Buffett-Rechner: Was wurde aus einbehaltenen Gewinnen?

Unternehmen schütten nicht ihren gesamten Gewinn aus. Doch wie hat sich ihr Börsenwert im Verhältnis zu den einbehaltenen Gewinnen entwickelt? Wende die 1-Dollar-Regel an und lerne, was das Ergebnis über die Kapitalverwendung aussagen kann – und wo seine Grenzen liegen.

Die Berechnung betrachtet vergangene Ergebnisse. Kursveränderungen hängen auch von Bewertung und Marktumfeld ab; die Kennzahl ist keine Prognose oder Kaufempfehlung.

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ZEITRAUM & UNTERNEHMENSDATEN

Einbehaltene Gewinne untersuchen

Trage die Jahresgewinne und ausgeschütteten Dividenden sowie den Börsenwert am Anfang und Ende desselben Zeitraums ein.

Einheit: Millionen. Beispielsweise bedeutet 1.000 einen Betrag von einer Milliarde. Keine Gewinne je Aktie oder Dividenden je Aktie eintragen.

Beispiel: Für 2021–2025 den Börsenwert unmittelbar vor Beginn 2021 und zum Ende 2025 verwenden. Beide Werte müssen dieselbe Abgrenzung des Stammaktienkapitals haben.
Optional: Aktienrückkäufe und Kapitalzuführungen

Hier kannst du den Marktwertvergleich um Geldflüsse zwischen Unternehmen und Aktionären ergänzen. Die unbereinigte Kennzahl bleibt separat sichtbar.

Tatsächlich gezahlte Beträge für Rückkäufe eigener Aktien.
Kapitalzuführungen aus Aktienausgaben einschließlich gegebenenfalls monetär ausgeübter Mitarbeiteroptionen. Nicht den Börsenwert der neu ausgegebenen Aktien eintragen.
Aktienbasierte Vergütung, Übernahmen gegen eigene Aktien, Abspaltungen und andere nicht zahlungswirksame Veränderungen werden damit nicht vollständig bereinigt.
ERGEBNIS DER 1-DOLLAR-REGEL

Marktwert im Verhältnis zum Gewinn

Unbereinigter Marktwertzuwachs je einbehaltener Geldeinheit
Gewinne insgesamt
Dividenden insgesamt
Einbehaltene Gewinne
Veränderung des Börsenwerts
Marktwertvergleich nach Geldflusskorrektur
Quote nach Geldflusskorrektur

Diagramm in Millionen. Türkis: einbehaltene Gewinne. Blau: unbereinigte Veränderung des Börsenwerts.

Die Kennzahl beschreibt einen historischen Zusammenhang. Sie beweist nicht, dass das Management den Börsenwertzuwachs durch die Verwendung einbehaltener Gewinne verursacht hat.

MODELL & EINORDNUNG

So wird gerechnet

Berechnung und Hinweise

Einbehaltene Gewinne = Summe der eingegebenen Jahresgewinne minus Summe der eingegebenen Dividenden. Rückkäufe werden in diesem vereinfachten Nenner nicht zusätzlich abgezogen.

Unbereinigter Marktwertzuwachs = Börsenwert am Ende minus Börsenwert zu Beginn. Unbereinigte Quote = Marktwertzuwachs geteilt durch einbehaltene Gewinne.

Eine Quote von 1 bedeutet, dass der unbereinigte Börsenwertzuwachs rechnerisch den einbehaltenen Gewinnen entspricht. Eine Quote über 1 liegt oberhalb, eine Quote unter 1 unterhalb dieser Vergleichsschwelle. Negative Werte sind möglich.

Optionale Geldflusskorrektur: Börsenwertveränderung plus Ausgaben für Aktienrückkäufe minus Geldzuflüsse aus Aktienausgaben. Die korrigierte Quote teilt diesen Betrag durch dieselben einbehaltenen Gewinne. Dies ist eine zusätzliche vereinfachte Betrachtung und keine vollständige Bereinigung sämtlicher Kapitalmaßnahmen.

Dividenden werden im Nenner bereits vom Gewinn abgezogen und im Zähler nicht zusätzlich als Wertzuwachs addiert. Die Kennzahl ist keine Gesamtrendite für Aktionäre.

Verwende Jahresergebnisse, die den Stammaktionären zuzurechnen sind, und dazu passende Dividenden. Gewinne, Dividenden und Börsenwerte müssen in derselben Währung und Einheit vorliegen. Für einen vollständigen Mehrjahresvergleich keine überlappenden Jahres- und Zwölfmonatswerte kombinieren.

Bei einbehaltenen Gewinnen von null oder darunter wird keine Quote ausgegeben. Auch ein sehr kleiner positiver Nenner kann zu extremen und wenig belastbaren Ergebnissen führen.

Börsenkurse reagieren unter anderem auf Zinsen, Erwartungen und Bewertungsänderungen. Aktienrückkäufe, Kapitalerhöhungen, Übernahmen, Abspaltungen und aktienbasierte Vergütung können den Vergleich beeinflussen. Die einfache Rechnung ersetzt keine Analyse der Kapitalverwendung, Bilanz oder aktuellen Bewertung.

Alle Beispielwerte sind fiktiv. Der Rechner lädt keine Unternehmensdaten, führt keine Währungsumrechnung durch und erstellt keine Kursprognose.

Tipp: Vergleiche mehrere längere Zeiträume und prüfe größere Kapitalmaßnahmen – eine hohe Quote kann auch durch gestiegene Börsenbewertungen entstehen und beweist allein keine erfolgreiche Verwendung einbehaltener Gewinne.

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So bedienst du den Buffett-Rechner

1. Währung und Zeitraum festlegen

Wähle die Rechenwährung und das erste Geschäftsjahr aus. Über „Jahr hinzufügen“ oder „Letztes Jahr entfernen“ passt du den Untersuchungszeitraum an. Die Währungsauswahl verändert nur die Beschriftung; Beträge werden nicht umgerechnet.

2. Börsenwerte eintragen

Gib den gesamten Börsenwert des Unternehmens unmittelbar vor Beginn und am Ende deines Zeitraums ein. Für die Geschäftsjahre 2021 bis 2025 verwendest du beispielsweise den Anfangswert vor Beginn 2021 und den Endwert zum Ende 2025.

3. Jahresgewinne und Dividenden ergänzen

Trage für jedes Jahr den Gewinn ein, der den Stammaktionären zuzurechnen ist, sowie die dazu passenden ausgeschütteten Dividenden. Negative Jahresgewinne sind möglich.

Wichtig: Alle Beträge werden als Unternehmensgesamtwerte in Millionen eingegeben. Eine Milliarde entspricht der Eingabe 1000. Verwende keine Gewinne oder Dividenden je Aktie und achte auf dieselbe Währung und Abgrenzung.

4. Optional Kapitalmaßnahmen berücksichtigen

Öffne den Bereich „Aktienrückkäufe und Kapitalzuführungen“. Dort kannst du die gesamten Rückkaufausgaben und Geldzuflüsse aus Aktienausgaben innerhalb des Zeitraums ergänzen. Der Rechner zeigt die zusätzliche geldflusskorrigierte Quote separat an. Nicht zahlungswirksame Kapitalmaßnahmen werden dadurch nicht vollständig bereinigt.

5. Ergebnis einordnen

Die Berechnung aktualisiert sich automatisch. Der Rechner zieht die Dividenden von den Jahresgewinnen ab und vergleicht die verbleibenden einbehaltenen Gewinne mit der Veränderung des Börsenwerts:

  • Quote über 1: Der Börsenwertzuwachs übersteigt die einbehaltenen Gewinne.
  • Quote gleich 1: Beide Beträge entsprechen sich.
  • Quote unter 1: Der Börsenwertzuwachs bleibt hinter den einbehaltenen Gewinnen zurück.

Bei einbehaltenen Gewinnen von null oder darunter wird keine Quote ausgegeben. Ein sehr kleiner positiver Betrag kann zu einer auffällig hohen, wenig belastbaren Kennzahl führen.

Die Quote beschreibt einen historischen Zusammenhang. Sie beweist nicht, dass das Management den Börsenwertzuwachs verursacht hat, und ist keine Kaufempfehlung.

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Häufige Fragen zum Buffett-Rechner

Welche Unternehmenszahlen brauchst du, was bedeutet eine Quote über 1 und wie wirken sich Aktienrückkäufe aus? Hier findest du verständliche Antworten zur Bedienung, zur 1-Dollar-Regel und zu den Grenzen der Berechnung.

Was berechnet der Buffett-Rechner?

Der Rechner vergleicht die Veränderung des Börsenwerts mit den einbehaltenen Gewinnen eines Unternehmens im selben Zeitraum. Dafür werden die eingegebenen Jahresgewinne addiert und die Dividenden abgezogen.

Das Ergebnis ist eine historische Verhältniszahl. Es zeigt weder den heutigen fairen Aktienwert noch deine persönliche Anlagerendite.

Was bedeutet eine Quote von 1 oder darüber?

Eine Quote von 1 bedeutet, dass der Börsenwertzuwachs rechnerisch genauso hoch ist wie die einbehaltenen Gewinne. Bei einer Quote von 1,5 stehen jeder einbehaltenen Geldeinheit 1,5 Einheiten Börsenwertzuwachs gegenüber.

Eine hohe Quote beweist keine erfolgreiche Kapitalverwendung. Auch veränderte Gewinnerwartungen, Zinsen und höhere Börsenbewertungen können das Ergebnis beeinflussen.

Welche Daten brauche ich für die Berechnung?

Du benötigst den Börsenwert zu Beginn und am Ende des Untersuchungszeitraums sowie die Jahresgewinne und ausgeschütteten Dividenden für alle enthaltenen Geschäftsjahre.

Verwende zusammenpassende Unternehmensgesamtwerte. Jahresgewinne und Dividenden müssen derselben Aktionärsgruppe zugeordnet sein. Geschäftsberichte und offizielle Investor-Relations-Unterlagen helfen beim Datenabgleich.

Muss ich Gesamtbeträge oder Werte je Aktie eingeben?

Dieser Rechner verwendet ausschließlich Unternehmensgesamtbeträge in Millionen der gewählten Währung. Eine Milliarde wird deshalb als 1.000 eingegeben.

Gewinn je Aktie und Dividende je Aktie gehören nicht in diese Felder. Die Währungsauswahl ändert nur die Beschriftung; eine automatische Umrechnung findet nicht statt.

Wie wähle ich den richtigen Zeitraum?

Gewinne, Dividenden und Börsenwertveränderung müssen denselben Zeitraum abdecken. Für die Geschäftsjahre 2021 bis 2025 verwendest du den Börsenwert unmittelbar vor Beginn 2021 und den Wert zum Ende 2025.

Vergleiche möglichst mehrere längere Zeiträume. Einzelne außergewöhnliche Jahre sowie besonders hohe oder niedrige Börsenbewertungen an den Endpunkten können die Quote stark beeinflussen.

Was zählt im Rechner als einbehaltener Gewinn?

Der Rechner zieht die Summe der eingegebenen Dividenden von der Summe der Jahresgewinne ab. Dieser vereinfachte Betrag bildet den Nenner der Kennzahl.

Er ist nicht mit verfügbarer Liquidität gleichzusetzen. Bilanzielle Gewinne sind keine Zahlungsströme. Rückkäufe werden in diesem Modell nicht zusätzlich vom Nenner abgezogen.

Wie werden Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt?

Im optionalen Bereich kannst du Rückkaufausgaben und Geldzuflüsse aus Aktienausgaben für den gesamten Zeitraum eingeben. Der zusätzliche Marktwertvergleich addiert Rückkaufausgaben und zieht Kapitalzuführungen ab.

Diese Geldflusskorrektur ist keine vollständige Bereinigung. Aktienbasierte Vergütung, Übernahmen gegen eigene Aktien und andere nicht zahlungswirksame Kapitalmaßnahmen werden dadurch nicht vollständig erfasst.

Was bedeutet eine negative Quote?

Bei positiven einbehaltenen Gewinnen entsteht eine negative unbereinigte Quote, wenn der Börsenwert am Ende niedriger ist als zu Beginn. Der Börsenwert ist dann trotz einbehaltener Gewinne gesunken.

Die Ursache lässt sich aus der Quote allein nicht ableiten. Sie kann im Unternehmen liegen, aber auch mit Bewertungsänderungen oder dem allgemeinen Marktumfeld zusammenhängen.

Warum zeigt der Rechner manchmal keine Quote an?

Eine Quote wird nur berechnet, wenn die kumulierten einbehaltenen Gewinne positiv sind. Bei null oder einem negativen Betrag fehlt eine sinnvoll interpretierbare Grundlage für diesen Vergleich.

Auch ein sehr kleiner positiver Nenner kann problematisch sein. Er kann zu extrem hohen oder niedrigen Ergebnissen führen, die wenig über die langfristige Kapitalverwendung aussagen.

Ist ein gutes Ergebnis ein Kaufsignal für die Aktie?

Nein. Die Kennzahl betrachtet vergangene Gewinne und Börsenwerte. Sie bewertet weder den aktuellen Kaufpreis noch die zukünftigen Geschäftsaussichten vollständig.

Prüfe zusätzlich Geschäftsmodell, Bilanz, Cashflow und Bewertung. Ein Unternehmen kann historisch eine hohe Quote erreicht haben und zum heutigen Kurs trotzdem unattraktiv bewertet sein.

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Buffett-Rechner: Einbehaltene Gewinne und Börsenwert vergleichen

Was geschieht mit Gewinnen, die ein Unternehmen nicht als Dividende ausschüttet? Sie können beispielsweise Investitionen, Übernahmen oder den Schuldenabbau finanzieren. Für Aktionäre stellt sich dabei die Frage, ob diese Kapitalverwendung langfristig zusätzlichen Wert schafft.

Der Buffett-Rechner greift diese Frage mit der 1-Dollar-Regel auf. Er setzt die Veränderung des Börsenwerts ins Verhältnis zu den einbehaltenen Gewinnen desselben Zeitraums. So erhältst du einen ersten rechnerischen Anhaltspunkt für deine weitere Unternehmensanalyse.

Was die 1-Dollar-Regel aussagt

In der vereinfachten Berechnung werden die Dividenden von den kumulierten Jahresgewinnen abgezogen. Anschließend wird der Börsenwertzuwachs durch diese einbehaltenen Gewinne geteilt.

Eine Quote von 1 bedeutet, dass beide Beträge gleich hoch sind. Oberhalb dieser Schwelle ist der Börsenwert stärker gestiegen als die einbehaltenen Gewinne. Unterhalb bleibt sein Zuwachs dahinter zurück. Bei positiven einbehaltenen Gewinnen und einem gesunkenen Börsenwert fällt die Quote negativ aus.

Die Kennzahl beschreibt einen Zusammenhang, keine Ursache. Ein höherer Börsenwert kann aus verbesserten Geschäftsaussichten entstehen, aber auch aus einer höheren Bewertung durch den Markt. Deshalb lässt sich aus dem Ergebnis allein nicht ableiten, wie erfolgreich das Management investiert hat.

Warum Zeitraum und Datenbasis entscheidend sind

Ein aussagekräftiger Vergleich braucht zusammenpassende Unternehmenszahlen. Jahresgewinne, Dividenden und Börsenwerte müssen dieselbe Währung, Einheit und Abgrenzung verwenden. Dieser Rechner arbeitet mit Gesamtbeträgen in Millionen, nicht mit Werten je Aktie.

Auch die gewählten Anfangs- und Endpunkte beeinflussen das Ergebnis. Ein besonders niedriger Börsenwert zu Beginn oder eine außergewöhnlich hohe Bewertung am Ende kann die Quote deutlich erhöhen. Vergleiche deshalb mehrere längere Zeiträume und prüfe, ob das Bild auch bei anderen Stichtagen bestehen bleibt.

Bei sehr geringen einbehaltenen Gewinnen kann die Quote zudem extrem ausfallen. Eine hohe Zahl ist dann möglicherweise vor allem das Ergebnis eines kleinen Nenners.

Aktienrückkäufe und Kapitalzuführungen einordnen

Kapitalmaßnahmen können den Börsenwertvergleich verändern. Der Rechner bietet deshalb eine zusätzliche Betrachtung: Rückkaufausgaben werden zur Börsenwertveränderung addiert, Geldzuflüsse aus Aktienausgaben davon abgezogen.

Diese Geldflusskorrektur hilft, bestimmte Veränderungen sichtbar zu machen. Sie erfasst jedoch nicht sämtliche Auswirkungen von Übernahmen, Abspaltungen oder aktienbasierter Vergütung. Unbereinigte und korrigierte Quote sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden.

Kapitalverwendung und Aktienbewertung zusammen betrachten

Ein Unternehmen kann einbehaltene Gewinne sinnvoll eingesetzt haben und zum aktuellen Kurs trotzdem teuer sein. Umgekehrt beweist eine niedrige historische Quote allein noch keine dauerhaft schlechte Unternehmensqualität.

Ergänze die Berechnung deshalb um Geschäftsmodell, Wettbewerb, Verschuldung, Cashflow und zukünftigen Kapitalbedarf. Der Fair-Value-Rechner bietet dir einen weiteren Blickwinkel: Dort kannst du untersuchen, welche Bewertung sich aus deinen Annahmen zu Gewinnwachstum, Ziel-KGV und Renditeanforderung ergibt.

Weitere Zusammenhänge findest du in den Aktien-Ratgebern und im Finanzlexikon. Nutze den Buffett-Rechner als Ausgangspunkt für konkrete Fragen an ein Unternehmen – und die weiteren Finanzrechner, um deine Überlegungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu prüfen.