RISIKEN & MARKTPHASEN · KURSVERLUSTE · VORBEREITUNG

Was passiert bei einem Börsencrash? Risiken verstehen und vorbereitet sein

Bei einem Börsencrash fallen die Kurse vieler Aktien innerhalb kurzer Zeit stark. Erfahre, wie solche Einbrüche dein Depot treffen können und warum Rücklagen, Risikostreuung und eine zu deinen Zielen passende Depotaufteilung wichtig sind.

7

Was passiert bei einem Börsencrash?

Bei einem Börsencrash fallen die Kurse vieler Aktien innerhalb kurzer Zeit stark. Der Rückgang betrifft häufig ganze Märkte und kann auch breit gestreute Depots erheblich belasten. Gleichzeitig nehmen Unsicherheit und Kursschwankungen oft deutlich zu.

Eine allgemeingültige Prozentgrenze für einen Crash gibt es nicht. Entscheidend ist vor allem die Kombination aus Geschwindigkeit, Ausmaß und Breite des Einbruchs.

Für dich als Anleger stellt sich dann eine praktische Frage: Passt dein Depot auch zu einer Phase, in der sein Wert deutlich sinkt und eine Erholung auf sich warten lässt?

Die wichtigste Vorbereitung beginnt deshalb vor dem Einbruch – mit ausreichenden Rücklagen, einer passenden Depotaufteilung und realistischen Erwartungen an mögliche Verluste.

Börsencrash, Korrektur und Bärenmarkt: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Aspekte fallender Märkte und können sich überschneiden.

Begriff Übliche Bedeutung
Korrektur Häufig ein Rückgang von etwa 10 Prozent gegenüber einem vorherigen Hoch
Bärenmarkt Häufig ein Rückgang von mindestens 20 Prozent gegenüber einem vorherigen Hoch
Börsencrash Ein besonders heftiger und schneller Kurseinbruch ohne einheitliche feste Prozentgrenze

Diese Größenordnungen sind verbreitete Konventionen, keine Naturgesetze. Ein Markt kann langsam in einen Bärenmarkt geraten oder innerhalb weniger Tage crashartig fallen.

Für deine finanzielle Planung ist die Bezeichnung weniger wichtig als die tatsächliche Belastung: Wie viel Vermögen ist betroffen, wann brauchst du das Geld und welche Risiken stecken in deinen Anlagen?

Warum brechen Aktienmärkte ein?

Aktienkurse spiegeln Erwartungen wider. Marktteilnehmer bewerten unter anderem künftige Gewinne, Zinsen und wirtschaftliche Risiken. Verändern sich diese Erwartungen stark, können auch die Preise schnell sinken.

Mögliche Auslöser sind beispielsweise:

  • eine schwere Wirtschaftskrise,
  • Probleme im Banken- oder Finanzsystem,
  • überraschende Zins- oder Inflationsentwicklungen,
  • geopolitische Konflikte,
  • eine Pandemie,
  • das Platzen übertriebener Bewertungen.

Oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Der sichtbare Auslöser ist nicht zwangsläufig die einzige Ursache.

Sinkende Preise können außerdem weitere Verkäufe auslösen. Kreditfinanzierte Anleger müssen möglicherweise Sicherheiten nachreichen oder Positionen abbauen. Andere Marktteilnehmer reduzieren Risiken oder benötigen kurzfristig Geld. Dadurch kann sich die Bewegung verstärken.

Im Nachhinein lässt sich ein Crash häufig schlüssig erklären. Daraus folgt nicht, dass Beginn, Tiefpunkt oder Ende vorher zuverlässig erkennbar waren.

Was passiert während eines Crashs mit deinem Depot?

Der angezeigte Wert deiner Wertpapiere kann deutlich sinken. Bei unverändertem Bestand besitzt du zwar weiterhin dieselbe Anzahl an Aktien oder Fondsanteilen. Ihr aktueller Marktwert ist aber niedriger.

Bei einer direkt gehaltenen Aktie bleibt deine Beteiligung am Unternehmen grundsätzlich bestehen. Das schützt dich jedoch nicht vor wirtschaftlichen Schäden oder einer Insolvenz.

Ein breit gestreuter Aktien-ETF verteilt das Risiko auf viele Unternehmen. Wenn große Teile des Aktienmarktes fallen, sinkt gewöhnlich auch sein Wert.

„Nicht verkauft“ bedeutet nicht „kein Verlust“

Ein unrealisierter Verlust kann sich später verringern oder vergrößern. Der niedrigere Vermögenswert ist bereits eine wirtschaftliche Veränderung, auch wenn du noch nicht verkauft hast.

Die Aussage „Verlust entsteht erst beim Verkauf“ greift deshalb zu kurz. Durch den Verkauf wird der Verlust realisiert. Eine Erholung ist vorher ebenso wenig garantiert wie danach.

Beispiel: Warum die Erholung größer ausfallen muss als der Verlust

Angenommen, dein Depot ist vor dem Einbruch 20.000 Euro wert. Nach einem Rückgang um 30 Prozent bleiben 14.000 Euro.

Um wieder auf 20.000 Euro zu kommen, muss es anschließend um rund 42,9 Prozent steigen.

Rückgang vom Ausgangswert Verbleibend von 20.000 € Erforderlicher Anstieg zurück auf 20.000 €
−10 % 18.000 € +11,1 %
−20 % 16.000 € +25,0 %
−30 % 14.000 € +42,9 %
−50 % 10.000 € +100,0 %

Der Grund liegt in der veränderten Berechnungsbasis: Nach einem Verlust muss derselbe Eurobetrag auf einem kleineren Vermögen wieder verdient werden.

Das vereinfachte Beispiel berücksichtigt keine Einzahlungen, Ausschüttungen, Kosten oder Steuern. Es zeigt keine erwartete Marktentwicklung.

Warum Diversifikation im Crash an Grenzen stößt

Diversifikation verringert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen, Branchen und Märkten. Sie kann aber allgemeine Börsenverluste nicht ausschalten.

In einer schweren Krise können viele Aktien gleichzeitig fallen. Wirtschaftliche Probleme betreffen dann zahlreiche Geschäftsmodelle, und Marktteilnehmer reduzieren über verschiedene Anlagen hinweg ihre Risiken.

Auch mehrere ETFs schaffen nicht automatisch zusätzliche Sicherheit. Wenn sie weitgehend dieselben Unternehmen enthalten, bleiben die gemeinsamen Abhängigkeiten bestehen.

Unterscheide deshalb zwischen zwei Ebenen:

Streuung innerhalb einer Anlageklasse: etwa über viele Unternehmen und Regionen hinweg.

Aufteilung zwischen unterschiedlichen Anlageklassen: etwa zwischen Aktien und einem auf deine Bedürfnisse abgestimmten, schwankungsärmeren Vermögensteil.

Auch andere Anlageklassen sind nicht automatisch sichere Gegengewichte. Anleihen können durch steigende Zinsen oder Ausfallrisiken verlieren. Gold schwankt ebenfalls. Entscheidend sind die konkreten Eigenschaften der Anlagen.

Rücklagen helfen, einen ungünstigen Verkauf zu vermeiden

Ein Börseneinbruch kann mit persönlichen Belastungen zusammenfallen. In einer Wirtschaftskrise können beispielsweise Einkommen unsicherer werden, während gleichzeitig das Depot an Wert verliert.

Ein ausreichend verfügbarer Notgroschen kann helfen, unerwartete Ausgaben zu bezahlen, ohne dafür Wertpapiere verkaufen zu müssen.

Wie groß diese Reserve sein sollte, hängt unter anderem ab von:

  • deinen notwendigen monatlichen Ausgaben,
  • der Sicherheit und Zahl deiner Einkommensquellen,
  • bestehenden Verpflichtungen,
  • möglichen größeren Reparaturen oder Sonderausgaben.

Mehrere Monatsausgaben können eine Orientierung bieten. Eine feste Summe passt jedoch nicht für jeden Haushalt.

Eine Rücklage erfüllt ihren Zweck durch Verfügbarkeit und Stabilität. Sie ist kein Kapital, das im Crash unbedingt zum Nachkaufen eingesetzt werden muss.

Die Depotaufteilung bestimmt, wie stark dich ein Einbruch trifft

Die Verteilung deines Vermögens auf unterschiedliche Anlagen wird als Asset Allocation bezeichnet. Sie sollte sowohl zu deinen Zielen als auch zu deiner finanziellen und emotionalen Belastbarkeit passen.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel zeigt den Einfluss:

  • Ein Vermögen von 20.000 Euro besteht vollständig aus Aktien. Fallen diese um 40 Prozent, verbleiben 12.000 Euro.
  • Ein anderes Vermögen besteht zu 60 Prozent aus Aktien und zu 40 Prozent aus einem im Beispiel wertstabilen Teil. Bei demselben Aktienverlust verbleiben insgesamt 15.200 Euro. Der Rückgang beträgt 24 Prozent.

Das ist keine Empfehlung für eine bestimmte Aufteilung. Die Rechnung unterstellt ausdrücklich, dass der zweite Vermögensteil unverändert bleibt. In der Realität hängt das von den verwendeten Anlagen ab.

Eine geringere Aktienquote kann die Wirkung eines Aktiencrashs begrenzen. Dafür verändert sie auch die langfristigen Ertragschancen und andere Risiken, etwa den Kaufkraftverlust durch Inflation.

Wie du Entscheidungen während eines Crashs einordnen kannst

Eine vorbereitete Strategie erleichtert Entscheidungen, ersetzt aber keine Prüfung deiner aktuellen Situation.

1. Prüfe zuerst deine Zahlungsfähigkeit

Reichen Einkommen und Rücklagen für laufende Ausgaben? Stehen größere Zahlungen an? Bestehen Kredite oder andere Verpflichtungen?

Wenn deine finanzielle Sicherheit gefährdet ist, hat das Vorrang vor einer abstrakten Regel wie „niemals verkaufen“.

2. Unterscheide Marktbewegung und Anlageproblem

Ein breiter Marktrückgang ist etwas anderes als eine dauerhaft beschädigte Geschäftslage eines einzelnen Unternehmens.

Bei Einzelaktien solltest du prüfen, ob deine ursprüngliche Anlageidee noch trägt. Ein niedrigerer Kurs allein beantwortet diese Frage nicht.

3. Überprüfe die Risikoverteilung

Stimmt die Depotaufteilung noch mit deiner Planung überein? Haben sich persönliche Ziele oder der Anlagehorizont verändert?

Eine Anpassung kann begründet sein. Sie sollte aber möglichst auf nachvollziehbaren Überlegungen beruhen und nicht allein auf der Angst vor dem nächsten Handelstag.

4. Vermeide Entscheidungen unter Zeitdruck

Eilmeldungen, ständig wechselnde Prognosen und soziale Medien können den Eindruck vermitteln, sofort handeln zu müssen.

Eine schriftliche Übersicht deiner Ziele, Rücklagen und Entscheidungsregeln kann helfen, relevante Informationen von bloßem Aktionismus zu trennen.

Sparplan weiterlaufen lassen oder pausieren?

Ein Sparplan kauft regelmäßig zu den jeweils geltenden Preisen. Bei einer unveränderten Sparrate erhältst du bei niedrigeren Kursen mehr Anteile.

Das garantiert weder eine Erholung noch einen Gewinn. Auch neu gekaufte Anteile können weiter an Wert verlieren.

Ob du den Sparplan fortsetzt, hängt deshalb nicht nur von der Börse ab. Ebenso wichtig sind die Eignung der Anlage, dein Zeithorizont und deine finanzielle Situation.

Wenn dein Einkommen wegfällt oder Rücklagen nicht mehr ausreichen, kann eine Pause sinnvoll sein. Das ist keine gescheiterte Anlagestrategie, sondern eine Anpassung an deine Zahlungsfähigkeit.

Sind fallende Kurse automatisch eine Kaufgelegenheit?

Ein Rückgang macht eine Anlage günstiger als zuvor, aber nicht zwangsläufig günstig im Verhältnis zu ihren Aussichten.

Bei einem Unternehmen können Gewinne, Vermögenswerte oder Wettbewerbsvorteile dauerhaft beschädigt sein. Auch ein Markt kann nach deutlichen Verlusten weiter fallen.

Vor einem zusätzlichen Kauf gehören deshalb mindestens diese Fragen dazu:

  • Ist das Geld langfristig verfügbar?
  • Bleibt die notwendige Rücklage erhalten?
  • Passt der Kauf zur geplanten Depotaufteilung?
  • Erhöht er bestehende Klumpenrisiken?
  • Ist die Anlage weiterhin nachvollziehbar geeignet?

Ein Crash verpflichtet dich weder zum Nachkaufen noch zum vollständigen Ausstieg.

Warum Kredit und Hebel einen Crash verschärfen können

Wer Wertpapiere auf Kredit hält, muss zusätzlich zur Kursentwicklung die Finanzierung berücksichtigen.

Sinkende Kurse können den Wert der hinterlegten Sicherheiten reduzieren. Je nach Vertrag kann der Kreditgeber zusätzliche Sicherheiten verlangen oder Verkäufe veranlassen. Dadurch besteht die Gefahr, Positionen zu ungünstigen Preisen aufgeben zu müssen.

Bei gehebelten Produkten können Verluste ebenfalls besonders schnell entstehen. Die genauen Folgen hängen von der Produktstruktur ab.

Ein langer Anlagehorizont hilft wenig, wenn eine Finanzierung oder ein Produktmechanismus vorher zur Schließung der Position führt.

Was gilt kurz vor oder während der Entnahmephase?

Wenn du regelmäßig Geld aus deinem Depot benötigst, ist ein Crash besonders relevant. Verkäufe bei niedrigen Kursen erfordern mehr Anteile, um denselben Geldbetrag zu erhalten. Diese Anteile stehen anschließend nicht mehr für eine mögliche Erholung zur Verfügung.

Deshalb sollten absehbare Ausgaben und geplante Entnahmen bei der Depotaufteilung berücksichtigt werden.

Auch Dividenden lösen dieses Problem nicht automatisch. Unternehmen können Ausschüttungen kürzen oder streichen. Eine Dividendenstrategie bleibt zudem Kurs- und Unternehmensrisiken ausgesetzt.

Eine tragfähige Entnahmeplanung betrachtet daher Einnahmen, verfügbare Reserven und das gesamte Anlagevermögen zusammen.

Wie lange dauert die Erholung nach einem Börsencrash?

Das lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Manche Einbrüche werden vergleichsweise schnell aufgeholt, andere führen zu langjährigen Schwächephasen.

Außerdem hängt die Betrachtung davon ab, welchen Markt du untersuchst, in welcher Währung du rechnest und ob Ausschüttungen sowie Inflation berücksichtigt werden.

Eine einzelne Aktie muss ihr früheres Hoch niemals wieder erreichen. Auch bei breit gestreuten Anlagen ist eine Erholung bis zu deinem persönlichen Auszahlungstermin nicht garantiert.

Ein langer Zeithorizont schafft Spielraum, ist aber keine Zusage für ein bestimmtes Ergebnis.

Fazit: Vorbereitung ist verlässlicher als die nächste Crash-Prognose

Du kannst weder den Beginn eines Börsencrashs noch seinen Tiefpunkt sicher bestimmen. Beeinflussen kannst du dagegen, wie abhängig deine finanzielle Planung von kurzfristigen Kursen ist.

Ausreichende Rücklagen, eine passende Depotaufteilung und breite Streuung können dir helfen, schwere Marktphasen besser zu bewältigen. Sie verhindern Verluste nicht, können aber den Druck verringern, im ungünstigsten Moment handeln zu müssen.

Der wichtigste Maßstab bleibt deshalb: Ist deine Geldanlage so aufgebaut, dass sie auch bei deutlich fallenden Kursen zu deinen finanziellen Möglichkeiten und Zielen passt?

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Investor.gov: Möglichkeiten und Grenzen der Risikostreuung. Investor.gov
  • Investor.gov: Vermögensaufteilung, Diversifikation und Überschneidungen zwischen Fonds. Investor.gov
  • SEC: Finanzielle Situation und Risikobereitschaft bei schwankenden Märkten prüfen. sec.gov
  • FCA: Finanzielle Grundlagen und Notfallreserve vor einer Geldanlage. FCA
  • Investor.gov: Anlageplanung bei Marktschwankungen und vor dem Ruhestand. Investor.gov

Häufige Fragen zum Börsencrash

Was bedeuten starke Kursverluste für dein Depot und welche Rolle spielen Rücklagen, Sparpläne und Risikostreuung? Hier findest du verständliche Antworten, die dir helfen, Markteinbrüche und deine Handlungsmöglichkeiten einzuordnen.

Was ist ein Börsencrash einfach erklärt?

Ein Börsencrash ist ein besonders starker und schneller Kursrückgang, der häufig viele Aktien und ganze Märkte betrifft. Eine allgemein verbindliche Prozentgrenze gibt es nicht. Typisch sind hohe Unsicherheit, starke Schwankungen und eine breite Verkaufsbewegung.

Was unterscheidet einen Crash von einem Bärenmarkt?

Ein Crash beschreibt vor allem die Geschwindigkeit und Heftigkeit eines Einbruchs. Ein Bärenmarkt bezeichnet häufig einen Rückgang von mindestens 20 Prozent gegenüber einem vorherigen Hoch. Diese Schwelle ist eine Konvention. Ein Markt kann langsam in einen Bärenmarkt geraten oder crashartig fallen.

Warum können im Crash viele Anlagen gleichzeitig fallen?

Eine Krise kann die Gewinnaussichten vieler Unternehmen gleichzeitig belasten. Zusätzlich bauen Marktteilnehmer Risiken ab oder benötigen Geld. Dadurch können auch unterschiedliche Wertpapiere gemeinsam verlieren. Welche Anlagen betroffen sind und wie stark, hängt von der jeweiligen Krise ab.

Schützt ein breit gestreuter ETF vor einem Börsencrash?

Ein breit gestreuter Aktien-ETF verringert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen. Allgemeine Aktienmarktverluste verhindert er jedoch nicht. Auch mehrere ETFs können dieselben Risiken bündeln, wenn sich ihre Bestände stark überschneiden. Entscheidend sind Streuung und Aufteilung des gesamten Vermögens.

Ist ein Kursverlust erst beim Verkauf ein echter Verlust?

Nein. Sinkt der Marktwert deiner Anlagen, ist dein Vermögen bereits weniger wert. Ein Verkauf realisiert den Verlust. Solange du hältst, kann sich der Wert erholen oder weiter fallen. Die bisherige Verlusthöhe und der Verzicht auf einen Verkauf garantieren keine spätere Erholung.

Warum braucht ein Verlust von 50 Prozent eine Erholung von 100 Prozent?

Nach einem Rückgang von 10.000 auf 5.000 Euro fehlen 5.000 Euro zum Ausgangswert. Dieser Betrag entspricht 100 Prozent des verbliebenen Vermögens. Verlust und anschließende Erholung beziehen sich auf unterschiedliche Ausgangswerte. Das Beispiel berücksichtigt keine Zahlungen, Kosten oder Steuern.

Sollte ich während eines Crashs meine Aktien verkaufen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Prüfe deinen Geldbedarf, deine Rücklagen, die Depotaufteilung und die Eignung der Anlagen. Ein allgemeiner Marktrückgang ist anders zu beurteilen als ein dauerhaft beschädigtes Geschäftsmodell. Weder pauschales Verkaufen noch bedingungsloses Festhalten passt zu jeder Situation.

Soll ich meinen Sparplan im Crash weiterlaufen lassen?

Das hängt von deiner finanziellen Lage und der Eignung der Anlage ab. Bei unveränderter Sparrate kaufst du zu niedrigeren Preisen mehr Anteile; ein Gewinn ist dadurch nicht garantiert. Wenn dein Einkommen wegfällt oder Rücklagen fehlen, kann eine Anpassung oder Pause erforderlich sein.

Sind gefallene Aktien automatisch günstig?

Nein. Ein niedrigerer Kurs kann verschlechterte Gewinnaussichten oder größere Risiken widerspiegeln. Entscheidend sind Preis und wirtschaftliche Perspektiven zusammen. Prüfe vor einem Nachkauf auch, ob das Geld langfristig verfügbar ist und der Kauf die geplante Depotaufteilung einhält.

Welche Aufgabe hat mein Notgroschen bei einem Börsencrash?

Eine verfügbare Reserve hilft, unerwartete Ausgaben oder Einkommensausfälle zu überbrücken, ohne dafür Wertpapiere verkaufen zu müssen. Ihre Höhe hängt von deinen notwendigen Ausgaben und Verpflichtungen ab. Der Notgroschen ist nicht automatisch freies Kapital zum Nachkaufen.

Wie lange dauert die Erholung nach einem Crash?

Das ist nicht zuverlässig vorhersehbar. Die Dauer unterscheidet sich nach Markt, Krise und Berechnungsweise. Währung, Ausschüttungen und Inflation beeinflussen die Betrachtung. Einzelne Aktien können dauerhaft verlieren; auch ein breit gestreutes Depot muss sich nicht bis zu deinem persönlichen Auszahlungstermin erholen.

Warum ist ein Crash in der Entnahmephase besonders relevant?

Wenn du bei niedrigen Kursen Wertpapiere verkaufst, brauchst du für denselben Geldbetrag mehr Anteile. Diese fehlen bei einer möglichen späteren Erholung. Absehbare Entnahmen sollten deshalb in die Vermögensaufteilung und Liquiditätsplanung einfließen. Auch Dividenden sind kein garantierter Ersatz, da sie gekürzt werden oder ausfallen können.

7

Aktien-Wissen Schritt für Schritt erweitern

Du möchtest weitere Zusammenhänge verstehen? Im Aktien-Leitfaden findest du alle Themen im Überblick. Oder erfahre als Nächstes, wie ein Wertpapierdepot funktioniert und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Zurück zur Übersicht

Alle Aktien-Themen entdecken

Von den ersten Begriffen über Unternehmensbewertung und Dividenden bis zum Aktienkauf: Im Aktien-Leitfaden findest du alle Themen gebündelt. Wähle den Ratgeber, der zu deiner nächsten Frage passt.

Zum Aktien-Leitfaden
Passendes Thema vertiefen

Das Aktiendepot kennenlernen

Wo werden deine Aktien verwahrt und wie funktioniert das Verrechnungskonto? Erfahre, wofür du ein Depot benötigst und welche Kosten, Funktionen und Sicherheitsmerkmale bei der Anbieterwahl wichtig sind.

Weiter zum Aktiendepot