudget und flexible Sparbeträge können helfen, Engpässe zu vermeiden.
Beim langfristigen Vermögensaufbau bietet sich häufig eine Trennung von Girokonto, kurzfristig verfügbarem Tagesgeld und Wertpapierdepot an. Dadurch bleiben notwendige Rücklagen unabhängig von Marktschwankungen.
Unser Tipp: Verwende für Dein eigenes Modell zunächst wenige übersichtliche Konten und automatisiere geeignete Überweisungen per Dauerauftrag. Überprüfe anschließend regelmäßig, ob Deine Budgetverteilung zu Deinen tatsächlichen Lebenshaltungskosten passt.
Mehr über die Automatisierung von Überweisungen erfährst Du unter Was sind Lastschrift und Dauerauftrag?. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Kontotypen erklären wir unter Welche Girokonto-Arten gibt es?. Falls Du noch ein passendes Girokonto suchst, hilft Dir unser Girokonto-Vergleich.
Wie solltest Du Dein Einkommen auf mehrere Konten verteilen?
Mit unserem interaktiven Mehrkontenmodell-Rechner kannst Du Deine monatlichen Einnahmen, Fixkosten und variablen Ausgaben erfassen. Lege anschließend Deine gewünschte Sparquote fest und erfahre, wie viel Geld für Notgroschen, Sparziele und Dein freies Restbudget zur Verfügung steht.
Deine persönliche Budgetverteilung
01 · Fixkostenkonto
–Reserviert für Miete, Strom, Versicherungen und regelmäßige Rechnungen.
02 · Alltagskonto
–Für Lebensmittel, Freizeit, Einkäufe und persönliche Ausgaben.
03 · Notgroschen
–Sicherheitsreserve für unerwartete finanzielle Belastungen.
04 · Weitere Sparziele
–Für Urlaub, größere Anschaffungen oder langfristiges Sparen.
05 · Freies Restbudget
–Noch nicht verplantes Geld für zusätzliche Rücklagen oder einen Liquiditätspuffer.
Grafische Verteilung Deines Nettoeinkommens
Die Grafik zeigt, welcher Anteil Deines Einkommens für die einzelnen Konten und Budgetbereiche vorgesehen ist. Bei einer Finanzierungslücke werden die geplanten Beträge zur besseren Vergleichbarkeit proportional dargestellt.
Deine individuelle Einschätzung
So nutzt Du die Ergebnisse im Mehrkontenmodell
Die berechneten Bereiche müssen nicht fünf eigenständige Bankkonten sein. Du kannst beispielsweise ein Girokonto für Fixkosten, ein weiteres Alltagsbudget und ein Tagesgeldkonto mit geeigneten Unterkonten nutzen. Das Restbudget kann außerdem auf dem Hauptkonto verbleiben.
Der Rechner berechnet den gewünschten Sparbetrag aus Deinem Nettoeinkommen. Er berücksichtigt keine Zinsen, Steuern oder zukünftigen Einkommensänderungen. Bereits vorhandenes Vermögen und bestehende Schulden werden nicht einbezogen.
Wichtig: Wenn Deine Fixkosten, variablen Ausgaben und gewünschten Sparbeträge das Einkommen übersteigen, zeigt der Rechner eine Finanzierungslücke. In diesem Fall ist die geplante Aufteilung nicht vollständig aus Deinem laufenden Einkommen finanzierbar.
Automatische Daueraufträge solltest Du erst einrichten, wenn die monatliche Geldverteilung realistisch ist. Plane ausreichend Guthaben für bevorstehende Lastschriften und Rechnungen ein.
Der Rechner dient der allgemeinen Finanzorganisation und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Alle Eingaben werden ausschließlich lokal im Browser verarbeitet.
Erstelle Deinen persönlichen Mehrkontenplan
Plane, wie Du Dein Einkommen monatlich auf verschiedene Konten, Unterkonten und Sparziele verteilst. Füge eigene Konten hinzu, bestimme die Überweisungsbeträge und lege fest, an welchem Monatstag das Geld übertragen werden soll.
1. Dein monatliches Budget
Das Hauptgirokonto dient als Ausgangspunkt für Deinen Plan. Trage Dein Nettoeinkommen und die Fixkosten ein, die auf dem Hauptkonto verbleiben.
2. Deine Konten und Sparziele
Bearbeite die vorhandenen Beispiele oder füge weitere Konten hinzu. Bei Sparzielen kannst Du zusätzlich den Zielbetrag und das bereits vorhandene Guthaben angeben. So erhältst Du eine ungefähre Einschätzung, wann Dein Ziel erreicht sein könnte.
3. Eigenes Konto oder Sparziel hinzufügen
Beispiele sind ein Urlaubskonto, ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen, ein Autokonto oder ein regelmäßiger Überweisungsbetrag an Dein Depot.
4. Dein monatlicher Überweisungsplan
Die geplanten Überweisungen erscheinen automatisch in zeitlicher Reihenfolge. Du kannst den gesamten Plan anschließend kopieren und als Vorlage für Deine Bank verwenden.
Deine individuelle Einschätzung
Wichtig für die praktische Umsetzung
Der Kontenplaner richtet keine echten Daueraufträge ein. Du erstellst lediglich einen persönlichen Plan. Die entsprechenden Überweisungsaufträge musst Du anschließend selbst bei Deiner Bank einrichten oder ändern.
Plane die Ausführungstermine so, dass Dein Gehalt bereits eingegangen ist. Bei Wochenenden oder Feiertagen können sich Buchungszeitpunkte unterscheiden. Besonders beim Notgroschen solltest Du außerdem auf die Verfügbarkeit des Geldes achten.
Die Berechnung von Sparzielen erfolgt ohne Zinsen, Renditen, Inflation oder zwischenzeitliche Entnahmen. Ein ETF-Sparplan kann im Wert schwanken; die einfache Zielrechnung ist deshalb keine Prognose für die Wertentwicklung.
Nicht jedes virtuelle Unterkonto unterstützt eigene Daueraufträge oder verfügt über eine eigene IBAN. Prüfe daher die Funktionen Deiner Bank. Weitere Grundlagen findest Du unter Was sind Lastschrift und Dauerauftrag?.
Alle Berechnungen erfolgen ausschließlich lokal in Deinem Browser. Der Plan wird nicht an einen Server übertragen und nicht dauerhaft gespeichert. Beim Neuladen der Seite werden die Beispielwerte wiederhergestellt. Trage hier keine IBANs oder vertraulichen Kontozugangsdaten ein.
Wie viele Konten brauchst Du wirklich?
Ein Konto, drei Konten oder doch vier getrennte Budgetbereiche? Beantworte fünf Fragen zu Deinen Einnahmen, Ausgaben, Sparzielen und persönlichen Vorlieben. Anschließend erhältst Du eine Empfehlung für Deine Finanzorganisation.
Warum passt diese Lösung zu Deiner Situation?
So kannst Du Dein Modell einrichten
Darauf solltest Du zusätzlich achten
Wichtig: Mehr Konten bedeuten nicht automatisch bessere Finanzen
Die Anzahl Deiner Konten ist kein Maßstab für Deinen finanziellen Erfolg. Eine einfache Kontostruktur mit einem Haushaltsplan kann genauso gut funktionieren wie ein umfangreiches Mehrkontenmodell.
Nicht jeder Budgetbereich benötigt ein eigenständiges Bankkonto. Bei geeigneten Anbietern kannst Du virtuelle Unterkonten nutzen. Prüfe dabei, ob diese eigene IBANs besitzen, ob Zahlungen direkt daraus möglich sind und welche Gebühren anfallen.
Für kurzfristige Rücklagen kann ein Tagesgeldkonto sinnvoll sein. Langfristige Investments wie Aktien oder ETFs unterliegen hingegen Marktrisiken und ersetzen keinen jederzeit verfügbaren Notgroschen.
Diese Entscheidungshilfe bietet eine allgemeine Orientierung. Sie berücksichtigt keine individuellen Bankkonditionen und stellt keine Anlageberatung dar. Deine Antworten werden ausschließlich lokal im Browser ausgewertet und nicht gespeichert.
Häufige Fragen zum Mehrkontenmodell
Wie viele Konten brauchst Du wirklich? Sind mehrere Girokonten sinnvoll? Und wie organisierst Du Rücklagen und Sparziele möglichst einfach? Hier beantworten wir acht wichtige Fragen zum Mehrkontenmodell.
Wie viele Konten sind beim Mehrkontenmodell sinnvoll?
Wie viele Konten Du benötigst, hängt von Deiner persönlichen Finanzsituation ab. Eine feste Anzahl gibt es nicht. Während manche Menschen ihre Finanzen problemlos mit einem einzigen Girokonto organisieren, profitieren andere von mehreren getrennten Budgetbereichen.
Häufig wird ein Drei-Konten-Modell verwendet. Dabei dienen die einzelnen Konten beispielsweise der Verwaltung von Fixkosten, Alltagsausgaben und Rücklagen.
Wenn Du zusätzlich Deinen Notgroschen von anderen Sparzielen trennen möchtest, kann ein Vier-Konten-Modell sinnvoll sein. Für einen möglichst einfachen Einstieg reicht möglicherweise bereits ein Girokonto in Kombination mit einem Tagesgeldkonto.
Entscheidend ist nicht die Anzahl Deiner Konten, sondern die Übersichtlichkeit. Zusätzliche Konten sollten eine konkrete Aufgabe erfüllen und möglichst keinen unnötigen Aufwand verursachen.
Darf ich mehrere Girokonten gleichzeitig besitzen?
Ja, grundsätzlich darfst Du mehrere Girokonten führen. Du kannst beispielsweise ein Hauptkonto für Deinen Gehaltseingang, ein separates Alltagskonto und ein weiteres Konto für gemeinsame Haushaltsausgaben verwenden.
Dabei können die Girokonten bei derselben Bank oder bei unterschiedlichen Kreditinstituten liegen. Ob Du ein zusätzliches Konto tatsächlich erhältst, hängt allerdings von den jeweiligen Eröffnungsvoraussetzungen der Bank ab.
Beachte außerdem, dass mehrere Girokonten zusätzliche Gebühren verursachen können. Auch die Verwaltung unterschiedlicher Bankzugänge, Karten und Daueraufträge wird möglicherweise aufwendiger.
Bevor Du mehrere vollwertige Girokonten eröffnest, kannst Du prüfen, ob Deine Bank geeignete Unterkonten oder virtuelle Budgetbereiche anbietet.
Welche Kontomodelle grundsätzlich zur Auswahl stehen, erklären wir unter Welche Girokonto-Arten gibt es?.
Was sind Unterkonten und benötige ich dafür mehrere Bankkonten?
Unterkonten ermöglichen eine zusätzliche Aufteilung Deines Geldes innerhalb eines Bankangebots. Je nach Bank können sie technisch eigenständige Konten oder lediglich virtuelle Budgetbereiche darstellen.
Solche Bereiche werden teilweise auch als Spaces, Pockets oder Spartöpfe bezeichnet. Du kannst damit beispielsweise Geld für Urlaub, eine Autoreparatur oder Deinen Notgroschen getrennt verwalten.
Nicht jedes Unterkonto besitzt eine eigene IBAN. Manche Anbieter ermöglichen direkte Überweisungen, Daueraufträge oder Lastschriften. Andere Unterkonten dienen ausschließlich der internen Budgetaufteilung.
Deshalb musst Du nicht zwangsläufig mehrere separate Girokonten eröffnen, um das Mehrkontenmodell umzusetzen. Eine geeignete Kombination aus Hauptkonto, Tagesgeld und virtuellen Sparbereichen kann bereits ausreichen.
Prüfe vor der Einrichtung die Kontofunktionen und eventuelle Zusatzgebühren des jeweiligen Anbieters.
Welche Rolle spielt ein Tagesgeldkonto beim Mehrkontenmodell?
Ein Tagesgeldkonto kann beim Mehrkontenmodell als separater Bereich für Rücklagen und kurzfristige Sparziele verwendet werden. Dadurch bleibt dieses Guthaben vom alltäglichen Zahlungsverkehr getrennt.
Besonders häufig wird Tagesgeld für den Notgroschen eingesetzt. Dieser soll helfen, unerwartete Ausgaben zu bezahlen, ohne sofort auf einen Kredit oder langfristige Investments zurückgreifen zu müssen.
Tagesgeld ist grundsätzlich kurzfristig verfügbar. Auszahlungen erfolgen allerdings häufig über ein festgelegtes Referenzkonto. Je nach Bank kann die Übertragung deshalb Zeit benötigen.
Zusätzlich können Tagesgeldkonten verzinst werden. Die Zinshöhe ist jedoch in der Regel variabel und kann sich ändern.
Guthaben auf entschädigungsfähigen Tagesgeldkonten fallen grundsätzlich unter die gesetzliche Einlagensicherung. Wichtig ist dabei, dass die reguläre Sicherungsgrenze pro Person und Kreditinstitut gilt und nicht für jedes Konto separat.
Mehr dazu erfährst Du unter Ist mein Geld auf dem Girokonto geschützt?.
Entstehen durch das Mehrkontenmodell zusätzliche Kontogebühren?
Zusätzliche Gebühren sind möglich, aber nicht zwangsläufig erforderlich. Die Kosten hängen davon ab, welche Bank Du nutzt, wie viele eigenständige Girokonten Du eröffnest und welche Funktionen Du benötigst.
Einige Banken bieten mehrere Unterkonten ohne separate Gebühren an. Andere Anbieter begrenzen die Anzahl kostenloser Sparbereiche oder verlangen einen kostenpflichtigen Tarif für zusätzliche Funktionen.
Bei mehreren vollwertigen Girokonten können außerdem eigene Kontoführungsgebühren, Kartenkosten oder Entgelte für bestimmte Leistungen entstehen.
Ein einfaches Rechenbeispiel: Zwei zusätzliche Girokonten kosten jeweils 5 Euro monatlich. Damit entstehen zusätzliche Kosten von 120 Euro pro Jahr.
Prüfe deshalb, ob Du die zusätzlichen Konten tatsächlich benötigst oder dieselbe Organisation mit günstigeren Unterkonten umsetzen kannst.
Unser Ratgeber Welche Kosten verursacht ein Girokonto? erklärt die verschiedenen Gebührenarten. Alternativ kannst Du unseren Girokonto-Vergleich nutzen.
Wie groß sollte der Notgroschen beim Mehrkontenmodell sein?
Die optimale Höhe Deines Notgroschens hängt von Deiner persönlichen Lebenssituation und Deinen finanziellen Verpflichtungen ab. Eine einheitliche, für alle Menschen passende Summe gibt es nicht.
Als häufig verwendete Orientierung gelten zwei bis drei Monatsgehälter. Alternativ kannst Du Deine notwendigen monatlichen Ausgaben als Berechnungsgrundlage verwenden.
Wenn Du beispielsweise 1.500 Euro monatlich für unverzichtbare Lebenshaltungskosten benötigst, entsprechen drei Monate dieser Ausgaben einer Reserve von 4.500 Euro.
Bei schwankendem Einkommen, größeren familiären Verpflichtungen oder höheren finanziellen Risiken kann ein größerer Puffer sinnvoll sein.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Notgroschen und geplanten Rücklagen. Eine jährliche Versicherungsrechnung oder ein geplanter Urlaub sind keine unerwarteten Notfälle. Für solche Ausgaben kannst Du eigene Sparbereiche vorsehen.
Der Notgroschen sollte möglichst kurzfristig verfügbar bleiben und nicht vollständig in schwankungsanfälligen Wertpapieren investiert sein.
Wie kann ich mein Mehrkontenmodell mit Daueraufträgen automatisieren?
Du kannst das Mehrkontenmodell besonders einfach organisieren, indem Du regelmäßige Überweisungen zwischen Deinen Konten einrichtest.
Dabei dient Dein Hauptgirokonto häufig als Ausgangspunkt. Nach dem monatlichen Gehaltseingang überträgst Du feste Beträge auf Dein Alltagskonto, das Tagesgeldkonto und weitere Sparbereiche.
Ein Beispiel bei 2.800 Euro Nettoeinkommen: Auf dem Hauptkonto bleiben 1.350 Euro für Fixkosten. Per Dauerauftrag fließen 850 Euro auf das Alltagskonto und 600 Euro auf geeignete Rücklagen- und Sparkonten.
Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt. Die Überweisungen sollten möglichst erst ausgeführt werden, wenn Dein Einkommen tatsächlich eingegangen ist.
Außerdem solltest Du ausreichend Guthaben für bevorstehende Lastschriften und unregelmäßige Rechnungen auf dem Hauptkonto einplanen.
Nicht jedes virtuelle Unterkonto unterstützt eigene Daueraufträge. Prüfe deshalb die verfügbaren Funktionen Deiner Bank.
Weitere Informationen findest Du unter Was sind Lastschrift und Dauerauftrag?.
Was ist der Unterschied zwischen dem Drei-Konten-Modell und dem Vier-Konten-Modell?
Der wichtigste Unterschied besteht darin, wie detailliert Du Deine Finanzen organisierst. Beide Modelle sollen helfen, Einnahmen, laufende Ausgaben und Sparbeträge voneinander zu trennen.
Beim Drei-Konten-Modell verwendest Du beispielsweise ein Konto für Gehalt und Fixkosten, ein weiteres für variable Alltagsausgaben und ein drittes für Rücklagen und Sparziele.
Beim Vier-Konten-Modell kommt ein weiterer Bereich hinzu. Häufig wird der Notgroschen unabhängig von geplanten Anschaffungen oder anderen Sparzielen organisiert.
Dadurch kannst Du beispielsweise eine finanzielle Sicherheitsreserve auf einem Tagesgeldkonto aufbauen und gleichzeitig separat Geld für Urlaub, größere Anschaffungen oder langfristige Ziele zurücklegen.
Das Drei-Konten-Modell benötigt in der Regel weniger Verwaltungsaufwand. Das Vier-Konten-Modell bietet dagegen eine detailliertere Trennung.
Es gibt allerdings keine gesetzlich festgelegte Definition dieser Kontenmodelle. Je nach Ratgeber können die Konten unterschiedlich aufgeteilt werden.
Deshalb solltest Du Dich nicht ausschließlich an der Kontenzahl orientieren, sondern daran, welche Organisation für Deinen Alltag am besten funktioniert.
Girokonto-Wissen Schritt für Schritt erweitern
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Worauf sollte ich beim Girokonto achten?
Worauf solltest Du beim Girokonto achten? Vergleiche Gebühren, Karten, Bargeldversorgung und Banking-Funktionen und finde ein Konto, das zu Dir passt. Kopieren