STAATLICHE FÖRDERUNG · ETF-VORSORGE · ING-DEPOT

ING Altersvorsorge-Depot 2027: Aktiv und Relax im ersten Check

Die ING will ab Januar 2027 zwei staatlich geförderte Altersvorsorge-Depots anbieten: eine flexible Aktiv-Variante für Selbstentscheider und ein einfacheres Relax-Modell mit vorgegebener Anlagelösung. Erfahre, welche Kosten entfallen sollen, wie die staatliche Förderung funktioniert und welche wichtigen Produktdetails derzeit noch offen sind.

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Stand: 27. Oktober 2026

Ab dem 1. Januar 2027 will die ING Deutschland zwei staatlich geförderte Altersvorsorge-Depots anbieten. Während sich das Altersvorsorge-Depot Aktiv an Selbstentscheider richtet, soll das Altersvorsorge-Depot Relax den Einstieg mit einer deutlich kleineren und vorgegebenen Produktauswahl erleichtern.

Die ersten veröffentlichten Konditionen wirken attraktiv: Für Depotführung, Sparplanausführungen, Einmalanlagen, Umschichtungen und einen Anbieterwechsel will die ING keine eigenen Gebühren berechnen. Kosten entstehen jedoch weiterhin innerhalb der ausgewählten ETFs und Fonds.

Doch welches Modell passt zu welchem Anleger? Wie hoch fällt die staatliche Förderung aus, welche Anlageprodukte stehen zur Verfügung und welche Einschränkungen besitzt das geförderte Depot gegenüber einem normalen Wertpapierdepot?

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Wann startet das ING Altersvorsorge-Depot?

Das neue Altersvorsorge-Depot soll bei der ING ab dem 1. Januar 2027 eröffnet werden können. Damit gehört die Direktbank zu den ersten Anbietern, die konkrete Varianten und Konditionen für die reformierte private Altersvorsorge veröffentlicht haben.

Das Altersvorsorge-Depot ist ein staatlich geförderter Vertrag für den langfristigen Vermögensaufbau. Anders als bei klassischen Garantieprodukten darf das Kapital stärker am Aktienmarkt investiert werden. Dadurch entstehen höhere Renditechancen, gleichzeitig muss der Anleger aber auch größere Wertschwankungen akzeptieren.

Die ING will sowohl Bestands- als auch Neukunden einen vollständig digitalen Abschluss ermöglichen. Die monatliche Sparrate soll bereits ab zehn Euro beginnen und später flexibel angepasst werden können. Zusätzlich sind Einmalzahlungen vorgesehen.

Kein gewöhnliches Wertpapierdepot

Trotz der Bezeichnung handelt es sich um einen zweckgebundenen Altersvorsorgevertrag. Förderung und steuerliche Vorteile gehen mit gesetzlichen Vorgaben für Einzahlungen, Produktauswahl und spätere Auszahlungen einher.

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Zwei Modelle für unterschiedliche Anlegertypen

Die ING will das Altersvorsorge-Depot in zwei deutlich unterschiedlichen Ausführungen anbieten. Mit der Aktiv-Variante können Anleger ihr Portfolio weitgehend selbst zusammenstellen. Das Relax-Modell verwendet dagegen zwei vorausgewählte ETFs und übernimmt einen größeren Teil der Anlageorganisation.

Depot Aktiv

Große Auswahl für Anleger, die ihre ETFs und Fonds selbst auswählen und ihr Portfolio eigenständig steuern möchten.

Depot Relax

Vereinfachte Standardlösung aus einem Aktien- und einem Anleihen-ETF mit wählbarer Aufteilung.

Staatliche Förderung

Beide Varianten sollen die gesetzliche Grund-, Kinder- und gegebenenfalls Berufseinsteigerförderung ermöglichen.

Die Entscheidung zwischen Aktiv und Relax betrifft damit nicht nur die Produktauswahl. Sie bestimmt auch, wie viel Verantwortung du für die Zusammenstellung, Gewichtung und laufende Kontrolle deines Portfolios übernehmen möchtest.

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Wie funktioniert das ING Altersvorsorge-Depot Aktiv?

Das Altersvorsorge-Depot Aktiv ist als Selbstentscheider-Lösung konzipiert. Nach Angaben der ING sollen mehr als 1.000 ETFs sowie weitere Fonds zur Auswahl stehen. Anleger können mehrere Produkte gleichzeitig besparen und ihr Portfolio selbst zusammenstellen.

Dadurch lässt sich beispielsweise entscheiden, wie stark Aktien, Anleihen, Regionen oder bestimmte Anlageschwerpunkte im Depot vertreten sein sollen. Welche konkreten ETFs und Fondsgesellschaften zum Marktstart vollständig verfügbar sein werden, muss die endgültige Produktliste zeigen.

Die laufenden Produktkosten sollen bei besonders günstigen Produkten bereits ab 0,03 Prozent pro Jahr beginnen. Dieser Wert ist jedoch nur der niedrigste Einstiegspunkt innerhalb der Produktauswahl. Andere ETFs oder aktiv verwaltete Fonds können deutlich höhere laufende Kosten besitzen.

0,03 Prozent gelten nicht für jedes Portfolio

Die tatsächlichen Kosten des Aktiv-Depots hängen von deiner Produktauswahl und Gewichtung ab. Die günstigste verfügbare TER ist nicht automatisch die Kostenquote deines gesamten Depots.

Mehr Auswahl bedeutet mehr Verantwortung

Ein großes Angebot kann hilfreich sein, erhöht aber gleichzeitig die Gefahr unnötig komplizierter Portfolios. Mehrere Welt-ETFs können beispielsweise weitgehend dieselben Unternehmen enthalten. Zusätzliche Produkte führen deshalb nicht automatisch zu einer besseren Risikostreuung.

Selbstentscheider müssen unter anderem auf Aktienquote, Ländergewichtung, Produktkosten, Überschneidungen und den verbleibenden Anlagehorizont achten. Grundlagen zum regelmäßigen Investieren findest du in meinem Ratgeber zum ETF-Sparplan für Einsteiger .

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Wie funktioniert das ING Altersvorsorge-Depot Relax?

Das Altersvorsorge-Depot Relax ist das Standardmodell der ING. Statt aus mehr als tausend Produkten auszuwählen, investierst du über zwei vorausgewählte und weltweit ausgerichtete aktive ETFs.

Ein ETF bildet den Aktienanteil ab, der andere den risikoärmeren Anleihenanteil. Du kannst auswählen, wie dein Guthaben zwischen beiden Bausteinen verteilt werden soll, und die Gewichtung später anpassen.

Die ING verwaltet die Zusammensetzung der beiden ETFs aktiv. Das Relax-Depot ist somit keine rein passive Welt-ETF-Lösung. Innerhalb der Fonds werden Anlageentscheidungen nach dem jeweiligen Konzept des ING Global Investment Centers getroffen.

Automatische Umschichtung vor der Auszahlung

Fünf Jahre vor Beginn der Auszahlungsphase soll das Vermögen schrittweise aus dem Aktien-ETF in den Anleihen-ETF umgeschichtet werden. Dadurch soll das Risiko eines starken Aktienmarktrückgangs kurz vor dem Ruhestand verringert werden.

Eine solche Ablaufsteuerung kann sinnvoll sein, schützt aber nicht vollständig vor Verlusten. Auch Anleihen können im Wert schwanken, beispielsweise wenn sich Marktzinsen, Bonitätsrisiken oder Inflationserwartungen verändern.

Die laufenden Produktkosten der beiden Relax-ETFs sollen zusammen 0,20 Prozent pro Jahr betragen. Hinzukommen können Transaktionskosten innerhalb der Fonds, die nicht vollständig durch die TER abgebildet werden.

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ING Aktiv oder Relax: Wo liegen die Unterschiede?

Selbst entscheiden

Altersvorsorge-Depot Aktiv

  • mehr als 1.000 ETFs und weitere Fonds
  • mehrere Produkte gleichzeitig besparbar
  • Portfolio selbst zusammenstellen
  • Umschichtungen eigenständig vornehmen
  • Produktkosten ab 0,03 Prozent pro Jahr
  • höherer Kontroll- und Entscheidungsaufwand
Einfacher vorsorgen

Altersvorsorge-Depot Relax

  • zwei vorausgewählte aktive ETFs
  • Aktien- und Anleihenbaustein
  • persönliche Aufteilung wählbar
  • automatische Umschichtung vor der Auszahlung
  • Produktkosten von 0,20 Prozent pro Jahr
  • deutlich kleinere individuelle Produktauswahl

Aktiv kann grundsätzlich zu Anlegern passen, die sich mit der Zusammenstellung eines langfristigen Portfolios beschäftigen möchten. Relax richtet sich eher an Sparer, die eine einfachere Lösung mit weniger eigenen Anlageentscheidungen bevorzugen.

Welche Variante wirtschaftlich besser abschneidet, lässt sich im Voraus nicht sagen. Niedrigere Kosten sind wichtig, die spätere Wertentwicklung hängt aber vor allem von der gewählten Portfoliozusammensetzung und den Kapitalmärkten ab.

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Wie hoch ist die staatliche Förderung?

Das neue Altersvorsorge-Depot verwendet eine beitragsabhängige Förderung. Die Höhe der Grundzulage richtet sich danach, wie viel du innerhalb eines Kalenderjahres selbst einzahlst.

Maximale Grundzulage pro Jahr
Erste 360 Euro Eigenbeitrag 50 % Förderung = 180 Euro
Weitere 1.440 Euro Eigenbeitrag 25 % Förderung = 360 Euro
Bei insgesamt 1.800 Euro Eigenbeitrag 540 Euro Grundzulage

Um die maximale Grundzulage von 540 Euro zu erhalten, musst du somit 1.800 Euro im Jahr beziehungsweise durchschnittlich 150 Euro monatlich selbst einzahlen. Zusammen mit der Förderung würden dem Vertrag dann 2.340 Euro für das betreffende Jahr gutgeschrieben.

Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus

Zusätzlich kann eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr hinzukommen. Nach den gesetzlichen Förderregeln soll die volle Kinderzulage bereits bei einem Eigenbeitrag von 25 Euro monatlich erreicht werden können.

Wer den Vertrag vor dem 25. Geburtstag abschließt, kann außerdem einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.

Förderung und Einzahlungslimit unterscheiden

Bis zu 6.840 Euro können jährlich in einen Vertrag eingezahlt werden. Die proportionale Grundzulage steigt jedoch nur bis zu einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro weiter an.

Pro Person sollen höchstens zwei geförderte Altersvorsorge-Depots bestehen dürfen. Der maximale förderfähige Eigenbeitrag von insgesamt 1.800 Euro wird dadurch jedoch nicht für jedes Depot erneut gewährt.

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Was kostet das ING Altersvorsorge-Depot?

Nach den bisher veröffentlichten Konditionen verlangt die ING für beide Varianten keine eigenen Gebühren für wesentliche Depotvorgänge.

  • keine Depotführungsgebühr
  • keine Gebühr für Sparplanausführungen
  • keine Ordergebühr für Einmalzahlungen
  • keine ING-Gebühr für Umschichtungen
  • keine Gebühr für einen Anbieterwechsel

„Keine Ordergebühren“ bedeutet allerdings nicht, dass das gesamte Altersvorsorge-Depot kostenlos ist. In den verwendeten ETFs und Fonds fallen weiterhin laufende Produktkosten an.

Aktiv

Individuelle Kosten

Die TER richtet sich nach deinen ausgewählten ETFs und Fonds. Die günstigsten angebotenen Produkte sollen bei 0,03 Prozent pro Jahr beginnen.

Relax

0,20 Prozent pro Jahr

Für die beiden aktiven ETFs nennt die ING laufende Produktkosten von insgesamt 0,20 Prozent pro Jahr. Zusätzliche Transaktionskosten innerhalb der Fonds sind möglich.

Für einen sinnvollen Kostenvergleich solltest du nicht nur die TER betrachten. Wichtig sind die gesamten Effektivkosten, die Portfoliozusammensetzung und die Frage, welche Leistungen der Anbieter dauerhaft übernimmt.

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Welche steuerlichen Vorteile bietet das Depot?

Innerhalb des Altersvorsorge-Depots bleiben Kursgewinne, Dividenden und Zinsen während der Ansparphase grundsätzlich unversteuert. Auch bei Umschichtungen innerhalb des Vertrags soll keine unmittelbare Abgeltungsteuer anfallen.

Nach Angaben der ING fällt während der Ansparphase ebenfalls keine Vorabpauschale an. Dadurch kann das gesamte Kapital zunächst innerhalb des Vertrags weiterarbeiten.

Beiträge und Zulagen können im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Das Finanzamt führt dabei eine Günstigerprüfung durch: Ist der mögliche Steuervorteil höher als die erhaltene Zulage, kann sich eine zusätzliche steuerliche Entlastung ergeben.

Die Steuer wird damit nicht vollständig abgeschafft. Die späteren Auszahlungen aus dem geförderten Teil des Vertrags werden grundsätzlich nachgelagert besteuert. Wie hoch die tatsächliche Belastung ausfällt, hängt von den persönlichen Verhältnissen und den dann gültigen Steuergesetzen ab.

Steuerfrei in der Ansparphase bedeutet nicht steuerfrei im Alter

Die Besteuerung wird überwiegend in die Auszahlungsphase verschoben. Ein pauschaler Vergleich mit einem normalen ETF-Depot ist deshalb nur mit Annahmen zum persönlichen Steuersatz möglich.

Für Einzahlungen oberhalb des unmittelbar geförderten Eigenbeitrags bis zum jährlichen Höchstbetrag von 6.840 Euro gelten teilweise gesonderte steuerliche Regeln. Bei langer Vertragslaufzeit kann unter bestimmten Voraussetzungen nur ein Teil des Wertzuwachses steuerpflichtig sein. Eine individuelle steuerliche Beurteilung sollte jedoch nicht allein auf vereinfachten Beispielrechnungen beruhen.

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Kann ein bestehender Riester-Vertrag zur ING wechseln?

Bestehende Riester-Verträge werden durch die Reform nicht automatisch beendet oder umgewandelt. Wer bereits einen Vertrag besitzt, kann diesen grundsätzlich fortführen.

Die ING plant im Laufe des Jahres 2027 einen digitalen Wechselservice. Damit soll vorhandenes Riester-Vermögen später in das neue Altersvorsorge-Depot übertragen werden können.

Der Service soll jedoch nicht zwingend bereits am 1. Januar zur Verfügung stehen. Kunden können nach Angaben der Bank zunächst ein neues Altersvorsorge-Depot eröffnen und den alten Vertrag später übertragen, sobald die technische Wechselmöglichkeit bereitsteht.

Bestehenden Riester-Vertrag nicht vorschnell kündigen

Eine normale Kündigung kann zur Rückforderung früherer Zulagen und Steuervorteile führen. Vor einer Entscheidung sollten Kosten, Garantien, vorhandenes Vertragsguthaben und die förderunschädliche Wechselmöglichkeit geprüft werden.

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Was hat es mit dem Startbonus auf sich?

Die ING bewirbt für bestimmte Neukunden einen einmaligen Startbonus von 50 Euro. Dafür müssen sich berechtigte Neukunden nach den veröffentlichten Bedingungen bis zum 30. November 2026 in die Starteliste eintragen und das Altersvorsorge-Depot spätestens am 15. Februar 2027 eröffnen.

Ein Bonus kann ein angenehmer Zusatz sein, sollte aber nicht den Ausschlag für einen langfristigen Altersvorsorgevertrag geben. Wichtiger sind Kosten, Produktauswahl, Flexibilität und die Bedingungen der späteren Auszahlungsphase.

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Welche Nachteile und Risiken solltest du kennen?

Die staatliche Förderung macht das Altersvorsorge-Depot interessant, beseitigt aber weder Kapitalmarktrisiken noch die langfristige Bindung des Geldes.

Mögliche Vorteile

  • bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr
  • zusätzliche Kinderzulagen möglich
  • steuerfreie Erträge während der Ansparphase
  • keine ING-Gebühren für zentrale Depotvorgänge
  • Wahl zwischen Selbstentscheider- und Standardmodell
  • monatliche Sparrate bereits ab zehn Euro
  • breite ETF- und Fondsauswahl im Aktiv-Depot

Mögliche Nachteile

  • Kapital ist für die Altersvorsorge gebunden
  • keine Garantie gegen Kursverluste
  • Auszahlungen werden später besteuert
  • Aktiv-Depot erfordert eigene Anlageentscheidungen
  • Relax-Depot besitzt nur eine begrenzte Auswahl
  • Produkt- und Transaktionskosten bleiben bestehen
  • Auszahlungsdetails müssen individuell geprüft werden

Aktienmarktrisiko

Ein hoher Aktienanteil bietet langfristige Renditechancen, kann aber zwischenzeitlich zu erheblichen Verlusten führen. Gerade kurz vor der Auszahlungsphase kann ein ungünstiger Börsenzeitpunkt problematisch werden.

Langfristige Bindung

Das Altersvorsorge-Depot ist nicht als frei verfügbares Sparkonto gedacht. Wer das Geld möglicherweise für eine Immobilie, eine längere Auszeit oder andere Ziele vor dem Ruhestand benötigt, sollte zusätzlich flexibel verfügbares Vermögen aufbauen.

Politische und steuerliche Veränderungen

Altersvorsorgeverträge laufen häufig über mehrere Jahrzehnte. In dieser Zeit können sich Steuergesetze, Förderbedingungen und persönliche Lebensumstände verändern. Heutige Modellrechnungen sind deshalb keine Garantie für das spätere Nettoergebnis.

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Für wen könnte welches ING-Modell passen?

Das Aktiv-Depot kann für Anleger interessant sein, die bereits Erfahrung mit ETFs besitzen, ihr Portfolio bewusst zusammenstellen und die Gewichtung langfristig selbst kontrollieren möchten.

Das Relax-Depot kann dagegen zu Sparern passen, die möglichst wenige Produkte auswählen und einen Teil der späteren Risikoreduzierung automatisieren möchten.

Aktiv könnte passen, wenn du
  • ETFs und Fonds selbst vergleichen möchtest,
  • deine Aktienquote eigenständig bestimmst,
  • Überschneidungen im Portfolio erkennen kannst,
  • regelmäßig überprüfst, ob die Aufteilung noch passt.
Relax könnte passen, wenn du
  • eine überschaubare Produktauswahl bevorzugst,
  • nicht selbst aus zahlreichen ETFs wählen möchtest,
  • Aktien und Anleihen kombinieren willst,
  • eine automatische Risikoreduzierung vorziehst.

Die einfachere Lösung ist nicht automatisch schlechter und die größere Produktauswahl nicht automatisch besser. Entscheidend ist, ob du die gewählte Strategie über viele Jahre verstehst und auch in schwierigen Börsenphasen durchhalten kannst.

MEIN FAZIT

Die ING legt ein überraschend günstiges Angebot vor

Mit Aktiv und Relax bietet die ING zwei nachvollziehbar getrennte Lösungen für unterschiedliche Anlegertypen an. Besonders interessant sind der Verzicht auf eigene Depot-, Sparplan-, Order- und Wechselgebühren sowie die niedrigen laufenden Produktkosten.

Das Aktiv-Depot bietet eine ungewöhnlich große Auswahl und kann dadurch sehr günstig zusammengestellt werden. Es verlangt dem Anleger aber auch mehr Wissen und Disziplin ab. Wer wahllos mehrere ähnliche ETFs kombiniert oder ständig umschichtet, nutzt die vorhandene Flexibilität nicht sinnvoll.

Das Relax-Depot reduziert die Auswahl auf zwei aktiv verwaltete ETFs und übernimmt später die Umschichtung in den risikoärmeren Anleihenbaustein. Mit 0,20 Prozent laufenden Produktkosten bleibt auch diese Variante vergleichsweise günstig. Vor einer endgültigen Bewertung sollten jedoch die vollständigen Fondsunterlagen und die genaue Anlagestrategie der beiden ETFs vorliegen.

Die staatliche Förderung kann insbesondere bei regelmäßigen Einzahlungen und Kinderzulagen erheblich sein. Trotzdem sollte das Altersvorsorge-Depot nicht allein wegen der Zulage abgeschlossen werden. Entscheidend sind die gesamte Vertragslaufzeit, die spätere Besteuerung, die eingeschränkte Verfügbarkeit und die Frage, ob die gewählte Anlagestrategie zur eigenen Risikobereitschaft passt.

Das erste Zwischenfazit fällt dennoch positiv aus: Die ING übersetzt die gesetzliche Reform in zwei verständliche Modelle und veröffentlicht vergleichsweise transparente Konditionen. Wie gut das Angebot wirklich ist, wird sich ab Januar 2027 anhand der endgültigen Produktauswahl, Vertragsbedingungen und praktischen Umsetzung zeigen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kapitalmarktanlagen können im Wert fallen. Förderbedingungen, Steuervorschriften und Produktkonditionen können sich ändern.

Quellen

ALTERSVORSORGE-DEPOT AUF EINEN BLICK

ING Altersvorsorge-Depot ab 2027

Zwei staatlich geförderte Depotmodelle für unterschiedliche Anlegertypen: selbst zusammenstellen mit Aktiv oder einfacher vorsorgen mit Relax.

Geplanter Start 1. Januar 2027
Depotmodelle Aktiv und Relax
Mindestsparrate 10 Euro im Monat
Grundzulage Bis zu 540 Euro jährlich
Kinderzulage Bis zu 300 Euro je Kind
Maximale Einzahlung 6.840 Euro pro Jahr
ING-Depotgebühr 0 Euro
Steuern in der Ansparphase Keine Abgeltungsteuer im Depot
SELBSTENTSCHEIDER

ING Altersvorsorge-Depot Aktiv

Mehr als 1.000 ETFs und weitere Fonds sollen zur Auswahl stehen. Du stellst dein Portfolio selbst zusammen und steuerst die Gewichtung eigenständig.

Produktkosten ab 0,03 % p. a.
STANDARDMODELL

ING Altersvorsorge-Depot Relax

Die Anlage erfolgt über einen Aktien- und einen Anleihen-ETF. Du wählst die Aufteilung; vor der Auszahlungsphase wird das Risiko automatisch reduziert.

Produktkosten 0,20 % p. a.

Die ING verlangt nach den bisher veröffentlichten Konditionen keine Gebühren für Depotführung, Sparplanausführungen, Einmalanlagen, Umschichtungen oder Anbieterwechsel. Die laufenden Kosten der ausgewählten ETFs und Fonds sowie mögliche interne Transaktionskosten bleiben jedoch bestehen.

HÄUFIGE FRAGEN · EINFACH ERKLÄRT

Fragen zum ING Altersvorsorge-Depot

Die wichtigsten Antworten zu den Depotvarianten Aktiv und Relax, zur staatlichen Förderung, zu den Kosten und zum geplanten Start im Jahr 2027.

Wann startet das ING Altersvorsorge-Depot?

Die ING will ihre staatlich geförderten Altersvorsorge-Depots Aktiv und Relax ab dem 1. Januar 2027 anbieten. Die Eröffnung soll für Bestands- und Neukunden vollständig digital möglich sein.

Was ist das ING Altersvorsorge-Depot Aktiv?

Das Aktiv-Depot ist die Selbstentscheider-Variante. Du kannst dein Portfolio aus mehr als 1.000 ETFs und weiteren Fonds selbst zusammenstellen. Mehrere Produkte können gleichzeitig bespart und später innerhalb des Vertrags umgeschichtet werden.

Wie funktioniert das ING Altersvorsorge-Depot Relax?

Beim Relax-Depot investierst du über zwei vorausgewählte aktive ETFs: einen Aktien-ETF und einen Anleihen-ETF. Du kannst bestimmen, wie das Geld auf beide Bausteine verteilt wird. Fünf Jahre vor Beginn der Auszahlungsphase soll das Vermögen schrittweise aus dem Aktien- in den risikoärmeren Anleihen-ETF umgeschichtet werden.

Wie hoch ist die staatliche Grundzulage?

Die maximale Grundzulage beträgt 540 Euro pro Jahr. Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag werden 50 Prozent beziehungsweise maximal 180 Euro Zulage gewährt. Auf weitere Einzahlungen bis zu einem jährlichen Eigenbeitrag von 1.800 Euro gibt es 25 Prozent beziehungsweise maximal weitere 360 Euro.

Wie viel muss ich für die maximale Grundzulage einzahlen?

Für die maximale Grundzulage von 540 Euro musst du nach der vorgesehenen Förderstaffel selbst 1.800 Euro im Jahr einzahlen. Das entspricht durchschnittlich 150 Euro pro Monat. Zusammen mit der Grundzulage würden dem Vertrag dann 2.340 Euro gutgeschrieben.

Gibt es eine zusätzliche Förderung für Kinder?

Ja. Zusätzlich zur Grundzulage kann eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr hinzukommen. Für die vollständige Kinderzulage soll ein monatlicher Eigenbeitrag von 25 Euro ausreichen. Welche Person die Zulage erhält, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen und der familiären Situation ab.

Wie hoch ist die maximale Einzahlung?

Pro Altersvorsorgevertrag können jährlich bis zu 6.840 Euro eingezahlt werden. Die proportionale Grundzulage steigt allerdings nur bis zu einem Eigenbeitrag von insgesamt 1.800 Euro weiter an. Für darüber hinausgehende Einzahlungen gelten teilweise andere steuerliche Regeln.

Wie viele Altersvorsorge-Depots darf ich besitzen?

Nach den veröffentlichten Regeln kannst du maximal zwei geförderte Altersvorsorge-Depots eröffnen. Dadurch verdoppelt sich die Förderung jedoch nicht. Der förderfähige Eigenbeitrag und die Zulagen gelten insgesamt pro Person.

Welche Gebühren verlangt die ING?

Nach den bisher veröffentlichten Konditionen verlangt die ING keine eigenen Gebühren für Depotführung, Sparplanausführungen, Einmalanlagen, Umschichtungen und Anbieterwechsel. Es fallen aber weiterhin die laufenden Kosten der ausgewählten ETFs und Fonds sowie gegebenenfalls interne Transaktionskosten an.

Wie hoch sind die Produktkosten bei Aktiv und Relax?

Im Aktiv-Depot hängen die Kosten von deiner persönlichen Produktauswahl ab. Die günstigsten angebotenen Produkte sollen bei einer TER von 0,03 Prozent pro Jahr beginnen. Für die beiden ETFs des Relax-Depots nennt die ING laufende Produktkosten von insgesamt 0,20 Prozent pro Jahr. Zusätzlich können Transaktionskosten innerhalb der Fonds entstehen.

Sind Dividenden und Kursgewinne im Depot steuerfrei?

Während der Ansparphase werden Kursgewinne, Dividenden und Zinsen innerhalb des Vertrags grundsätzlich nicht mit Abgeltungsteuer belastet. Auch eine Vorabpauschale soll nicht anfallen. Steuerfrei für immer sind die Erträge jedoch nicht: Die späteren Auszahlungen werden grundsätzlich nachgelagert besteuert.

Kann ich einen bestehenden Riester-Vertrag übertragen?

Die ING plant im Laufe des Jahres 2027 einen digitalen Wechselservice für bestehende Riester-Verträge. Der Service muss nicht bereits zum Marktstart am 1. Januar verfügbar sein. Eine normale Kündigung sollte nicht mit einer förderunschädlichen Übertragung verwechselt werden, da sonst Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert werden können.

Kann ich jederzeit über das angesparte Geld verfügen?

Nein. Das Altersvorsorge-Depot ist für die langfristige Altersvorsorge bestimmt und kein frei verfügbares Wertpapierdepot. Eine vorzeitige Entnahme kann eingeschränkt sein oder zum Verlust von Förderungen und steuerlichen Vorteilen führen. Für frühere finanzielle Ziele solltest du daher zusätzlich flexibel verfügbares Vermögen vorhalten.

Ist das Altersvorsorge-Depot gegen Verluste geschützt?

Nein. Insbesondere das Altersvorsorge-Depot ohne Garantie kann zwischenzeitlich deutlich im Wert fallen. Die staatliche Förderung schützt nicht vor Kursverlusten. Wie stark das Depot schwankt, hängt vor allem von der Aktienquote, den gewählten Produkten und der verbleibenden Anlagedauer ab.

Welches ING-Modell ist für Anfänger einfacher?

Das Relax-Depot ist wegen der begrenzten Auswahl und der automatischen Umschichtung grundsätzlich einfacher aufgebaut. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es für jeden Anleger besser geeignet ist. Wer ETFs selbst vergleichen und sein Portfolio eigenständig steuern möchte, kann mit dem Aktiv-Depot mehr Gestaltungsmöglichkeiten erhalten.

Die Antworten beruhen auf den bis zum 27. Oktober 2026 veröffentlichten Informationen. Produktbedingungen, steuerliche Regelungen und einzelne Konditionen können sich bis zum Marktstart noch verändern.

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Vorabpauschale 2026 berechnen: ETF-Steuer 2027

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Obwohl du keinen ETF verkauft hast, kann dein Broker Anfang Januar 2027 Steuern vom Verrechnungskonto abbuchen. Verantwortlich dafür ist die Vorabpauschale für das Anlagejahr 2026. Wie hoch sie ausfällt, hängt jedoch nicht nur vom Depotwert ab. Auch die tatsächliche Wertentwicklung, erhaltene Ausschüttungen, die Teilfreistellung und dein verfügbarer Freistellungsauftrag spielen eine wichtige Rolle.

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